Kruse über seine taktische Rolle

„Ich bin sehr anpassungsfähig“

Max Kruse hat am Donnerstag über seine Rolle als Hoffnungsträger, seine taktischen Aufgaben und Trainer Florian Kohfeldt gesprochen.
17.11.2017, 19:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Patrick Hoffmann und Christoph Sonnenberg
„Ich bin sehr anpassungsfähig“

"Ich versuche immer, torgefährlich zu sein. Aber wer die Tore macht, ist im Endeffekt egal": Max Kruse über seine Rolle in Werders Offensive.

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Auf dem Platz zählt Max Kruse in der Regel zu den wichtigsten weil besten Bremer Spielern. So sehr er dort von sich reden macht, selber reden mag er nicht so gerne. Vor dem Spiel gegen Hannover hat Kruse auf der wöchentlichen Pressekonferenz zu vielen aktuellen Themen Stellung genommen. Und da gab es durchaus einiges zu sagen. So sprach Kruse über...

...seinen Eindruck von Kohfeldt:

„Man merkt, dass Flo (Kohfeldt; Anm. d. Red.) seinen eigenen Plan hat, seine eigene Idee. Wir haben die letzten Wochen viel gearbeitet, und ich finde, er erreicht die Mannschaft gut. Wir wissen aber auch, dass nicht innerhalb von zwei Wochen plötzlich alles anders ist, viel müssen wir uns erarbeiten. Aber die Mannschaft zieht mit und versucht das umzusetzen, was der Trainer uns vorgibt.“

...die taktische Ausrichtung unter Kohfeldt:

„Unter Alex haben wir ja nicht nur defensiv gespielt. Natürlich wollen wir viele Tore schießen, das will jeder Stürmer, jede Mannschaft. Dabei dürfen wir die Defensive nicht aus den Augen verlieren.“

...seinen Fitnesszustand:

„Prozentzahlen werde ich keine nennen. Ich fühle mich gut, auf gutem Niveau. Aber ich bin ja schon viele Wochen wieder dabei. Ein Alibi zu suchen und zu sagen, ich wäre noch nicht bei 100 Prozent, wäre der falsche Weg. Ich versuche alles, um der Mannschaft zu helfen, genau so wie sie versucht, mir zu helfen, um Sonntag das erste Spiel zu gewinnen.“

...das mittelfristige Ziel:

„Wir wollen Spiele gewinnen und so schnell es geht aus dem Tabellenkeller heraus. Da sind wir alle gefordert, gerade wir Spieler sehr extrem. Wir müssen dafür sorgen, dass wir die Stadt und die Fans wieder hinter uns bekommen. Und dafür sorgen, dass wir Punkte einfahren. Der Rest ist relativ unwichtig.“

...seine Rolle als Hoffnungsträger:

„Die sehe ich nicht als Last. Im letzten Jahr habe ich nach meiner Verletzung auch meine Zeit gebraucht, um wieder reinzufinden. Wenn man viel arbeitet, kommt das mit der Zeit zurück. So halte ich es: weiter hart arbeiten und versuchen, die Mannschaft zu unterstützen. Ich versuche immer, torgefährlich zu sein. Wer die Tore macht, ist im Endeffekt egal. Insgesamt versuche ich, meinen Beitrag zu leisten und daran mitzuwirken, dass wir wieder Erfolg haben.“

...über seine taktische Rolle auf dem Platz:

„Ich bin sehr anpassungsfähig und spiele da, wo ich gebraucht werde. Ob im Sturmzentrum oder weiter zurückgezogen, da habe ich keine bevorzugt Position.“

...die aktuelle Lage bei Werder:

„Ich versuche, sie nüchtern zu betrachten. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wir in der Bundesliga und auf dem Trainingsplatz zu leisten haben. Sich von Außen zu viel reinreden und beeinträchtigen zu lassen, ist nicht der richtige Weg. Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern, die Situation ist, wie sie ist. Wir können aber nur nach vorne schauen. Deswegen tun wir als Mannschaft gut daran, uns weiter zu verbessern und so schnell es geht den Bock umzustoßen. Das ist, worauf ich mich fokussiere.“

...das Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Martin Harnik:

„Wir haben ewig lange nicht zusammengespielt, zuletzt vor unserer Profikarriere. Da ist eine Freundschaft gewachsen, wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Darum freue ich mich auf das Spiel, die Freundschaft ist da aber zweitrangig. Es geht darum, zu gewinnen, dafür tun wir beide alles. Danach sind wir wieder Freunde.“

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...die Atmosphäre im Weserstadion am Sonntag:

„Ich erwarte, dass die Fans genau so hinter uns stehen wie zu Beginn gegen Augsburg und in den anderen Spielen. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, wir können nur noch die nächsten Spiele angehen und Punkte sammeln. Ich finde es ein bisschen einfach zu sagen, ein Trainerwechsel gibt einen gewissen Schwung. Das ist ein Alibi, das wir uns nicht erlauben können. Wir können ja nicht alle drei Wochen den Trainer wechseln. Wir sind verantwortlich dafür, was auf dem Platz gezeigt wird, das muss man spüren – Trainerwechsel hin oder her. Wir müssen dafür kämpfen, dass wir weiterhin in der Bundesliga spielen können. Das ist das Ziel, was wir alle verfolgen.“

...die neue Situation von Sturm-Kollege Aron Johannsson:

„Jeder ist für seine Situation zuständig und muss alles dafür tun, um im Kader oder auf dem Platz zu stehen. Wir sind hier eine Gemeinschaft, da achtet jeder auf den anderen. Aber es gibt immer persönliche Schicksale, die den einen oder anderen treffen. Aron ist nicht der einzige, der in letzter Zeit wenig zum Einsatz gekommen ist. Jetzt hat er seine Zeit in der Länderspielpause gehabt und Einsätze gehabt. Es waren gute Ansätze dabei, aber dafür ist der Trainer der richtige Ansprechpartner.“

...seine Hoffnung auf eine Rückkehr ins Nationalteam:

„Die Hoffnung ist da, das ist ja ganz normal. Wie schon häufiger gesagt, ist die Nationalelf für jeden Fußballer ein Traum. Wenn man mal den Fuß in der Tür hatte, wäre man gerne wieder dabei, gerade im Hinblick auf die WM im nächsten Jahr. Aber das ist Zukunftsmusik. Ich tue gut daran, erst Leistung für den Verein zu bringen. Und dann schauen wir, wen der Trainer mit nach Russland nimmt.“

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