Gegen Schalke müssen drei Punkte her

„Jetzt ist genug geredet"

Werder hat die Länderspielpause genutzt, um sich auf das Spiel gegen Schalke vorzubereiten. Große personelle Veränderungen sind nicht zu erwarten, aber das Ergebnis soll sich endlich zum Positiven verändern.
21.11.2019, 16:28
Lesedauer: 3 Min
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Von Christoph Sonnenberg und Christoph Bähr
„Jetzt ist genug geredet"
nordphoto / Ewert

Haare waren bei Werder in diesen Tagen ein großes Thema. Dienstag tauchte Claudio Pizarro platinblond gefärbt in der Kabine auf. „Wir brauchen jetzt Veränderungen„, sagte er als Erklärung. Dagegen ist nichts einzuwenden. Zuletzt lief es ja nicht so richtig rund, sieben Spiele wartet Werder auf einen Sieg. Also warum nicht mal etwas verändern? Die Geschmacksfrage, so Pizarro, stelle sich durch die krasse Haarfarbe ohnehin nicht: „Meine Frau hat gesagt: Dir steht alles.“

Auch bei Florian Kohfeldt hat sich haartechnisch unter der Woche etwas verändert. Sie sind kürzer, der Scheitel steiler. „Es ist dieselbe Frisur, nur deutlich kürzer. Wie früher im Studium: auf Vorrat schneiden„, sagte Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Donnerstagmittag scherzhaft. Um dann zu erklären, dass er eigentlich noch einen Termin vor Weihnachten haben wollte, da aber aufgrund der Englischen Woche keiner mehr frei war. „Da habe ich gesagt, es muss bis Januar halten.“

Es wird also noch gelacht bei Werder, was beruhigend ist. Und sei es nur über veränderte Haare beziehungsweise neue Frisuren. „Es gab ein paar kleine lockere Späße in der Kabine", teilte der Trainer mit. Die Aufregung nach dem 1:3 bei Borussia Mönchengladbach vor zehn Tagen hat sich mittlerweile gelegt, die Tabelle ist durch die Länderspielpause unverändert geblieben.

Diskussionen in der Länderspielpause

Die habe ihn zunächst verärgert, sagt Kohfeldt: „Ich wollte direkt weiterspielen und zeigen, dass wir punkten." Dann aber hat sich die Pause als Vorteil herausgestellt. Es sind nur wenige Nationalspieler für ihre Länder im Einsatz gewesen, was bedeutet, dass entsprechend viele auf dem Trainingsplatz am Weserstadion stehen konnten. Für die Arbeit in Krisenzeiten ist das von Vorteil. „Wir haben es genutzt, um uns auszutauschen. Um Dinge zu besprechen und zu hinterfragen", sagt Kohfeldt. „Aber auch zu bestärken."

Das ist ein wichtiger Satz, denn Kohfeldt und Frank Baumann wollen die Mannschaft trotz der angespannten sportlichen Situation in der gewählten Spur halten. Frisuren können sich verändern, Werders grundsätzliche Spielidee hingegen nicht. „Durch die Grundleistung der letzten Wochen ist auf gar keinen Fall die Zeit, alles über den Haufen zu werfen und zu sagen, wir müssen uns etwas ganz Neues überlegen„, stellt Kohfeldt klar. „Das ist nicht unser Thema.“

Auf der anderen Seite haben die Leistungen der vergangenen Wochen Werder in der Tabelle Stück für Stück weiter absacken lassen. So gut die Auftritte phasenweise gewesen sein mögen, erfolgreich waren sie nicht. Kohfeldt weiß um diesen Widerspruch, deshalb sagte er ein paar Minuten nach Beginn der Pressekonferenz: „Jetzt ist genug geredet. Samstag. Schalke.„ Die Spieler wüssten, dass sie nun Punkte liefern müssten und keine Erklärungen, weshalb es mal wieder nicht für einen Sieg gereicht hätte. „Diese Stimmung merke ich in den Köpfen der Jungs. Die merke ich auch bei mir. Dementsprechend wäre ich dankbar, wenn wir die Pressekonferenz beenden und uns dem Spiel zuwenden könnten.“

Augustinsson ist ein Startelf-Kandidat

Weil er das natürlich nicht konnte, hat Kohfeldt dann doch noch eine mögliche Veränderung ins Spiel gebracht. Marco Friedl, der zuletzt schwächelte, könnte dem zurückkehrenden Ludwig Augustinsson weichen. „Es ist nicht der übliche Weg, dass er gleich beginnt nach der langen Pause„, sagte Kohfeldt. Seit Ende Juli fehlt hat Augustinsson. Eine Entscheidung habe er noch nicht getroffen, bei der wolle er den Verteidiger mit einbeziehen. „Ludwig ist ein Startelfkandidat. Aber das heißt nicht, dass er auch von Anfang an spielt. Er ist in jedem Fall in meinen Überlegungen.“

Was die Fitness des Musterprofis Augustinsson angeht, macht sich Kohfeldt keine Sorgen. „Er verfügt über ein enorm gutes athletisches Grundkonstrukt. Er wird nach 80 Minuten nicht pumpen." Es gehe eher um das Gefühl für die Räume und das Zusammenspiel mit den Mitspielern.

In den Trainingseinheiten habe Augustinsson während der Länderspielpause einen guten Eindruck hinterlassen. Was der schwedische Nationalspieler kann, weiß Kohfeldt ohnehin sehr genau: „Er ist clever im Eins-gegen-eins und gut im Passspiel. Im Offensivspiel hat er sich sehr verbessert und hat immer Durchbrüche. Und aufgrund seiner Erfahrung ist er jemand, der sich auf dem Platz auch um andere kümmern kann." Ob das schon reicht, um gegen Schalke tatsächlich direkt in die Startelf zu rücken, will der Trainer in den kommenden Tagen entscheiden.

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