Transfer nach Bremen geplatzt

Jordan Morris sagt Nein zu Werder

Eigentlich galt der Transfer von Jordan Morris zu Werder Bremen als sicher - nun ist das Geschäft in letzter Minute doch noch geplatzt. Es hat am Ende doch nicht gepasst.
19.01.2016, 15:15
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Dorow Thorsten Waterkamp

Am Dienstagmorgen hatte Jordan Morris gefehlt beim Werder-Training. Das hätte daran gelegen, erklärte Trainer Viktor Skripnik, dass Morris mit der Heimat telefoniert habe, mit Amerika. Am Nachmittag würde der junge Stürmer wieder mittrainieren mit der Mannschaft.

Hat er aber nicht. Während die Werder-Profis ein zweites Mal in die Kälte hinausgingen, um sich auf den Rückrundenstart am Sonntag beim FC Schalke vorzubereiten, verschickte Werder eine Pressemitteilung. Erster Satz: „Der SV Werder Bremen wird den US-Nationalspieler Jordan Morris nicht verpflichten.“ Letztlich sei es der Wunsch des Spielers gewesen, Nein zu sagen.

Morris, Nationalspieler mit bislang lediglich Liga-Erfahrungen aus der amerikanischen College-Liga, hatte seit der vergangenen Woche probeweise beim Bremer Team mitgemacht. Er hatte dabei weder im Training noch in den Testspielen enttäuscht. „Er ist ein zielstrebiger Junge“, hatte Sportchef Thomas Eichin den Stürmer gelobt, „er erinnert mich ein bisschen an meine Zeit im Eishockey, an die Jungs, die immer Wege nach vorne suchen, um vors Tor zu kommen.“

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Morris würde seine Zukunft derzeit jedoch in Amerika sehen. So wird Thomas Eichin in der Vereinsmeldung vom Dienstag zitiert. „Wir sind in einer Situation, in der wir Spieler brauchen, die sich mit Werder komplett identifizieren und sich voll auf die Aufgabe fokussieren können“, argumentiert der Manager. Darum habe man Abstand genommen von einer Verpflichtung. Man wolle aber weiterhin engen Kontakt halten. Eichin: „Wir erwägen eine spätere Zusammenarbeit.“

Kleinheisler im Wartestand

Es passt nicht. Anders lässt sich die Entscheidung nicht interpretieren. Ob der unerfahrene Angreifer im schwierigen Kampf um den Klassenerhalt sofort eine Hilfe gewesen wäre, wurde sogar von Werders Verantwortlichen bezweifelt. Dass der Bremer Klub Jordan Morris fürstlich entlohnen wird, oder dessen ultimativer Herzensverein ist, darf ebenfalls ausgeschlossen werden.

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Dazu kommt der wirtschaftliche Aspekt eines Transfers. Ganz umsonst hätte Werder den 21-jährigen US-Amerikaner nicht bekommen. Schon im Trainingslager von Belek hatte Thomas Eichin in der vergangenen Woche angedeutet, dass eine Ausbildungsentschädigung fällig sei, falls Werder Jordan Morris unter Vertrag nimmt.

Nach WESER-KURIER-Informationen hätte sie umgerechnet knapp 280.000 Euro betragen, zu zahlen an Morris’ Ausbildungsklubs Eastside FC und Seattle Sounders. Zwar hätte sich diese Summe nach Angaben aus den USA reduzieren und nur der Anteil für den in Michigan beheimateten Eastside FC fällig werden können. Das wären aber trotzdem noch knapp 175.000 Euro gewesen.

Von den beiden Testspielern, die Werder nach Belek eingeladen hat, wird jetzt maximal noch einer verpflichtet. Beim ungarischen Mittelfeldmann Laszlo Kleinheisler geht es vermeintlich nur noch darum, die von Videoton FC angeblich aufgerufene Ablösesumme von 400.000 Euro herunterzuhandeln. Dass Werder Kleinheisler haben will, scheint unstrittig. Der junge Mann hatte im Testspiel gegen Inter Baku einen starken Eindruck hinterlassen können.

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