Winterpause Werder verzichtet auf große Winter-Reise

Wenn im Winter die Fußball-WM in Katar ausgetragen wird, legt die Bundesliga eine längere Pause ein. Gute Gelegenheit für die Clubs, neue Märkte in anderen Ländern zu erschließen. Das plant Werder Bremen.
11.08.2022, 15:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Maik Hanke

Die Koffer waren zwar noch nicht gepackt, über eine große Reise nachgedacht hat der SV Werder Bremen aber längst. Im Winter, wenn der Bundesliga-Spielbetrieb wegen der Weltmeisterschaft in Katar eine längere Pause einlegt, wäre Zeit. Doch statt neue Märkte in Südostasien oder Nordamerika zu erschließen, bleiben die Grün-Weißen wohl doch in der Heimat.

„Wir haben uns mit verschiedenen Optionen, darunter Vietnam, beschäftigt“, sagte Sportchef Frank Baumann. „Ich gehe aber eher davon aus, dass wir hier bleiben und in Deutschland einige Spiele bestreiten werden, ehe die Spieler in den Urlaub gehen.“ Konkret pausiert die Bundesliga vom 13. November bis 20. Januar, für die Reise wären einem Bericht der "Bild" zufolge die ersten ein bis anderthalb Wochen nach Beginn der Pause infrage gekommen.

Doch bisher sieht es nicht danach aus, dass die Rahmenbedingungen der Fernreise stimmen. „Das Gesamtpaket muss passen, das ist derzeit nicht der Fall“, so Baumann. „Weil der Spielbetrieb dort noch läuft, ist es schwierig, passende Gegner zu finden und TV-Präsenz zu erzielen.“ Ähnlich sieht es in Nordamerika aus, dort war Kanada im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, soll aber laut Baumann bis Anfang September fallen.

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Bei so einer Fernreise, zu der auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) motiviert, geht es in erster Linie um wirtschaftliche Interessen. Im Video-Format „Butter bei die Fische“ hatte Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry erst kürzlich über die Zielmärkte Vietnam und Kanada gesprochen: „Beides sind Märkte, die wichtig sind für die Deutsche Fußball-Liga, für die Internationalisierung.“ Gerade Küstenstaat Vietnam mit fast 100 Millionen Einwohnern habe „ein unheimliches Wirtschaftspotenzial“. Durch sein Engagement will Werder seine Bekanntheit im Ausland steigern. Im besten Fall bringt das neue Sponsoren. Die DFL zahlt reisenden Vereinen außerdem nicht unerhebliche Summen – schließlich soll die Bundesliga in Zukunft noch besser vermarktet werden. Vietnam und Kanada sind dabei gerade Länder, die noch nicht so stark angesteuert werden wie etwa die USA oder China. „Wir wollten nicht in die Regionen, die von den großen Clubs der Topligen schon überschwemmt werden“, hatte Filbry unserer Deichstube bereits 2020 gesagt.

Das Thema gibt es schon länger. Mehrfach war Werder in den vergangenen Jahren bereits weit gereist. 2014 ging es nach China, Anfang 2019 wurde das Winter-Trainingslager in Südafrika abgehalten. In Vietnam engagiert sich Werder bereits seit einigen Jahren sozial, hat über seine CRS-Abteilung „schon einige Aktivitäten gestartet“, sagt Filbry. „Insofern ist Vietnam natürlich ein spannendes Land – sowohl für uns als auch für die Liga.“ Das Thema wird also im Blickfeld bleiben. Und wenn nicht im Winter, dann könnten die Koffer zu einem anderen Zeitpunkt gepackt werden.

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