„Perfekter Einstieg für mich“ Hoffenheims Geiger erinnert sich gerne an Werder

Schon mit elf Jahren trug Dennis Geiger das Trikot der TSG 1899 Hoffenheim und kämpfte sich dort bis in die Bundesliga hoch. Dabei spielte auch der nächste Gegner – der SV Werder Bremen – eine besondere Rolle.
06.10.2022, 18:59
Lesedauer: 3 Min
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Von hgk

Vor dem Duell am Freitagabend in Sinsheim sprach der 24-jährige Mittelfeldspieler mit der DeichStube über die Stärken der Bremer, ein vorzeitiges Karriereende und Vergleiche mit Bayern-Profi Joshua Kimmich

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Bundesligaspiel, Dennis Geiger?

Wir haben 1:0 gegen Werder Bremen gewonnen – zu Beginn der Saison 2017/18. Das war ein perfekter Einstieg für mich. Ich wurde damals von Julian Nagelsmann ins kalte Wasser geworfen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, das erinnere ich noch. Was gibt es Schöneres, als an so einem Tag ein Debüt zu feiern – ein Sieg und dies noch vor eigenem Publikum.

Wie sehen Sie nun die Ausgangslage vor dem Duell mit den Bremern?

Wir haben den notwendigen Respekt und wissen, dass Werder eine gute Saison spielt und vor allem einen guten Fußball bietet. Es ist eine Mannschaft, die mitspielt und die generell Wert auf das Fußballspielen legt, wie die letzten Auftritte noch mal deutlich gezeigt haben. Von daher erwarte ich ein attraktives, interessantes und weitgehend offenes Spiel. Wir spielen zuhause, sind in den Heimspielen bisher gut aufgetreten, also wollen wir unbedingt die drei Punkte hierbehalten.

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Erstaunt Sie, dass Werder als Aufsteiger diese offensive Gangart bevorzugt?

Werder hat schon in der 2. Liga diese Spielweise praktiziert. Bremen verfügt aus meiner Sicht einfach über die spielerischen Mittel, um diese Philosophie umzusetzen – und der Erfolg gibt ihnen Recht. Und daran zeigt sich, dass dieser Club einfach in die Bundesliga gehört.

Worin liegen die Stärken des Kontrahenten?

In der Offensivpower mit zwei bulligen Stürmern, die auch fußballerisch Akzente setzen können. Bremen agiert erfolgreich mit einem ähnlichen System wie wir. Fünfer- oder Dreierkette – je nach Situation. In dieser Grundordnung kommen sie mit guten und technisch versierten Spielern immer gefährlich über die Außen.

Was trauen Sie Werder in dieser Spielzeit zu? Oder anders gefragt: Ist der Klassenerhalt realistisch?

Wenn die Bremer so weitermachen und ihrem eingeschlagenen Weg treu bleiben, werden sie für mich nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Was ist für Hoffenheim machbar?

Es sind erst acht Spiele absolviert. Was im Moment zu sagen ist: Wir sind auf einem guten Weg. Wichtig war für uns ein guter Start, zumal ein neuer Trainer verpflichtet worden ist. Wenn wir weiter so arbeiten, mit dieser Energie beim Training und auf dem Platz bei den Spielen, ist uns einiges zuzutrauen. Doch die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen.

Zu einem Mitspieler, der mal bei Werder war: Welche Rolle spielt Kevin Vogt in Hoffenheim?

Kevin war ja nur ein halbes Jahr bei Werder. Wir sind froh, dass er wieder hier ist. Er ist ein wichtiger Führungsspieler. Und unsere Taktik ist wie gemacht für ihn. In der Dreierreihe kann er mit Ball brillieren, er ist zudem enorm schnell und kann Bälle erobern.

Wie tickt der im Norden bestens bekannte neue Coach Andre Breitenreiter?

André Breitenreiter ist ein offener und kommunikativer Trainer mit einer klaren Vorstellung davon, wie wir Fußball spielen wollen. Als Ex-Profi schafft er es, sich in die Situation von uns Spielern hineinzuversetzen, das ist ein Vorteil. Er hat ein gutes Gefühl dafür entwickelt, was die Mannschaft braucht. Er weiß genau, wann er wie mit uns sprechen muss, und schafft es, wirklich alle Spieler mitzunehmen.

Ist Breitenreiters Arbeitsweise vollkommen anders als die seiner Vorgänger Sebastian Hoeneß oder Julian Nagelsmann?

Jeder Trainer hat seine eigene Art und Herangehensweise. André Breitenreiter jedenfalls, ich wiederhole mich da gern, hat klare Vorstellungen und bekommt die Zusammenarbeit mit der Mannschaft sehr gut hin.

So lange ist es noch nicht her, da spielten Sie mit dem Gedanken, Ihre Karriere frühzeitig zu beenden, und machten diese Überlegungen öffentlich. War das auch aus Frustration über die langen Zwangspausen in jungen Jahren?

Es war ein kurzer Moment nach der Reha in Folge der letzten Oberschenkelverletzung. Insgesamt war ich dreimal in diesem Bereich verletzt, dazu kam noch eine Entzündung am Schambein. Es war generell nicht einfach für mich, gerade als junger Spieler, immer wieder auszufallen. Doch als ich wenig später über den Punkt hinaus war, habe ich mich besser gefühlt und es ging schnell wieder aufwärts.

Vor dieser Verletzungsmisere wurden Sie als „der neue Kimmich“ gefeiert. Konnten Sie dieses Loblied, das natürlich gewisse Erwartungen weckt, annehmen und verarbeiten?

So etwas geht heutzutage schnell, insofern weiß ich das einzuordnen. Ich schaue auf mich und weiß, was ich kann und wo ich mich noch verbessern muss.

Ist Joshua Kimmich Ihr Vorbild?

Natürlich schaut man bei den Topspielern auf der eigenen Position genau hin, kann sich möglicherweise gewisse Dinge abschauen. Joshua ist so ein Topspieler, doch jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Gegenwärtig habe ich keine Vorbilder mehr. Früher habe ich Xavi oder Iniesta bewundert.

„Hoffenheim ist für mich der perfekte Club“, haben Sie anlässlich der Verlängerung Ihres Vertrags bis 2023 gesagt. Warum?

Ich spiele schon über 13 Jahre für die TSG und habe hier schon vieles erlebt, Höhen und Tiefen. Ich fühle mich hier sehr wohl, meine Familie lebt hier. Und ich habe hier perfekte Bedingungen.      
 

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