Werder Bremen Hartherz und Ignjovski müssen aufholen

Bremen. So langsam zeichnet sich bei Werder ab, wie die Positionen der ersten Elf in der kommenden Saison besetzt sein könnten. In Paderborn bietet sich wohl für Linksverteidiger Hartherz die Chance, die bisherigen Eindrücke wieder gerade zu rücken.
29.07.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Hartherz und Ignjovski müssen aufholen
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. So langsam zeichnet sich bei Werder ab, wie die Positionen der ersten Elf in der kommenden Saison besetzt sein könnten. Für Florian Hartherz und Aleksandar Ignjovski, in der vergangenen Rückrunde noch regelmäßig eingesetzt, bedeutet das die Erkenntnis, dass sie im Konkurrenzkampf der laufenden Vorbereitung offenbar an Boden verloren haben. Heute in Paderborn bietet sich wohl zumindest für Linksverteidiger Hartherz die Chance, die bisherigen Eindrücke wieder etwas gerade zu rücken.

Florian Hartherz hat ein kleines weißes Klapprad. Damit fährt der 19-Jährige bevorzugt zum Training, wenn es das Wetter zulässt – den Dienstwagen, der ihm zur Verfügung steht, den braucht er nicht. „Warum auch“, sagt er lachend und nickt mit dem Kopf Richtung Osterdeich, „ich wohn’ doch gleich da vorn.“ Die freiwillige Bescheidenheit in Sachen Mobilität ist das eine – doch auch in sportlicher Hinsicht muss sich Hartherz zurzeit etwas bescheiden.

Am deutlichsten wurde das Mitte dieser Woche beim Test gegen den FC Aberdeen. Mittwochabend war Hartherz nur tatenloser Zuschauer – genau wie auch Aleksandar Ignjovski. Die beiden Jung-Profis, in der Rückrunde der vergangenen Saison regelmäßig in Werders Startelf zu finden, sehen sich in der Vorbereitung plötzlich hintenan. „Die, die jetzt nicht dabei sind“, sagte Thomas Schaaf zum Fehlen des Duos gegen Aberdeen, „sind noch nicht so gut drauf. Sie müssen weiter dran arbeiten.“

Ein paar Tage Arbeit später darf zumindest Hartherz darauf hoffen, heute beim Testspiel in Paderborn sogar in der Startelf aufzulaufen. Konkurrent Lukas Schmitz, der im Rennen um die Linksverteidigerposition die Nase zurzeit deutlich vorn zu haben scheint (wir berichteten), wird geschont – und Schaaf ließ Hartherz gestern im Training schon einmal an der Seite von Abwehrchef Sokratis in der ersten Elf spielen.

Es passt zu Hartherz’ bisheriger Vorbereitung. Denn auch seinem eigenen Gefühl nach waren die etwas mehr als drei Wochen ein Auf und Ab für ihn. So habe er zwar in den Testspielen einen guten Eindruck von sich gehabt – aber: „In den Trainingseinheiten habe ich mich manchmal schlapp und manchmal gut gefühlt.“

Noch schwieriger ist die Situation für Aleksandar Ignjovski – denn während Hartherz auf seiner Position mit Schmitz einen Kontrahenten hat, ist die Konkurrenz im Mittelfeld ist ungleich größer. Den 21-Jährigen ficht das jedoch nicht an. „Ich habe immer Konkurrenz“, sagt er. Ignjovskis Vorteil ist seine Flexibilität – er ist als Defensivarbeiter praktisch universell einsetzbar, ob nun im Mittelfeld oder auch als Ersatz auf beiden Außenverteidigerpositionen. Fakt ist aber auch: Er läuft der Musik momentan hinterher.

Als Dritter im Bunde gesellt sich zurzeit – zwangsläufig – Philipp Bargfrede zu diesem Duo. Wegen seiner Innenbandverletzung im Knie muss der 23-Jährige ausgerechnet in jener Zeit der Vorbereitung pausieren, in der die spielerischen Weichen für die kommende Saison gestellt werden. Und er droht damit, in dieser wichtigen Phase den Anschluss zu verlieren. Bitter für Bargfrede: In den bisherigen Tests zählte Schaaf auf ihn als Defensivpart im Mittelfeld. Tom Trybull beispielsweise, der in der vergangenen Saison zeitweilig die Aufgabe übernommen hatte, als Bargfrede verletzt war, spielt zurzeit eher die Rolle des Ersatzmannes. Ähnlich wie Hartherz wird auch er sich heute gegen den SC Paderborn bewähren können – denn Mannschaftskapitän Clemens Fritz, gegen Aberdeen noch zentral vor der Abwehr eingesetzt, bekommt von Trainer Schaaf ebenfalls eine Pause.

Rückschlüsse auf eine mögliche Stammelf für die Bundesliga, die sich gerade formiert, will Werders Cheftrainer aus den jüngsten Aufstellungen und den Trainingseinheiten dann auch nicht gedeutet wissen. Nein, es handele sich eher um eine Momentaufnahme: „Das sind die, die jetzt am weitesten sind.“

Die, die hintendran hängen, machen sich indes Mut, den Rückstand aufzuholen. Aleksandar Ignovski ist sich sicher: „Ich gebe das Maximum in jedem Training.“ Und Florian Hartherz will seine Bescheidenheit ohnehin nur aufs Radfahren beschränken: „Ich muss in jedem Training 1000 Prozent geben – dann werde ich auch spielen. Ich will Stammspieler werden.“

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