Werder Bremen Klare Niederlage mit bitterem Beigeschmack

Bremen. Werder Bremen verliert deutlich mit 1:4 das Topspiel in der Münchener Allianz-Arena und es hat sich gezeigt, dass Werder noch kein Spitzenteam ist. Zu allem Überfluss sieht Aaron in der Schlussphase auch noch die Rote Karte.
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Von Philipp Nicolay

Bremen. Werder Bremen ist nach der 1:4-Niederlage in München wieder weit entfernt von Meisterschaftsträumen. Die Bilanz gegen das Spitzentrio der Bundesliga Bayern, Dortmund und Gladbach in der Hinrunde: Null Punkte und 1:11 Tore. Insbesondere die letzten beiden Auswärtspartien gegen Spitzenteams haben gezeigt, dass die Grün-Weißen noch weit von der Form frühere Spielzeiten weg sind.

"Wir haben keine Mannschaft, die um die Meisterschaft spielt. Da hat man heute den Unterschied gesehen", erkannte Klaus Allofs nach dem Schlusspfiff in München. Die 1:4-Niederlage hatte auch den bitteren Beigeschmack des brutalen Frustfouls von Aaron Hunt, der in der 81. Spielminute Kroos von den Beinen holte und dafür mit Rot vom Platz geschickt wurde. "Frust ist da die einzige Erklärung", sagte Werder-Chef Allofs. Aaron Hunt gehörte in dieser Spielzeit bisher zu den besten Spielern und wird Werder nun einige Wochen fehlen.

Die Bayern mussten am Sonnabend nicht einmal eine überragende Leistung zeigen, um die Bremer zu besiegen. "Wir waren überhaupt nicht im Spiel, wir waren ein dankbarer Gegner und haben die Bayern nie gefordert, nie in Not gebracht", sagte Thomas Schaaf. Einige Spieler fanden, dass das Ergebnis mit 4:1 viel zu hoch ausgefallen sei. "Das Ergebnis sagt etwas anderes aus, als es im Endeffekt war. Wir haben ein engagiertes Spiel gezeigt, hätten aber mehr investieren müssen", sagte Abwehrspieler Andreas Wolf.

Der beste Bremer Feldspieler war auch in München wieder der Brasilianer Naldo. "Ich glaube nicht, dass wir über zu wenig Qualität verfügen. Sonst würden wir um den Abstieg spielen", äußerte sich der Brasilianer nach der bitteren Niederlage. Naldo ärgerte neben der klaren Niederlage auch der unnötige Platzverweis seines Mitspielers Hunt. "Es ist sehr ärgerlich, weil Aaron bisher eine sehr gute Saison gespielt hat", klagte Naldo.

Der eindeutige Platzverweis war nicht diskussionswürdig. Die Elfmeterentscheidungen ärgerten Klaus Allofs jedoch, obwohl er den Schiedsrichter nicht für die Niederlage verantwortlich machen wollte. "Wir hätten diese Elfmeter nicht bekommen. Die zwei Elfmeter kriegt man auch nur als Bayern München in einem Heimspiel", bemängelte Allofs.

Den Ellenbogenschlag von Claudio Pizarro gegen Badstuber in der ersten Spielhälfte wollte Allofs nicht überbewerten. "Vorher gab es ein ganz klares Halten und Klammern, sodass sich Claudio eben aus dieser Umklammerung löste. So etwas passiert ständig", meinte Allofs. Eine nachträgliche Sperre muss der Peruaner nicht befürchten. Der Schiedsrichter erklärte nach dem Spiel, er habe die Szene gesehen und nicht als Foul bewertet. Somit kann Pizarro nicht nachträglich gesperrt werden, da es eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters Meyer war.

Unterm Strich steht nach diesem Spieltag eine erneute Niederlage gegen ein Spitzenteam der Bundesliga. Wenn Werder Bremen in der nächsten Spielzeit wieder international spielen will, müssen sich die Bremer steigern und dürfen nicht mehr so unnötige und dumme Platzverweise wie den von Aaron Hunt kassieren. (mit Material von dpa, SID)

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