Werders Trainer nutzten Headset und iPad

Horsch: „Eine gute Ergänzung für uns“

Vor wenigen Jahren mussten Co-Trainer in der Bundesliga noch ihre Handys verstecken, um heimlich das Fernsehbild zu sehen. Die Zeiten sind vorbei. In dieser Saison wurden viele Neuerungen erfolgreich genutzt.
23.05.2019, 16:05
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Von Jean-Julien Beer
Horsch: „Eine gute Ergänzung für uns“
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Was bei der Weltmeisterschaft in Russland allen Mannschaften außer Deutschland half, ist nun auch in der Bundesliga mit großem Erfolg eingeführt worden: Die Kommunikation per Headset innerhalb eines Trainerteams im Stadion. In der abgelaufenen Saison 2018/19 war diese Technik erstmals erlaubt – und wurde auch von Werder Bremen gerne eingesetzt.

„Es war am Spieltag eine gute Ergänzung für uns“, fasst Werders Co-Trainer Thomas Horsch die guten Erfahrungen zusammen. Von den Bremern wurde sie so genutzt, dass Videoanalyst Mario Baric während der Spiele auf der Tribüne saß, um von dieser erhöhten Position aus einen besseren Blick übers Spielfeld zu haben. „Denn wenn man ehrlich ist, haben wir auf der Trainerbank die schlechtesten Plätze“, sagt Horsch, „wir sitzen zwar nah dran, haben aber keine gute Übersicht übers ganze Feld.“

Deshalb kommunizierte Baric während der Spiele über ein Headset mit der Bank. Dabei ging es um Fragen wie die Zuteilung bei Standardsituationen oder sinnvolle Möglichkeiten, die Grundordnung der eigenen Elf zu verändern. Horsch: „Manchmal wollte Florian Kohfeldt auch während der Spiele wissen, wie unser Videoanalyst bestimmt Dinge von oben sieht, dann konnten wir ihm immer schnell Rückmeldung geben.“

Wenn Trainer und Spieler in der Halbzeit in die Kabine kamen, hatte Baric hier schon ausgewählte Szenen aus der ersten Halbzeit als kurze Videoclips vorbereitet, die Kohfeldt seinen Jungs unbedingt zeigen wollte. Auch diese Absprache erfolgte über das Headset.

Ein weiterer Vorteil der neuen Zeit: Auf der Bank stand auch ein iPad zur Verfügung, auf dem die Übertragung des jeweiligen Werder-Spiels lief, mit sieben Sekunden Verzögerung zum Live-Geschehen. So konnten strittige und wichtige Szenen sofort angesehen werden, ohne auf einen Videoclip warten zu müssen. Horsch ist nach den Erfahrungen aus dem ersten Jahr zufrieden: „Es ist gut, als Trainerteam heute diese technische Unterstützung zu haben.“

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