Bayern München - Werder Bremen ab 15.30 Uhr im Liveticker Heute kann Werder Bayern überholen

Bremen. Werder in München, der Vierte der Bundesliga zu Gast beim Dritten - der Nord-Süd-Gipfel der Bundesliga verspricht wieder höchste Spannung. Die Bremer könnten mit einem Erfolg an den vermeintlich übermächtigen Bayern sogar vorbeiziehen.
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Heute kann Werder Bayern überholen
Von Oliver Matiszick

Bremen. Werder in München, der Vierte der Bundesliga zu Gast beim Dritten - der Nord-Süd-Gipfel der Bundesliga verspricht auch heute wieder höchste Spannung. Die Bremer könnten mit einem Erfolg an den vermeintlich übermächtigen Bayern sogar vorbeiziehen. Und das nötige Selbstbewusstsein haben sie allemal.

Sebastian Mielitz fluchte. Er tat es beherzt und immerhin so laut, dass es den Zuschauern am Rande des Trainingsplatzes nicht entgehen konnte. Es war ein Erlebnis mit Seltenheitswert denn Mielitz, die Nummer zwei im Werder-Tor, pflegt im Normalfall so aufzutreten, als sei er der Prototyp einer gelungenen Kreuzung aus talentiertem Torwart und Kaltblut. Freitag nun brachte ihn im abschließenden Trainingsspiel eine Reihe von Gegentoren aus der sonst üblichen Ruhe; vor allem Sandro Wagner hatte dabei immer wieder und wie er wollte getroffen. Das konnte und wollte Mielitz als Einstimmung auf das Schlagerspiel an diesem Sonnabend in München beim FC Bayern (15.30 Uhr) nicht gefallen. Doch womöglich war es ja genau das Richtige.

Denn es braucht nicht allzu viel Phantasie für die Prophezeiung, dass in der Münchner Arena ein äußerst angriffslustiger Gegner warten wird. Beim FC Bayern haben sie nach zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge nicht weniger als eine Stinkwut. Noch vor wenigen Wochen galt die Mannschaft als der todsichere Meisterschaftstipp - und muss nun gegen Werder zusehen, nicht weiter an Boden auf die Borussias aus Dortmund und Mönchengladbach zu verlieren. Und wenn die Bayern-Profis das Grollen der Bayern-Bosse weisungsgemäß auf das Spielfeld übertragen, dürfte es ein arbeitsreicher Tag für Werder im Allgemeinen und Mielitz im Besonderen werden.

Doch Sorgen macht sich deshalb keiner bei Werder. Dass gegen die "beste Mannschaft Deutschlands" (Trainer Thomas Schaaf) nicht der Stamm-, sondern der Ersatztorhüter spielen wird? Geschenkt. "Wir sehen ,Miele' jeden Tag im Training - wir wissen ja, was er kann. Deshalb sehe ich da auch keine Schwächung", sagt Mittelfeldspieler Aaron Hunt. Dass man in München nicht automatisch in Ehrfurcht erstarren und verlieren muss? Ebenfalls geschenkt. Denn kaum jemand weiß das besser als Thomas Schaaf und seine Mannschaft.

Im DFB-Pokal wurde vergangene Saison in München zwar - unglücklich - verloren, doch in der Bundesliga schlugen sich die Bremer dort mehr als achtbar. Eine Niederlage erlebten sie in München zuletzt im Herbst 2005, was so lange her ist, dass die Bayern-Stürmer noch Roy Makaay und, ja, Claudio Pizarro hießen. Seitdem aber hielt sich Werder in der Allianz-Arena über fünf Spielzeiten hinweg mit einem Sieg und vier Unentschieden schadlos.

Diese Serie soll ihre Fortsetzung finden, so hat es sich auch Philipp Bargfrede, Werders Mann auf der Schaltstelle im defensiven Mittelfeld, vorgenommen. "Wir wollen da nicht mit leeren Händen wieder nach Hause fahren", sagt er, "ein Punkt wäre schön - drei wären besser." Das dafür nötige Selbstbewusstsein ist zweifellos vorhanden. Denn dass die Bremer an diesem "Super-Samstag" der Bundesliga mit gleich zwei Spitzenspielen (wir berichteten) mittendrin sind und nur einen Punkt hinter dem drittplatzierten Gegner stehen - sie dürfen es als Erfolg, die Bayern dagegen müssen es als Misserfolg verbuchen.

Denn gefühlt liegen zwischen den Auftritten der beiden Mannschaften im bisherigen Saisonverlauf Welten. Während München zeitweise mit einer beängstigenden Dominanz auftrat, wackelte sich Werder mitunter ebenso beängstigend zu seinen Erfolgen. Wie wenig das bedeuten muss, zeigt der Blick auf die jeweiligen Heimbilanzen: Werder holte trotz acht Gegentoren in seinen bisher sieben Heimspielen 18 Punkte, die Bayern lediglich 15 Punkte, obwohl sie nur zwei Gegentore kassierten. Es waren eben jene Tore bei den 0:1-Niederlagen gegen Gladbach und Dortmund. Was die steile These ergibt: Wer immer diese Saison in München ein Tor schießt, der gewinnt dort auch. Und sollte es heute Werder sein, dann hätte Sebastian Mielitz auch keinen Grund mehr zum Fluchen.

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