Werder Bremen Junuzovic ist der neue Hoffnungsträger

Bremen. Am Montagmittag hat Zlatko Junuzovic sein Autogramm unter einen Vertrag gesetzt, der ihn bis 2015 an Werder Bremen bindet. 800.000 Euro soll der Klub für den Mittelfeldmann aus Österreich angeblich überweisen müssen.
31.01.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Junuzovic ist der neue Hoffnungsträger
Von Marc Hagedorn

Bremen. Den Medizin-Check hatte Zlatko Junuzovic am Montagvormittag bestanden. Gegen Mittag setzte der 24-jährige Nationalspieler aus Österreich dann sein Autogramm unter einen Vertrag, der ihn bis 2015 an Werder Bremen bindet. 800.000 Euro soll der Klub für den Mittelfeldmann angeblich an Austria Wien überweisen müssen. Am frühen Nachmittag schließlich stellte Werder den Neuen offiziell vor.

Irgendwann musste das Gespräch ja auf diesen Namen kommen. Was er denn davon halte, von einigen Zeitungen als "Ösi-Özil" bezeichnet zu werden, wollte ein Journalist von Zlatko Junuzovic wissen. Werders neuer Österreicher wusste die nicht ganz ungefährliche Frage geschickt zu umdribbeln. Junuzovic sagte: "Das schmeichelt einem natürlich, aber eigentlich befasse ich mich damit nicht." Wenn Junuzovic die Träume der Bremer hätte beflügeln wollen, dann hätte er nur sagen müssen: Ja, hier bin ich, euer neuer Özil.

Aber so ein Typ ist Werders zweiter Wintereinkauf nach dem Schweizer Innenverteidiger François Affolter nicht. Dabei hätten sie in Bremen bestimmt nichts dagegen, wenn Junuzovic künftig auch nur ansatzweise etwas von den Fähigkeiten eines Mesut Özil ins Werder-Spiel einbringen würde. Denn die Sehnsucht nach einem Spielgestalter ist groß, das zeigte sich auch daran, dass der Name Andreas Herzog gestern während der Vorstellungsrunde im Weserstadion ebenfalls häufiger fiel. Herzog, Junuzovics Landsmann und Vor-Vor-Vor-Vorgänger, war ein Spielmacher ganz nach dem Bremer Geschmack: Einer, der das Spiel aus der Zentrale heraus lenken, leiten und im Idealfall wenden konnte.

Ob Junuzovic das auch kann? Bei Werder hoffen sie das. Sportdirektor Klaus Allofs sagte: "Er hat unsere Phantasie so angeregt, dass wir davon ausgehen, dass er unser Spiel besser machen kann." Cheftrainer Thomas Schaaf präzisierte diese Einschätzung: Junuzovic habe seine "Qualitäten im Kombinationsspiel", er sei "aktiv", "technisch stark", spiele "mit Auge" und hätte auch "Lust, Tore zu schießen". "Er spielt gerne mit dem Ball, ist aber auch bereit, ihn mit den Mitspielern zu teilen."

Die Frage ist noch, auf welcher Position in der Raute Junuzovic dies alles tun darf. Bei Austria Wien hat Junuzovic, Rückennummer 23 in Bremen, meist im linken Mittelfeld gespielt. Auf den Halbpositionen hat Werder mit Marko Marin, Aaron Hunt, Tom Trybull und Florian Trinks allerdings schon eine Menge Kandidaten. Am größten ist der Bremer Bedarf auf der Position des Zehners, zentral hinter den Spitzen, wo Mehmet Ekici die guten Eindrücke aus der Vorbereitung in den ersten beiden Rückrundenspielen nicht bestätigen konnte. Einen Zweikampf Junuzovic-Ekici will Schaaf trotzdem nicht ausrufen. Er sagt: "Wir sind nicht so fixiert auf Positionen. Wer kann mit wem - diese Frage stellt sich für uns nicht."

Junuzovic selbst denkt an taktische Details jetzt noch nicht. Er plant in kleinen Schritten, so wie er es in seiner Karriere immer getan hat, als er von einem kleinen Verein (Austria Kärnten) zu einem großen (Austria Wien) wechselte und sich in Österreichs Hauptstadt zweieinhalb Jahre Zeit zum Reifen gönnte. Nur was am Ende dabei rauskommen soll, das weiß er: "Ich habe schon noch Großes vor."

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