Einige Werder-Leihspieler vor Wechsel

Juventus kauft Touré

Damit hatte kaum einer gerechnet, doch jetzt zahlt sich Werders Weitsicht aus: Juventus kauft den bisher nur ausgeliehenen Bremer Idrissa Touré. Auch andere Personalien werden gerade final geklärt...
06.06.2019, 09:59
Lesedauer: 3 Min
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Von Jean-Julien Beer

Gute Nachricht für Werder: Der italienische Meister Juventus Turin wird den bisher ausgeliehenen Bremer Idrissa Touré kaufen. Das bestätigte Sportchef Frank Baumann am Mittwoch im Gespräch mit Mein Werder. Über die Höhe der Ablöse vereinbarten beide Seiten Stillschweigen – es dürften aber lohnende Zusatzeinnahmen für Werder sein. An der Weser stand der 21 Jahre alte Touré schließlich noch bis 2021 unter Vertrag. Seit vergangenem August spielte er auf Leihbasis in Juves B-Team und konnte in der dritten italienischen Liga mit 34 Einsätzen überzeugen.

Der gebürtige Berliner galt als eine der großen Hoffnungen des deutschen Fußballs. Mit 17 Jahren wechselte er in die Nachwuchsabteilung von RB Leipzig und wurde Kapitän der deutschen U18-Nationalmannschaft. Doch dann kam alles ganz anders für den hochbegabten Jungstar. Der DFB suspendierte ihn im Herbst 2016, nachdem Touré gemeinsam mit einem Mitspieler auf einer Länderspielreise eine Shisha geraucht und damit das Hotelzimmer in Brand gesetzt hatte. Er musste Leipzig verlassen und landete über die Zwischenstation Schalke in Bremen, wo er in der U23 eingesetzt wurde, den Abstieg in die Regionalliga aber nicht verhindern konnte. Werder stattete ihn trotzdem mit einem Profivertrag aus und lieh ihn zu Juventus aus. Ein Deal mit Weitsicht, der sich jetzt finanziell auszahlt.

Auch Bauer soll verkauft werden

Auch ein anderer Bremer Leihspieler steht vor einem Verkauf: Robert Bauer. Der zuletzt an den 1. FC Nürnberg ausgeliehene rechte Verteidiger steht bei Werder nur noch ein Jahr unter Vertrag, sein Berater sucht bereits einen Abnehmer. Anders sieht es bei Niklas Schmidt aus. Der 20-jährige Mittelfeldspieler, in der vergangenen Saison an Wehen-Wiesbaden ausgeliehen, wird seinen Vertrag bei Werder um ein Jahr verlängern und dann für eine Saison an einen deutschen Zweitligisten ausgeliehen; möglich, dass dieser Wechsel schon kommende Woche verkündet werden kann.

Lösungen für Schmid und Zetterer

Auch bei Romano Schmid, den Werder im Januar von RB Salzburg verpflichtet hatte, deutet alles auf eine schnelle Lösung hin: Der 19 Jahre junge Österreicher war in der Rückrunde bereits an den Wolfsberger AC verliehen und qualifizierte sich als Leistungsträger mit dem Klub überraschend für die Europa League. Werder wird ihn deshalb für die neue Saison erneut nach Wolfsberg ausleihen, damit der Mittelfeldspieler dort die nötige Spielpraxis sammeln und auch erste internationale Erfahrungen machen kann.

Eine Einigung steht auch bei Torhüter Michael Zetterer bevor. Nach starken Leistungen in der zweiten österreichischen Liga bei SK Austria Klagenfurt ist klar, dass seine langwierige Handverletzung ihn nicht mehr behindert. Damit der 23-Jährige nun komplett zu alter Klasse finden kann, wird ihn Werder zu einem ausländischen Erstligisten ausleihen. Aus Österreich und aus den Niederlanden haben sich Klubs gemeldet, die Zetterer gerne für eine Saison in ihrem Tor haben würden.

Bleibt Plogmann doch?

Derweil tut sich Werder-Torwart Luca Plogmann bisher schwer, einen ambitionierten Drittligisten zu finden. Werder würde den 19-jährigen Keeper gerne für ein Jahr ausleihen, damit er den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen kann. Plogmann muss sich aber keine Sorgen machen, betont Baumann: „Wenn es nicht möglich ist, einen Verein auf einem guten Niveau zu finden, bei dem er Spielpraxis sammeln kann, dann kann es gut sein, dass Luca Plogmann in der neuen Saison bei uns als Nummer 3 im Tor weitermacht.“

Plogmann ist ein Werder-Urgestein, er spielt seit 2007 im Verein. In der abgelaufenen Saison kam er zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz, als er im September beim 2:1-Sieg in Frankfurt nach 53 Minuten den verletzten Pavlenka ersetze. In der Hinrunde gehörte Plogmann fest zum Spieltagskader der Bremer Profis, weil der griechische Nationalkeeper Stefanos Kapino wegen einer Sehnenverletzung ausfiel. Im Januar meldete sich Kapino zurück, seither war Plogmann die Nummer 3 in Werders Torwart-Hierarchie. In der Regionalliga machte er 13 Spiele.

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