Notenbester gegen Leverkusen

Kainz im Leistungsnachweis

Florian Kainz stand gegen Bayer Leverkusen überraschend in der Startelf. Der Österreicher rechtfertigte das Vertrauen mit einer starken Leistung. Am Ende fehlte allein der Ertrag.
07.02.2018, 14:54
Lesedauer: 2 Min
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Von Cedric Voigt

Noch hat Florian Kainz seine Rolle bei Werder nicht ganz gefunden. Der 25-Jährige, vor anderthalb Jahren von Rapid Wien nach Bremen gekommen, spielte seitdem bereits als zweiter Stürmer, vorstoßender Achter oder Außenverteidiger in der Fünferkette.

Aber: Kainz spielte. Die Partie am Wochenende gegen Schalke war die erste in dieser Saison, in der der Dribbler überhaupt keine Einsatzminuten erhielt. Gegen Leverkusen ging es für Kainz dann direkt zurück in die Startelf – auf der linken Außenbahn in einem Vierer-Mittelfeld. Auf dieser Position fühlte sich Kainz in der Vergangenheit am wohlsten.

Im Pokalfight, den Kainz bis zum Ende der regulären Spielzeit mitgestalten durfte, lief bei Werder eine Menge über eben diese linke Seite. Kainz präsentierte sich gewohnt ballsicher. Nicht jede Aktion war letztlich von Erfolg gekrönt, aber schon in der Anfangsphase, als Kainz um einen Leverkusener Konter zu unterbinden artistisch zum Fallrückzieher ansetzte, war klar: Da spielt heute jemand auf dem linken Flügel, der unter Hochspannung steht und keinen Ball verloren geben möchte. Auch ARD-Experte und Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger honorierte die Leistung des Österreichers in der Halbzeitpause mit einem Sonderlob.

Starke 88,5% angekommener Pässe sprechen eine klare Sprache: Kainz fand oft auch unter Druck gute Lösungen, gerade im Zusammenspiel mit Außenverteidiger Ludwig Augustinsson und Max Kruse, der gerne im linken Halbraum unterwegs war. Auch in der Defensive machte Kainz weite Wege und trug so zu einer über weite Strecken überzeugenden Bremer Leistung bei.

Letzten Endes gehört aber auch Kainz zu den Geschlagenen. Dabei hatte Kainz selbst in der 39. Minute das vorentscheidende 3:1 bereits auf dem Fuß: Eine Großtat von Bernd Leno verhinderte, dass Kainz‘ Volley aus etwa 25 Metern im Winkel des Leverkusener Kastens einschlug. Kurz zuvor hatte Werders Linksaußen mit einem weiteren beherzten Distanzschuss bereits einen Eckball herausgeholt.

Was Florian Kainz‘ Spiel weiterhin fehlt, sind die Tore und Vorlagen. Vielleicht muss der Österreicher dafür noch häufiger im Strafraum auftauchen, vielleicht seine Präzision aus dem Kombinationsspiel auch auf seine Steilpässe übertragen und ein wenig direkter spielen. Allerdings zeigte das Pokalspiel: Florian Kohfeldt besitzt für den Flügel durchaus Optionen – auch dann, wenn Winterzugang Milot Rashica noch einige Wochen der Eingewöhnung zugestanden bekommt, um sich auf das Tempo von Teams wie Schalke oder Leverkusen einzustellen.

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