Leihspieler ohne Rückhol-Klausel

Kein Zugriff auf Schmid und Schmidt

Romano Schmid und Niklas Schmidt gehören Werder, sind aber verliehen. Beide Kreativ-Spieler haben, was Werder im Abstiegskampf helfen könnte. Eine Klausel zur vorzeitigen Rückkehr nach Bremen haben sie nicht.
15.01.2020, 10:25
Lesedauer: 3 Min
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Von Christoph Sonnenberg und Christoph Bähr
Kein Zugriff auf Schmid und Schmidt

Leistungsträger in Osnabrück: Niklas Schmidt.

Nordphoto

Es ist nicht so, dass Romano Schmids Leistungen beim Wolfsberger AC verborgen bleiben. Vergangenen Sonnabend testete der österreichische Erstligist gegen den Zweitligisten Austria Klagenfurt, am Ende stand es 5:1 für Wolfsberg. Schmid, dessen Leihvertrag beim WAC bis zum 30. Juni läuft, bereitete zwei Treffer vor. Er soll einen guten Auftritt hingelegt haben, zumindest berichten das österreichische Medien.

Auch bei Werder werden sie das Spiel und die jüngste Leistung Schmids mitbekommen haben. Vor einem Jahr haben die Bremer den mittlerweile 19-Jährigen von RB Salzburg gekauft, um ihn Anfang Februar direkt nach Wolfsberg zu verleihen. Zunächst für die Rückrunde, im Sommer dann für eine ganze weitere Saison. „Für Romanos Entwicklung ist Spielpraxis auf hohem Niveau sehr wichtig„, erklärte Frank Baumann die Entscheidung. „Der WAC wird dank einer starken Spielzeit in der kommenden Saison in der Europa League spielen. Für Romano bietet das die Chance, in einem sehr jungen Alter wertvolle internationale Erfahrung zu sammeln.“

Alkmaar beobachtet Schmid

Das hat Schmid mittlerweile, und einige seiner Auftritte waren bemerkenswert. Beim 4:0 bei Borussia Mönchengladbach in der Gruppenphase der Europa League hat Schmid erst Gladbachs Neuhaus getunnelt und im Anschluss das 1:0 vorbereitet. Eine Szene, die für Aufsehen sorgte. Aber da ist noch mehr. In der Bundesliga hat Schmid 17 von 18 Partien absolviert, ein Tor gemacht und sechs vorbereitet. In der Europa League waren es zwei aufgelegte Treffer, in allen sechs Gruppenspielen stand er in der Startelf.

Nicht nur, aber sicher auch diesen nackten Zahlen ist es geschuldet, dass beim besagten Testspiel der Wolfsberger gegen Klagenfurt Scouts des niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar und von Sporting Kansas City, Klub aus der amerikanischen Profi-Liga MLS, zugegen waren. Um Schmid zu beobachten, wie die „Kronen Zeitung" berichtet.

Baumann erklärt Strategie

Auf der Suche nach Verstärkung sind auch die Bremer. Kevin Vogt, gerade bis Saisonende von der TSG Hoffenheim ausgeliehen, soll nicht der einzige Zugang des Winters bleiben. Zumal er mit einer Leihgebühr von etwa einer Million Euro eher günstig war. Schmid spielt in dieser Planung aber keine Rolle, wie Baumann auf Nachfrage sagt. Obwohl er Werder gehört mit einem Vertrag bis 2023. „Unsere Strategie mit unseren Leihspielern ist auf die Entwicklung der Spieler bei den jeweiligen Vereinen ausgerichtet„, sagt der Sportchef. „Die Spieler sollen über die Dauer der Ausleihe die Möglichkeit bekommen, sich in einem anderen Klub zu beweisen und fußballerisch den nächsten Schritt zu machen.“

Ein anderer, ebenfalls in diese Kategorie gehörender Jung-Profi ist Niklas Schmidt, bis 2021 an den VfL Osnabrück ausgeliehen. Auch der 21-Jährige ist ein Kreativ-Spieler, bei Werder wurde er hinter vorgehaltener Hand schon mal mit Max Kruse verglichen. Schmidt, Vertrag bei Werder bis 2022, hat sich beim Zweitligisten einen Stammplatz erspielt. Drei Tore und ein Assist in elf Spielen sind seine Bilanz. Und er hat – was sicher jedem Werder-Fan gefallen hat – beim 2:1 des VfL gegen den HSV Ende November den Treffer zum 1:0 erzielt.

Beide haben, was Werder braucht

Heilsbringer im Abstiegskampf wären weder Schmid noch Schmidt. Und doch haben sie, was Werder in der aktuellen Situation helfen könnte. Beide sind technisch beschlagene Spieler, kreativ, mit einem Blick für den letzten Pass. Sie sind selbstbewusst, weil in ihren Klubs Stammspieler und Leistungsträger. Und sie sind fit, eben weil sie stetig zum Einsatz kommen.

Eine Rolle spielen beide in Werders Überlegungen nicht. „Unser Plan mit den Spielern sieht nicht vor, dass wir Ausleihen frühzeitig beenden“, sagt Baumann auf Nachfrage. Aber selbst wenn Werder wollte, der Klub verfügt nicht über die Option, sie vorzeitig zurückzuholen. Während es bei englischen Klubs üblich ist, sich per Klausel zur Sommer- und Winterpause Zugriff auf verliehene Spieler zu sichern, hat Werder diese Möglichkeit nach Informationen des WESER-KURIER nicht. Schmid und Schmidt können frühestens kommende Saison helfen.

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