Pizarro im WK Flutlicht-Interview

„Ich möchte es auch genießen"

Es ist seine letzte Saison, auch für Claudio Pizarro wird sie etwas ganz Besonderes. Dem WESER-KURIER gab er Einblick in seine Gefühle, das Gespräch wurde auf spanisch geführt.
03.08.2019, 10:53
Lesedauer: 12 Min
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Von Jean-Julien Beer
„Ich möchte es auch genießen"
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Herr Pizarro, Werders Trainer Florian Kohfeldt hat diese Woche seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Haben Sie sich darüber gefreut?

Pizarro: Oh ja, das war eine sehr gute Nachricht. Ich glaube, dass der Verein gerade eine sehr gute Entwicklung erlebt. Deshalb war es eine gute Entscheidung von beiden Seiten, den Vertrag zu verlängern. Ich schätze den Trainer sehr, er hat eine große Zukunft vor sich. Er war mir schon früher als Co-Trainer bei Werder positiv aufgefallen, weil seine fußballerischen und taktischen Ansätze sehr spannend sind.

Sie selbst haben schon bei Werder gespielt, als Kohfeldt noch Schüler war. Sie absolvieren gerade die 23. Saisonvorbereitung Ihrer Karriere…

Ist es wirklich schon die 23.? Das ist unglaublich.

Ja, aber offenbar ist es die letzte, schließlich wollen Sie Ihre Karriere nach der Saison beenden. Genießen Sie die harten Tage im Training nun besonders, weil Sie wissen, dass es das letzte Mal sein wird?

Nein, überhaupt nicht. Es ist so wie immer. Sehr viel Arbeit, und sehr hart. Gute Ernährung, gutes Training und Regeneration. Ich bin es so angegangen, wie ich es in all den Jahren gemacht habe: Ich versuche, mich so gut wie nur irgendwie möglich vorzubereiten, um mit Werder ein gutes Jahr zu haben.

Vergangenen Sommer sind Sie erst sehr spät zum Team gestoßen. Ist es gerade in Ihrem biblischen Alter wichtig, diesmal eine weitgehend komplette Vorbereitung mitmachen zu können?

Ja, das glaube ich schon. Diesmal habe ich wirklich eine gute Vorbereitung, und zum Glück hatte ich auch kein Problem mit irgendeiner Verletzung. Es läuft richtig gut für mich. Ich denke, das wird mir während der Saison sehr helfen.

Frank Baumann hat verraten, dass Sie in der vergangenen Saison eigentlich gar nicht so viel spielen, sondern eher schon eine Art Trainer für die jungen Spieler sein sollten. Stattdessen glänzten Sie als Torjäger! Was ist der Plan für die neue Saison? Werden Sie nun mehr Trainer sein, oder wieder mehr Spieler?

Oh nein, danke für die Blumen, aber ich bin weiterhin Spieler. (lacht) Natürlich versuche ich, mit meiner Erfahrung gerade den jüngeren Spielern zu helfen. Ich spreche viel mit ihnen darüber, was ich in meiner Karriere erlebt und gesehen habe. Als Hilfestellung für die Jungs in manchen Situationen.

Zwei dieser Jungs sind Johannes Eggestein und Josh Sargent. Was müssen beide jetzt machen, um wie erhofft den nächsten Schritt zu schaffen?

Beide sind auf einem sehr guten Weg. Jojo hatte schon die Gelegenheit, ein wenig öfter in der Bundesliga zu spielen als Josh. Und er hat dabei mit Toren bewiesen, dass er in der richtigen Richtung unterwegs ist. Natürlich ist das nicht einfach, das ist doch klar. Beide müssen gut trainieren und liefern auch tatsächlich täglich gute Arbeit ab. Ich bin mir sicher, dass sich beide mit der Zeit durchsetzen können, denn sie sind Spieler mit der notwendigen Qualität dafür. Sie werden ihre Möglichkeiten bekommen. Es ist nur sehr wichtig für die beiden, dass sie in dem Moment auch bereit sind, wenn diese Möglichkeiten für sie kommen, um den Moment dann auch nutzen zu können.

Sie als Torjägerlegende haben natürlich ein gutes Auge für Mittelstürmer. Also verraten Sie uns bitte: Welchen Eindruck haben Sie nach den ersten Wochen von Neuzugang Niclas Füllkrug?

Ich kannte Niclas schon vorher sehr gut, ich habe früher schon mal mit ihm trainiert und gespielt. Das muss bei meinem zweiten oder dritten Mal hier bei Werder gewesen sein, ich weiß das gar nicht mehr so genau. Doch! Beim meiner zweiten Zeit hier in Bremen, da war das, da war Niclas auch schon hier. Er hatte damals gerade erst bei uns angefangen und war noch sehr jung. Seither ist er erkennbar gereift, die Jahre haben ihm gut getan, Niclas ist wirklich sehr viel besser geworden. Leider hatte er dieses Pech mit den Verletzungen, das hat es für ihn komplizierter gemacht. Aber man merkt, dass er langsam wieder sein Niveau erreicht. Er ist ein guter Spieler, das hat er in Hannover bewiesen, als er gesund war. Ein Spielertyp, der viele Tore machen kann. Und das ist natürlich wichtig für unsere Mannschaft.

Wichtig war auch Max Kruse für Werder, jetzt ist er weg. Das ist ein großer Einschnitt für Werder. Kann es auch eine Chance sein für andere Spieler, vielleicht sogar für das gesamte Team, etwa durch einen variableren Spielstil?

Ja, ohne Zweifel. Natürlich war Max hier ein wichtiger Spieler, der Kapitän dieser Mannschaft. Aber das Spiel des ganzen Teams war auch sehr auf den Stil von Max zugeschnitten. Deshalb glaube ich: Jetzt, wo er nicht mehr bei uns ist, ist es für den Trainer die Chance, einige Dinge zu verändern. Wir haben neue Spieler wie Niclas Füllkrug bekommen. Was das Fußballerische betrifft, wird es deshalb, so denke ich, wenig Probleme geben. Unser Trainer studiert gerade verschiedene Systeme mit uns ein und kann diese problemlos wechseln oder verändern – weil wir die unterschiedlichen Spielertypen dafür haben, in all diesen Systemen agieren zu können. Ich glaube ohnehin, dass wir diesen Sommer einen enormen Vorteil haben: Der Großteil unserer Spieler weiß inzwischen perfekt, was der Trainer von uns verlangt. Wir können auf dem Feld nun ganz anders agieren.

Sprechen wir über die Bundesliga. Sie bekommen ja auch mit, dass andere Vereine diesen Sommer sehr viel Geld in neue Spieler investiert haben. Werder hingegen muss einen anderen, sparsameren Weg gehen. Was denken Sie darüber?

Es ist kompliziert, weil es einfach schwierig ist. Es gibt drei oder vier Mannschaften, die haben sehr viel Geld, um Spieler zu kaufen. Und manch andere haben dieses Geld nicht. Dieser Unterschied macht den Wettbewerb schwierig, denn natürlich wird sich diese Diskrepanz in einigen Momenten bemerkbar machen. Die kleineren Vereine versuchen, mit ihren bescheideneren Mitteln das Bestmögliche zu machen, zum Beispiel durch die Verpflichtung von jungen Spielern, die man über ein paar Jahre entwickeln kann. Ich denke, das muss auch der Weg von Werder sein: junge Spieler zu finden, die großes Potenzial haben – und möglichst viele von ihnen so zu entwickeln, dass der Klub seine Ziele erreichen kann.

Junge Spieler – plus Pizarro, könnte man im Fall von Werder sagen. Entschuldigen Sie bitte, wenn wir so direkt nachfragen: Das wird wirklich Ihre letzte Saison?

Ja. Warum?

Weil Sie so nüchtern über alles reden, so abgeklärt. Spüren Sie keinen Herzschmerz, weil es Ihre letzte Tournee durch die Bundesligastadien wird?

Nein, wirklich nicht. Ich habe mich seit langem auf diesen Moment vorbereitet. Für mich ist es wichtig, dass wir unser Ziel erreichen – nämlich uns möglichst für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Darauf bin ich konzentriert. Vergangene Saison wollten wir das auch und haben es dann so knapp nicht geschafft. Ich habe für dieses Jahr einen guten Eindruck von unserer Mannschaft, jetzt geht es bald los, dann zählt es Woche für Woche. Wir müssen uns gut darauf vorbereiten. Es ist wichtig, dass wir von Beginn an nur dieses eine Ziel verfolgen. Klar, es ist für mich ein weiteres Jahr als Profi, sogar das letzte Jahr. Wichtiger ist es aber, das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Das klingt schon verdammt abgeklärt, fast zu kühl für einen Südamerikaner. Gibt es denn gar keine großen Abschiedsgefühle?

Nein, noch nicht. Wirklich nicht. Vielleicht wird es dann kommen, wenn es so weit ist und ich realisiere: So, Junge, das war's jetzt. In dem Moment wird es mich vielleicht überwältigen, das kann schon sein. Aber noch bin ich Spieler. Ein Profi. Ich kann mich sehr gut auf das fokussieren, was ich will. Und das ist, mich sehr gut vorzubereiten, um für mich und für Werder eine gute Saison zu spielen. Ich würde das letzte Jahr meiner Karriere gerne erfolgreich beenden, also das Ziel der Mannschaft erreichen. Die Rückkehr ins internationale Geschäft. Dafür arbeite ich.

Wer hat eigentlich entschieden, dass nach dieser Saison Schluss sein soll? Sie oder Ihre Familie?

Ich war das, ich ganz allein. Alles, was ich die letzten Jahre gemacht habe, war doch letztlich gut. So kann man das sagen. Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich im Fußball alles erlebt und erreicht habe, wie das alles so gekommen ist. Jetzt ist ein Punkt erreicht, wo ich denke, dass es genug ist. Der Moment ist gekommen, nach dieser Saison für andere Dinge in meinem Leben Platz zu schaffen.

Dann wird es um die Familie, Golf und Pferde gehen. Wann wurde Ihnen das klar, dass es nun genug ist? Im Urlaub?

Ja, ich habe in mich reingehört. Wie war das vergangene Jahr in Bremen für mich? Wie fühle ich mich? Es ist mir total wichtig, meine Karriere auf einem guten Niveau zu beenden. In dieser Saison kann ich das noch. Genau darum geht es mir ganz persönlich in der neuen Saison: Ich fühle mich gut und möchte diesen Abschied auf einem hohen Niveau schaffen. Ich will noch einmal das Beste aus mir herausholen. Und ja, ich gebe es zu, ich möchte das auch ein wenig genießen.

Haben Sie denn Verständnis dafür, dass niemand Ihnen glaubt, dass Sie wirklich aufhören werden?

Ja, ich kann mir das gut vorstellen. Mehr noch: Ich sage Ihnen das jetzt alles so in diesem Interview - dabei ist es auch für mich schwer, mir das selbst zu glauben, was ich da gerade sage. (lacht) Ich habe das Ende verkündet, weil ich glaube, dass es jetzt sicher ist. Ich denke aber inzwischen, es ist schwieriger, sich daran zu gewöhnen, als wenn ich einfach nichts gesagt hätte. Aber wir wissen doch alle: Im Fußball passieren immer irgendwelche Sachen, keiner weiß, was kommt. Ich kann Ihnen versichern: Ich bin vorbereitet auf mein Karriere-Ende, und so habe ich mich jetzt entschieden. Um diesen Entschluss umzuwerfen, müssten schon höhere Kräfte am Werk sein. Es müsste etwas Spektakuläres passieren, oder ich müsste mich besser fühlen. Ich würde das doch auch gerne erleben, aber ich denke nicht, dass ich meine Meinung nach dieser Saison noch einmal ändern werde. Ich habe ja gründlich darüber nachgedacht und diese Entscheidung getroffen.

Wie haben eigentlich all Ihre Weggefährten auf das bevorstehende Karriere-Ende reagiert? Haben Sie viele Nachrichten bekommen?

Nein, noch gar keine.

Vermutlich, weil auch die Ihnen nicht glauben…

Das könnte natürlich sein. (lacht)

Was heißt denn eigentlich Karriere-Ende? Gilt das nur für die Bundesliga – oder ist damit auch klar, dass sie nicht mehr nach China, Dubai oder zurück nach Peru wechseln, um noch ein bisschen zu auf niedrigerem Niveau zu kicken?

Nein, nein, nein. Dubai, China oder andere solcher Ligen, das kann ich mir nicht vorstellen.

Peru, ihr dortiger Herzensklub Alianza Lima, also auch nicht?

Ich habe nicht die geringste Idee. Ich weiß es nicht. Ich glaube, hier in Europa wird definitiv für mich Schluss sein. Es ist einfach genug.

Jetzt schränken Sie das aber ein wenig ein, haben wir es doch geahnt…

Das ist so ein innerer Konflikt, aber ich glaube eigentlich auch nicht, dass es außerhalb Europas noch Sinn für mich machen würde. Ich denke nicht, dass ich in einem Jahr noch Fußball in einem Verein spielen werde. Ich sage Ihnen gerne warum, welche Gedanken mich da treiben: Ich will meine Karriere auf einem guten Niveau beenden. Das ist, wie eben schon gesagt, mein grundsätzliches Ziel. Und ich möchte lieber nicht den Fehler machen, jetzt noch zu einem kleineren Verein in irgendeinem Land zu gehen, wo ich dann aber nicht alles geben kann, weil ich vielleicht Verletzungsprobleme habe. Das wäre wirklich genau das, was ich auf gar keinen Fall erleben möchte. Stellen Sie sich mal vor, ich würde so einen Vertrag unterschreiben, und nach ein paar Wochen im Training käme der Punkt, wo ich körperlich merke: Leute, es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr. Dann würde ich mich so schlecht fühlen, weil ich vielleicht große Erwartungen mit meinem Kommen ausgelöst habe und der Verein große Anstrengungen unternommen hätte, um mich unter Vertrag zu nehmen. Und am Ende könnte ich dem nicht gerecht werden. Das sind auch Sachen, die mir durch den Kopf gehen. Weil ich sehr genau weiß, dass mir eine solche Situation nicht gefallen würde. Auch deshalb glaube ich, dass das jetzt meine letzte Saison wird.

Schade ist natürlich auch, dass Sie ausgerechnet in Ihrem letzten Jahr kein Derby gegen den Hamburger SV erleben werden.

Oh ja, das stimmt. Kein Derby mehr! Das waren natürlich echte Klassiker.

Höchstens im Pokal könnte es das Duell geben…

Das wäre gut, das würde mich echt freuen. Schauen wir mal, ob wir da gegeneinander gelost werden. Aber so ist das leider inzwischen, der HSV ist jetzt in der 2. Liga. Ich hoffe, dass sie es zurück in die Bundesliga schaffen. Aber zum Start haben sie nur 1:1 gespielt. Es wird ein langer Weg, aber ich wünsche ihnen den Aufstieg, weil der HSV ein großer Verein ist und die Derbys für Werder immer besondere Spiele waren.

Sie stehen bei 197 Bundesligatreffern. Haben Sie den Jungs in der Kabine schon gesagt: Männer, ich brauche dieses Jahr noch drei Tore?

Nein, das habe ich noch nicht getan. Ich glaube, die Tore werden schon kommen. Deshalb bereite ich mich ja so gut vor auf die neue Saison. Das ist eines der Ziele, die mich noch antreiben. Natürlich würde ich diese Tore gerne schießen, ganz ohne Zweifel. Gerne auch mehr als diese drei Tore, wenn ich die Chance dazu bekomme.

Viele reden natürlich auch schon über ein mögliches Pizarro-Abschiedsspiel, das werden Sie mitbekommen haben. Wo wollen Sie das machen? In Bremen? In München? Oder werden Sie etwa zwei machen?

Zwei Abschiedsspiele werde ich nicht machen. Ich muss es noch genau überlegen, aber ich denke, es wird in Bremen sein. Es wäre natürlich eine schöne Gelegenheit, daraus ein Spiel zwischen Bremen und Bayern zu machen, aber das werden wir dann sehen. Jetzt konzentriere ich mich erstmal nur auf die neue Saison, auf mein letztes Jahr hier bei Werder. Was ich sagen kann: Ja, es würde mir sehr gefallen, ein schönes Abschiedsspiel zu erleben, und das werde ich auch machen. Und ja, ich stelle es mir so vor, dass es idealerweise in Bremen sein wird.

Der peruanische Fußballverband wird angeblich auch noch ein Abschiedsspiel organisieren, so hat es Nationaltrainer Ricardo Gareca gerade gesagt. Also doch zwei?

Hat er das gesagt? Das habe ich gar nicht mitbekommen. Aber das würde mir natürlich gefallen, das ist doch klar. Warten wir mal ab, jetzt ist noch nicht der Moment dafür.

Haben Sie Ihren Sommerurlaub eigentlich auch genutzt, um den Vertrag als Repräsentant beim FC Bayern zu unterschreiben?

Nein. Das habe ich noch nicht unterschrieben. Ich bin doch noch Spieler. Damit beschäftige ich mich dann nach der Karriere.

Wir fragen deshalb, weil Sie ein sehr gutes Verhältnis zu Uli Hoeneß pflegen, der Sie einst nach einer schweren Kopfverletzung sogar in Lima im Krankenhaus umsorgt hat. Wenn Sie denn künftig den FC Bayern repräsentieren, wäre es nach Lage der Dinge ein anderer Klub, nämlich ohne diesen jetzt schon legendären Präsidenten. Können Sie sich als langjähriger Bayern-Profi den Verein ohne Hoeneß überhaupt vorstellen?

Ich glaube, dass alles einen bestimmten Zyklus hat, und dass er das persönlich auch gemerkt hat. Er war eine sehr wichtige Person für die FC Bayern, so wie es auch Karl-Heinz Rummenigge ist. Der Entwicklung des Vereins wäre ohne die beiden nicht möglich gewesen. Das habe ich ja selbst gemerkt, als ich dort gespielt habe. Uli Hoeneß wird für immer ein Symbol für den FC Bayern sein, und zwar ein richtig großes und wichtiges. Er hat eine Entscheidung für seine Familie getroffen und wird sich ein wenig von allem zurückziehen. Aber er wird sicher weiter Teil des FC Bayern sein und immer verfolgen, was dort passiert. Beide waren sehr wichtige Personen für meine Karriere, Hoeneß und Rummenigge, und ja, es stimmt, ich habe eine sehr außergewöhnliche Beziehung zu Uli. Wenn man bedenkt, was er darstellt als Macher des FC Bayern, ist es natürlich schade, dass er sich etwas zurückziehen möchte. Aber so ist das Im Fußball. Uli Hoeneß hinterlässt im Verein ein großes Erbe, und ich hoffe, dass diejenigen, die danach den FC Bayern leiten, das bestmöglich fortführen können.

Bayern ist der deutsche Topklub in Europa, Sie haben dort 2013 die Champions League gewonnen. Werder Bremen sehnt sich nach der Rückkehr in den Europacup. Hand aufs Herz: Ist das mehr Traum als Ziel? Oder einfach eine Frage von harter Arbeit?

Es ist möglich, sagen wir es so. Vergangene Saison haben wir das doch bewiesen, zeitweise waren wir in der Bundesliga sogar Dritter. Was es so schwierig macht, ist, dass du dafür konstant gute Leistungen bringen musst. Du musst das hohe Niveau halten. Und so eine Saison ist lang, da passieren viele Dinge. Dass wir das Niveau erreichen können, haben wir bewiesen, indem wir gegen richtig große Mannschaften gut gespielt und gewonnen haben. Zum Beispiel gegen Dortmund. Aber gegen kleinere Mannschaften haben wir wichtige Punkte verloren, und das hat uns am Ende den Europapokalplatz gekostet. Genau daran müssen wir jetzt arbeiten, um das Ziel zu erreichen.

Eine dieser kleinen Mannschaften, gegen die Werder sehr schlecht aussah, war Fortuna Düsseldorf. Ausgerechnet das ist er Auftaktgegner am 1. Spieltag. Ein Schlüsselspiel?

Ich glaube, das wird wirklich ein wichtiges Spiel. Sie werden sich wieder einiges gegen uns einfallen lassen. Aber wichtiger ist, wie wir auftreten. Ich habe bis hierhin in dieser Vorbereitung einen sehr guten Eindruck von unserer Mannschaft, wir arbeiten gut und spielen einen schönen Fußball. Die Mannschaft ist sehr motiviert. Das kann ein gutes Jahr für uns werden.

Haben Sie denn schon geschaut, wann Werder in der Münchner Allianz-Arena antritt, ihrem zweiten Wohnzimmer?

Ja. Im Dezember, kurz vor Weihnachten. Es wird sehr kalt. Aber ich freue mich trotzdem darauf. Bayern gegen Werder, das sind für mich sehr spezielle Spiele. Ich werde versuchen, das so gut wie möglich zu genießen. Und idealerweise gewinnen wir dort.

Das Gespräch führte Jean-Julien Beer.

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