Analyse Wie groß ist der Konkurrenzkampf bei Werder wirklich?

Auf jeder Position soll es einen Konkurrenzkampf geben: Das hat sich Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, gewünscht. Doch wie groß ist der Druck wirklich und welche Spieler werden sich durchsetzen?
18.07.2022, 18:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Marius Winkelmann
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Als Kaderplaner hatten sie in den vergangenen Wochen groß aufgespielt und alle Baustellen geschlossen, also konnten Frank Baumann und Clemens Fritz sich auch mal die Zeit gönnen, selbst zu kicken. Mit der Traditionsmannschaft des SV Werder Bremen gab es für das Duo am Sonntag einen 10:1-Sieg gegen eine Alt-Herren-Auswahl in Fellbach. Es läuft also für die sportliche Führung des SV Werder.

Über die eigene Konkurrenzfähigkeit mochte Fritz nach seinem Debüt bei den Werder-Oldies aber weniger gern reden als über die Situation bei den Profis. „Es war uns wichtig, dass wir auf jeder Position einen echten Konkurrenzkampf haben. Das ist belebend und kann die Leistung jedes einzelnen steigern. Da fühlen wir uns mit diesem Kader sehr gut aufgestellt“, sagte der Leiter Profifußball.

Damit schlug er die Tür zur Gerüchteküche erst mal zu: „Es ist aktuell nicht vorgesehen, dass sich noch etwas ändern soll. Trotzdem bleiben wir darauf vorbereitet, jederzeit reagieren zu können, wenn das notwendig sein sollte.“ Aber wie groß ist der Konkurrenzkampf bei Werder denn nun wirklich? Eine Analyse:

Tor

Klare Verhältnisse: Jiri Pavlenka ist die Nummer eins, für Michael Zetterer bleibt nur die Bank. Vor einem Jahr hatte das noch anders ausgesehen, doch „Zetti“ konnte seine Chance während Pavlenkas Verletzungspause nicht nutzen. Inzwischen macht der 27-Jährige den Eindruck, als habe er sich damit abgefunden. Mal abgesehen von seinen gelegentlichen Wutausbrüchen fällt Zetterer kaum auf. Prognose: Pavlenka

Abwehrzentrum

Das könnte noch spannend werden. Eigentlich war Niklas Stark als Abwehrchef gesetzt, doch der Neuzugang von Hertha BSC kommt nur schwer in die Gänge. Trainer Ole Werner probierte dort zuletzt auch Milos Veljkovic und Amos Pieper aus. Das Duo duelliert sich normalerweise um den Platz als rechter Innenverteidiger. Marco Friedl darf sich dagegen als Linksfuß sicher fühlen, sein Konkurrent Fabio Chiarodia ist aber auch erst 17 Jahre alt und oft noch sehr nervös. Prognose: Veljkovic, Stark und Friedl

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Außenverteidiger

Mitchell Weiser ist doch noch zurückgekehrt und dürfte auf der rechten Seite gesetzt sein. Das macht dafür den Konkurrenzkampf auf der linken Seite noch heißer: Denn dort erhöht nun auch Rechtsfuß Felix Agu gemeinsam mit Neuzugang Lee Buchanan den Druck auf Anthony Jung. Der ist zwar mit seiner Erfahrung leicht im Vorteil, allerdings aktuell auch angeschlagen. Prognose: Weiser und Jung

Sechser

Auch wenn sich viele Fans gerade dort einen Neuzugang wünschen, Werder setzt auf bewährtes Personal: Christian Groß (33) und Ilia Gruev (22). Ein ganz interessantes Duell – alt gegen jung. Groß agiert dabei stabiler, Gruev dafür mutiger. Als Aufsteiger ist meistens erst mal die Defensive wichtiger als die Offensive. Prognose: Groß

Achter

Wenn Werder in diesen Zeiten vier Millionen Euro für einen Spieler an Ablöse bezahlt, dann muss der auch spielen: Jens Stage vom FC Kopenhagen ist unantastbar. Für Leonardo Bittencourt galt das lange Zeit auch, aber sein Bonus ist inzwischen aufgebraucht. Niklas Schmidt und Romano Schmid müssen ihre Chance allerdings auch nutzen und konstant abliefern. Dahinter lauern noch Nicolai Rapp und Nick Woltemade. Während Rapp als Allzweckwaffe auf Einwechslungen hoffen darf, ist Woltemade ziemlich außen vor. Prognose: Stage und Bittencourt

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Sturm

Die „hässlichen Vögel“ haben sich in den Testspielen zwar noch nicht richtig hübsch gemacht für die 1. Liga, trotzdem stehen Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch überhaupt nicht zur Diskussion. Gerade für Ducksch ist das wichtig, weil er dieses Vertrauen braucht. Noch muss er sich vor Oliver Burke (hat immerhin seine Szenen) und Eren Dinkci (schon wieder angeschlagen) nicht fürchten – im Sturm gibt es keinen echten Konkurrenzkampf. Wenngleich: Benjamin Goller, der eigentlich verkauft werden sollte, ist ein frecher Herausforderer mit viel Tempo und Spielwitz. Auch Woltemade wird vom Club im Sturm aufgeführt, spielte dort zuletzt aber – genauso wie als Achter – keine große RollePrognose: Füllkrug und Ducksch

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