Werder Bremen Im Mittelfeld gibt es eine Menge Varianten

Bremen. Die Zeiten der glorreichen Spielmacher in Werders Mittelfeld gehören der Vergangenheit an. In Werders aktuellen Kader fehlt zwar die individuelle Klasse, aber trotzdem hat Schaaf eine Menge Auswahl an jungen und talentierten Spielern.
28.07.2012, 16:17
Lesedauer: 2 Min
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Von Philipp Nicolay

Bremen. Es deutet vieles in den bisherigen Testspielen daraufhin, dass Thomas Schaaf eine taktische Umstellung im Mittelfeld plant und in der kommenden Saison nicht mehr mit der gewohnten Raute spielen will. Personell hat der Werder-Coach einige Optionen. Eine so zentrale Figur, wie es einst Micoud, Diego, Özil oder Frings in Werders Mittelfeld waren, gibt es aktuell im Kader nicht.

Clemens Fritz bietet sich mit seiner Erfahrung dafür an, eine wichtige Rolle in Werders Mittelfeld zu spielen. In der vergangenen Spielzeit zeigt der Werder-Kapitän als Mittelfeldspieler deutlich bessere Leistungen, als bei seiner Einsetzung auf der Position des rechten Außenverteidigers eingesetzt wurde. Die Stärken von Fritz liegen in der Übersicht und er ist durchaus im Stande mit klugen Pässen seine Mitspieler einzusetzen. Mit Theodor Gebre Selassi wurde ein Neuzugang für den Rechtsverteidiger-Posten an die Weser geholt und somit wäre es nun denkbar, dass Fritz dauerhaft weiter nach vorne aufrückt.

Im defensiven Mittelfeld gibt es mit Aleksandar Ignjovski und Tom Trybull seit dem vergangenen Jahr auch zwei Spieler der ganz jungen Generation. Beide müssen allerdings noch unter Beweis stellen, dass sie das Zeug haben, Stammspieler in der Bundesliga zu werden. Der Serbe Ignjovski zeigte zwar schon vermehrt gute kämpferische Ansätze in seinem Spiel, aber seine spielerische Klasse konnte er bislang noch nicht unter Beweis stellen. Tom Trybull wurde nach der Winterpause überraschend von Schaaf zum festen Bestandteil des Werder-Mittelfeldes gemacht. Sein Spiel ließ erahnen, dass er über großes Talent verfügt, aber die nächste Hürde zum anerkannten Bundesliga-Profi muss er dieses Jahr noch nehmen.

Wann trifft Bargfrede endlich in der Liga?

Philipp Bargfrede geht bereits in seine vierte Bundesliga-Saison als Profi bei Werder Bremen. Er präsentierte sich in den vergangenen Spielzeiten als solider Abräumer im Mittelfeld, der aber des Öfteren auch für den einen oder anderen Aussetzer gut war. Bargfrede genießt großes Vertrauen bei seinem Trainer und Förderer Thomas Schaaf, wenn Bargfrede fit war, dann gehörte er auch meistens zur Anfangsformation des Trainers. In der Vorbereitung hat sich der 23-Jährige nun verletzt und fällt noch zwei Wochen aus. Bargfrede kann im "neuen" Werder Bremen eine der tragenden Stützen werden. Doch dafür muss er sich steigern und viele Kritiker würden verstummen, wenn er endlich sein erstes Bundesligator erzielt.

In der offensiven Zentrale hat Schaaf die Möglichkeit, auf den Österreicher Zlatko Junuzovic zu setzen. Der Österreicher zeigte in seinem ersten Werder-Halbjahr noch nicht die erhoffte Leistung und muss sich steigern, um nicht Dauergast auf der Auswechselbank zu werden. Aaron Hunt machte dagegen einen guten Eindruck in den Vorbereitungsspielen und harmoniert gut mit Neuzugang Eljero Elia. Wenn Hunt dauerhaft körperlich fit ist, hat er das Potenzial den Status des ewigen Talents abzustreifen.

Mehmet Ekici war in seinem ersten Bremer Jahr vom Verletzungspech verfolgt und konnte bislang die hohen Erwartungen der Fans nicht erfüllen. Auch jetzt in der Vorbereitung musste er wieder einige Tage mit dem Training aussetzen. Das Talent bei dem Deutsch-Türken Ekici ist fraglos da und es sei daran erinnert, dass auch ein Mesut Özil einige Zeit brauchte ehe er zum Weltklasse-Spieler reifte.

In Werders Mittelfeld gibt es zwar einige Möglichkeiten. Doch es ist auch nicht auszuschließen, dass Allofs nocheinmal auf dem Transfermarkt tätig wird und eine Verstärkung an die Weser holt. Die Jahre der großen Persönlichkeit im grün-weißen Mittelfeld sind Geschichte. In der Gegenwart hat Werder nicht diese individuelle Klasse eines einzelnen Spielers und deshalb muss die Last auf mehreren Schultern verteilt werden.

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