Staatsanwaltschaft Impfpass-Betrug: Beweise gegen Ex-Werder-Coach Anfang liegen vor

Die Bremer Staatsanwaltschaft hat erste Beweise vorgelegt, dass die Angaben im Impfausweis des ehemaligen Werder-Trainers Markus Anfang nicht stimmen können.
22.11.2021, 17:57
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Bisher gab es nur Mutmaßungen, jetzt hat die Bremer Staatsanwaltschaft erste Beweise im Fall Markus Anfang vorgelegt. So haben die Ermittlungen ergeben, dass die Angaben im Impfpass des ehemaligen Trainers des SV Werder Bremen nicht stimmen. Anfang lässt sich inzwischen von einem Anwalt vertreten – und dieser hat bereits um Akteneinsicht gebeten. Gegen Anfangs Co-Trainer Florian Junge wurde am Montagnachmittag wie erwartet ebenfalls ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Aus organisatorischen Gründen war das am Freitag nicht mehr möglich gewesen. Junge hatte wie auch Anfang am Freitagabend seinen Rücktritt erklärt. Für beide ist das Kapitel Werder nach nur wenigen Monaten beendet, ihre Verträge wurden aufgelöst.

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Juristisch gesehen geht die Geschichte allerdings erst so richtig los. Die Beweise gegen Anfang sind erdrückend. Laut Impfpass sollen beide Impfungen des 47-Jährigen im Impfzentrum Köln durchgeführt worden sein. Doch dort hat Anfang definitiv keinen Piks bekommen. „Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, die für das Impfzentrum Köln zuständig ist, hat uns mitgeteilt, dass keine Daten von Herrn Anfang im EDV-System erfasst worden sind“, teilte Oberstaatsanwalt Frank Passade auf Nachfrage unserer Deichstube mit. Zudem sei die Chargennummer der ersten Impfung nie verimpft worden, und die Nummer der zweiten Impfung passe nicht zu dem in Anfangs Impfpass eingetragenen Datum. Deswegen geht die Staatsanwaltschaft von einer Fälschung des Impfausweises aus.

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Dafür sprechen auch die Datums-Einträge für die Impfungen. Sie sollen im April und im Juli liegen. Dabei hatte Anfang kurz nach seinem Dienstantritt bei Werder Mitte Juni erklärt, er sei noch nicht geimpft. Auch im August galt er immer noch als Ungeimpfter, musste sogar kurzzeitig in Quarantäne, weil ein Spieler positiv getestet worden war. Daran erinnerte sich dann wohl auch ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts, als er im Zuge des jüngsten Corona-Falls bei Werder (Marco Friedl) alle Impfausweise der Grün-Weißen überprüfte. So einen besaß inzwischen auch Anfang, allerdings mit falschen Angaben.

Anfang selbst wurde bislang noch nicht angehört. In der Regel entscheiden Anwälte nach der Akteneinsicht, ob sie ihren Mandaten aussagen lassen. Als Beschuldigter ist Anfang dazu nicht verpflichtet. Ob es zu einer Anklage und dann auch zu einer Hauptverhandlung kommt, ist offen. Bei einem Schuldeingeständnis besteht auch die Möglichkeit der Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage. Ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe und einer Bewährungsstrafe ist ebenfalls möglich. Beides würde Anfang den Gang vor Gericht ersparen.

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