Spitzenspiel am Samstag Topteams im Check: Die Profis von Werder und Schalke im Vergleich

Der SV Werder Bremen muss am Samstag zum Spitzenspiel der zweiten Fußball-Bundesliga beim FC Schalke 04 antreten. Wir vergleichen die Spieler beider Teams.
20.04.2022, 20:38
Lesedauer: 6 Min
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Topteams im Check: Die Profis von Werder und Schalke im Vergleich
Von Malte Bürger
Inhaltsverzeichnis

Der Spitzenreiter empfängt den Tabellenzweiten, der SV Werder Bremen gastiert beim FC Schalke 04 (Samstag, 13.30 Uhr). Mitten im heißen Kampf um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Mehr Topspiel geht nicht. Da lohnt ein intensiver Blick auf die Akteure beider Teams. Zwei Spieltage hintereinander hat Schalke-Trainer Mike Büskens die gleiche Startelf gebracht, beide Male gab es imposante Siege gegen die direkten Konkurrenten aus Heidenheim (3:0) und Darmstadt (5:2). Da kommt also eine echte Herkulesaufgabe auf die Bremer zu, die sich mit ihrem Kader aber auch nicht zu verstecken brauchen. Ein Vergleich.

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Martin Fraisl vs. Jiri Pavlenka

Klare Verhältnisse bei den Torhütern. Pavlenka ist längst wieder Werders unangefochtene Nummer eins, hat zuletzt starke Paraden und Reaktionen gezeigt. Auch deshalb darf er sich weiterhin tschechischer Nationalspieler nennen. Sein Schalker Kollege hat eine komplett andere Vita vorzuweisen. Fraisl träumte in Österreich lange von einer Ski-Karriere, ehe er erst im Alter von 16 Jahren als Fußballer durchstartete. Anfang der Saison wechselte er ins Ruhrgebiet und ging als Außenseiter ins Rennen um den Platz im Schalker Tor. Am 8. Spieltag durfte er erstmals zwischen die Pfosten – und blieb dort. Gute und weniger gute Szenen wechseln sich ab, auch deshalb ist der Einjahresvertrag des 28-Jährigen noch nicht verlängert worden. Punkt für Pavlenka

Marcin Kaminski vs. Marco Friedl

Lange spielten beide Clubs mit einer Dreierkette in der Abwehr. Seit Büskens das Traineramt in Gelsenkirchen übernommen hat, vertraut er vier Defensivkräften in der letzten Reihe. Das macht den direkten Vergleich zwischen beiden Mannschaften etwas schwieriger, weshalb Werders aktueller Abwehrchef Christian Groß zur besseren Übersicht beim Sechser-Vergleich antritt.

Bei S04 ist Marcin Kaminski der Dauerbrenner unter den Verteidigern, für Grün-Weiß lässt in diesen Tagen Marco Friedl regelmäßig sein Herz auf dem Platz. Beide erledigen verlässlich ihre Aufgaben, Friedl kann zudem drei Saisontore vorweisen, während Kaminski zweifach traf. Der Pole jubelte kürzlich – anders als Werders Österreicher – zudem über die geglückte Qualifikation für die WM in Katar, allerdings war er vor dem entscheidenden Playoff-Spiel kurzfristig aus dem Kader gestrichen worden. Insgesamt ein Duell auf Augenhöhe. Unentschieden

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Malick Thiaw vs. Milos Veljkovic

Der 20-jährige Schalker gilt als größtes Talent der 2. Liga, im Winter machten Gespräche mit dem AC Mailand die Runde. Es war die Zeit, als der deutsche U21-Nationalspieler plötzlich seinen Stammplatz verlor, nach dem Abgang von Ex-Coach Dimitrios Grammozis aber sofort zurückerhielt. Milos Veljkovic muss sich über solch ein Hin und Her keine Gedanken machen. Der serbische Nationalspieler steht eigentlich immer auf dem Platz, wenn er fit ist. Nicht erst jetzt, sondern auch schon in den Jahren zuvor. Mitunter mangelt es seinen Auftritten allerdings an der Konstanz, weshalb sich der 26-Jährige an dieser Stelle mit einer Punkteteilung begnügen muss. Unentschieden

Thomas Ouwejan vs. Anthony Jung

Wenn es bei Schalkes jüngstem Kantersieg etwas zu bemängeln gab, dann die Leistungen der Nachwuchs-Außenverteidiger. Kerim Calhanoglu (links) und Kollege Henning Matriciani (rechts) ließen etliche gegnerische Flanken zu. Allerdings sind beide nur Platzhalter eigentlicher Stammkräfte. So vertrat Calhanoglu etwa Thomas Ouwejan, der aufgrund von muskulären Problemen zuletzt fehlte – nun aber gegen Werder wohl zurückkehrt. Der 25-Jährige, der vom niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar ausgeliehen ist, avancierte in Windeseile zum Publikumsliebling und verfügt über einen starken Offensivdrang. Dieser hat sich bei Anthony Jung erst ganz langsam entwickelt, dafür hat er defensiv größere Stärken und ist flexibel einsetzbar. Unentschieden

Marius Lode vs. Mitchell Weiser

Es ist eine echte Achterbahnfahrt, die Mitchell Weiser erlebt. Erst spielte er, dann lange gar nicht, plötzlich doch wieder – und sogar meist ganz gut –, dann war er verletzt, kehrte in die Startelf zurück, musste wieder auf die Bank und traf schließlich gegen Nürnberg als Joker. Mächtig viel Bewegung, die von der Leverkusen-Leihgabe eigentlich ausschließlich auf dem Platz zu sehen sein soll. Auf Schalke musste Winter-Transfer Lode auch länger zuschauen, ehe er unter Büskens Stammspieler wurde. Doch dann bremste den Norweger Corona aus, pünktlich vor dem Gipfeltreffen ist der 29-Jährige aber wieder ins Training eingestiegen und könnte Youngster Matriciani zurück auf die Bank verdrängen – sofern die Fitness schon wieder stimmt. Viel Konjunktiv, daher: Punkt für Weiser

Ko Itakura vs. Christian Groß

Das Duell der Allzweckwaffen. Beide Profis können in der Innenverteidigung, aber auch auf der Sechs spielen – und werden für diese Flexibilität von Verantwortlichen und Fans regelmäßig gelobt. Der japanische Nationalspieler Itakura, der von Manchester City ausgeliehen wurde, glänzt zudem mit einer für einen Verteidiger bemerkenswerten Torausbeute von vier Treffern. Da kann Werders momentaner Aushilfs-Abwehrchef nicht ganz mithalten, weil ihm der Schalker auch in Sachen Passquote und Stellungsspiel in nichts nachsteht. Punkt für Itakura

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Victor Palsson vs. Nicolai Rapp

Unter normalen Umständen wäre an dieser Stelle der Name Danny Latza aufgetaucht, doch der Mannschaftsführer der „Knappen“ hat sich jüngst gegen Darmstadt eine schwere Prellung zugezogen und fällt aus. So geht die Binde zum wiederholten Male in dieser Saison an Vize-Kapitän Palsson, der auch auf dem Platz Latzas Rolle übernimmt. Der erfahrene Isländer bietet meist defensiv solide Leistungen, sein Aufbauspiel ist ausbaufähig. Gleiches gilt im Grunde auch für Werders Nicolai Rapp, dem Ilia Gruev im Nacken sitzt und der bislang auch nicht dafür sorgen konnte, dass am Osterdeich das Sechser-Problem als gelöst angesehen wird.  Punkt für Palsson

Rodrigo Zalazar vs. Romano Schmid

Lange Zeit schwankten Zalazars Leistungen bedenklich, richtig schwache Auftritte wechselten sich mit starken ab. Unter Mike Büskens dreht der Ex-Frankfurter nun richtig auf und begeistert reihenweise als Torvorbereiter. Auf sieben Assists bringt er es bislang, traf zudem vier Mal selbst. Romano Schmids Bilanz ist zwar minimal schlechter (drei Tore, sechs Vorlagen), doch seine Bedeutung für das Bremer Spiel ist unbestritten. Es dürfte eine der ganz spannenden Geschichten des Topspiels sein, welcher der beiden 22-Jährigen mehr Impulse setzen kann. Unentschieden

Dominick Drexler vs. Leonardo Bittencourt

Der Ex-Kölner Drexler war im Sommer extra geholt worden, damit er Stürmer Terodde mit Vorlagen füttert. So richtig geklappt hat das lange nicht, zudem war er häufiger verletzt. Mittlerweile läuft der Motor des 31-Jährigen, allein in den vergangenen fünf Partien gelangen ihm zwei Tore und drei Assists. Bittencourts gesamte Saisonquote liegt bei zwei Treffern und zwei Vorlagen – was dafür gesorgt hat, dass er von vielen Fans längst kritisch beäugt wird. Doch Ole Werner vertraut seinem Ersatz-Kapitän auch weiterhin. Womöglich auch in der Hoffnung, dass Bittencourt seine fraglos vorhandenen Qualitäten im Aufstiegsrennen doch noch gewinnbringend auf den Rasen bringt.  Unentschieden

Marius Bülter vs. Marvin Ducksch

Okay, die drei Bülter-Treffer zuletzt gegen Darmstadt waren ganz großes Kino. Die hängende Spitze der Schalker erlebte gegen die Hessen einen echten Sahnetag und bewies, dass bei den „Knappen“ in der Offensive viel mehr steckt als nur Simon Terodde. Wenn es aber darum geht, rund um einen zentralen Angreifer für allerlei Überraschungsmomente und Tore zu sorgen, dann macht in dieser Liga Marvin Ducksch niemand etwas vor – auch wenn dieser gerade ein kleines spielerisches Tief durchschreitet. Trotzdem geht diese Runde ohne Wenn und Aber an Werder.  Punkt für Ducksch

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Simon Terodde vs. Niclas Füllkrug

Für Terodde gilt Ähnliches wie für Marvin Ducksch auf Bremer Seite. Beide sind absolute Unterschiedspieler, die für die 2. Liga eigentlich zu gut sind, im deutschen Oberhaus aber jeweils noch nicht vollends überzeugen konnten. Anders als Ducksch ist Terodde ein klassischer Mittelstürmer, weshalb es an dieser Stelle zum direkten Vergleich mit dem ähnlich ausgerichteten Niclas Füllkrug kommt. Der Schalker begeisterte in dieser Saison bislang mit 24 Treffern in 26 Partien und stellt dank dieser grandiosen Quote die ebenfalls starken 15 Saisontore von Füllkrug noch einmal deutlich in den Schatten. Keine Frage also, dass die „Lebensversicherung“ der Königsblauen auch hier die Nase vorn hat. Punkt für Terodde

Fazit

In der Tabelle haben die Schalker einen leichten Vorteil, im direkten Vergleich begegnen sich aber zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Zumindest in der Theorie. Das Momentum spricht für die Gelsenkirchener, deren Formkurve zuletzt steil nach oben zeigte. Da aber auch der vorherige Saisonverlauf bei der Betrachtung eine Rolle spielt, trennen sich beide Teams mit einem gerechten Remis. Endstand: 5,5:5,5

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