Werder Bremen gegen Mönchengladbach Kaltes Tänzchen mit dem Vorbild

Thomas Eichin musste in den vergangenen Tagen viel Aufklärungsarbeit leisten. Nicht nur bei den Journalisten - denn seine Mutter ist großer Di-Santo-Fan.
15.05.2015, 16:00
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Kaltes Tänzchen mit dem Vorbild
Von Timo Sczuplinski

Thomas Eichin musste in den vergangenen Tagen viel Aufklärungsarbeit leisten. Nicht nur bei den Journalisten. "Meine Mutter ist ein riesiger Di-Santo-Fan", erzählte Werders Geschäftsführer.

Und als am Mittwoch die Meldung der "Welt" vom angeblich fixen Transfer des Bremer Stürmers zu Borussia Mönchengladbach die Runde machte, da habe seine Mutter gleich bei ihm angerufen. Was er sich denn bitte dabei gedacht habe, ihren Lieblingsspieler zu verkaufen, habe sie von ihm wissen wollen. Es brauchte schon zwei Anläufe, bis Thomas Eichin ihr glaubhaft versichern konnte, dass Di Santo nicht bei einem anderen Klub unterschrieben hat.

Auf diese lästige Debatte um Di Santos Zukunft hätten sie bei Werder wohl liebend gerne verzichtet in dieser Woche. Denn die Bremer haben ja schon genug damit zu tun, darüber nachzudenken, wie sie ihren nächsten Gegner – eben jene Gladbacher – nur bezwingen sollen. "Das ist derzeit die beste Mannschaft in Deutschland", findet Trainer Viktor Skripnik. "Ein Vorbild" nennt Thomas Eichin den Klub, der in Bremen endgültig die Qualifikation für die Champions League festzurren will. "Sicherlich kann Werder auch so einen Weg gehen, wenn wir daran glauben", sagt Eichin.

Zwar läuft es bei den Bremern nach der Krise aus der Hinrunde mittlerweile auch alles andere als schlecht. So weit wie die Gladbacher sind die Werderaner in ihrer Entwicklung aber trotzdem noch lange nicht. Dennoch hat sich Skripnik, wie er am Freitag versicherte, natürlich schon einen Plan zurechtgelegt, wie es mit einem Sieg am Sonnabend trotzdem funktionieren könnte. Aber: "Auf dem Flipchart kannst du jeden Gegner schlagen", sagt Skripnik. Schwieriger würde es da schon auf dem Feld werden.

"Keiner kann sie aufhalten"

Was Skripnik besonders an der Borussia – in der Liga seit zwölf Spielen ungeschlagen – imponiert, ist das Unkontrollierbare. "Jeder weiß eigentlich, wie sie spielen, aber keiner kann sie aufhalten", sagt Werders Trainer. Das präzise Passspiel. Die Laufwege ohne Ball, das alles sei großartig. Und konkret ist es in dieser Rückrunde tatsächlich auch nur einer Mannschaft, dem FC Schalke, gelungen, sie zu besiegen. Sogar Bayern München (0:2), der VfL Wolfsburg (0:1) und jüngst Bayer Leverkusen (0:3) haben es nicht hinbekommen, überhaupt mal ein Tor gegen die Elf von Lucien Favre zu erzielen.

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Was sollen die Bremer also nur dagegenhalten? Vielleicht ja eben ihren Torjäger Franco Di Santo, von dem Thomas Eichin glaubt, dass er sich vom Wechsel-Trara der vergangenen Tage kein bisschen beeinflussen lasse. Nachdem der Argentinier für Werder seit sieben Spielen nicht mehr aus dem Spiel heraus getroffen hat, könnte es ja ein besonderer Anreiz für ihn sein, sich im letzten Heimspiel der Saison noch einmal als Torschütze von den Fans feiern zu lassen. Etwas, das gewiss nicht nur Eichins Mama freuen würde.

28 Jahre ohne Sieg in Bremen

Was derzeit aber wohl noch am allermeisten für Werder sprechen könnte, ist die Statistik. Seit 28 Jahren ist es den Gladbachern nun schon nicht mehr gelungen, in Bremen zu gewinnen. Auch wenn das dem aktuellen Borussen-Team herzlich egal sein dürfte. Als wirklich größten Vorteil sieht Skripnik daher die Tatsache, dass Werder mittlerweile ohne ernstere Sorgen aufspielen kann. "Nach der deutlichen Niederlage im Hinspiel haben alle gedacht: Das wird für uns noch ein heißer Tanz bis zum Schluss", sagt Skripnik. Nach dem frühzeitigen Klassenerhalt geht es für Werder aber eben längst "nicht mehr ums Überleben, kein Krimi mehr", sagt er. Sein Team habe nun nicht mehr den Druck, nur auf Ergebnis spielen zu müssen. Deshalb erwartet Skripnik eher eine offen geführte Partie. "Ich wünsche mir, dass meine Elf dann am Ende etwas mehr Glück hat."

Immerhin gehe es für Werder ja auch noch um den Platz im Europacup. Und selbst, wenn es mit einem Überraschungssieg nun nichts werden sollte, hält Skripnik dann noch ein Endspiel um Europa eine Woche drauf in Dortmund für möglich. Er sagte, er könne sich nämlich durchaus vorstellen, dass auch Werders Hauptkonkurrent um Europa, der BVB, am Sonnabend beim VfL Wolfsburg Punkte liegen lassen werde.

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