Zurückgeblättert: 21. Februar 2004

„Klasnic bleibt an der Weser“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
19.02.2019, 11:25
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Von mw
„Klasnic bleibt an der Weser“
Archiv WESER-KURIER

Am 21. Februar 2004 schrieb der WESER-KURIER:

Er hatte sich geziert, wohl auch ein bisschen gezockt, vor allem aber gezögert, doch seit gestern herrscht endlich Klarheit: Ivan Klasnic wird das Angebot von Werder Bremen annehmen und seinen Vertrag bis 30.6.2007 verlängern. Eine Nachricht, die für einige Zufriedenheit vor dem heutigen Auswärtsspiel bei Schalke 04 (15.30 Uhr) gesorgt haben dürfte, Klaus Allofs jedenfalls sprach von einem „wichtigen Signal". Besonders Werders Sportdirektor dürfte sich in den vergangenen Wochen gelegentlich im falschen Film gewähnt haben: Die sportliche Perspektive des Vereins ist über jeden Zweifel erhaben, Werder führt die Liga mit neun Punkten Vorsprung an und hat zudem das Pokalhalbfinale erreicht.

Doch dann verweigerte nach den Bald-Schalkern Ailton und Mladen Krstajic auch Krisztian Lisztes die weitere Zusammenarbeit, und wie der Poker im Falle von Klasnic ausgehen würde, schien nach diversen Verhandlungsrunden zumindest ungewiss. Jetzt wird die Einigung mit dem umworbenen Stürmer, von der sportlichen Führung gewiss wie ein kleiner Befreiungsschlag empfunden. „Es ist gut zu wissen, dass für Ivan die hervorragenden sportlichen Perspektiven eine entscheidende Rolle spielen", sagt Allofs. Rund 1,3 Millionen Euro soll Werder sich die Vertragsverlängerung mit Klasnic pro Jahr kosten lassen. Gut möglich, dass der 24-Jährige, 2001 von St. Pauli an die Weser gewechselt, bei den anderen Interessenten mehr hätte verdienen können.

Schließlich läuft der Vertrag mit Werder im Sommer aus, Klasnic wäre ablösefrei und dieser Umstand hat bereits Ailton und Krstajic zu einem fürstlichen Gehalt beim neuen Arbeitgeber verholfen. Doch weder Leverkusen, noch Schalke 04 oder der HSV (dort sagte Klasnic erst am Donnerstagabend ab) können eine ähnliche Bilanz wie die Grün-Weißen aufweisen. „Bei Werder Bremen stimmte beides: Angebot und sportliche Perspektive„, erklärt Klasnic und folgert: „Hier kann ich noch sehr viel erreichen.“ Fürs erste würde ein Erfolg auf Schalke reichen. Nachdem beim gestrigen Abschlusstraining bis auf Ludovic Magnin alle Spieler zur Verfügung standen, bahnt sich eine Rückrunden-Premiere an: Bei Schalke 04 könnte Werder zum ersten Mal in diesem Jahr mit der erfolgreichen Stammelf aus der Hinrunde in der Bundesliga antreten.

Immerhin: Das zweite gute Zeichen vor dem Auftritt im Westen. Werders Torschützenkönig Ailton versicherte: „Ich habe noch kein Interesse an Schalke. Ich will mit Werder die Meisterschaft erringen. Wenn ich ein Tor schießen kann, zögere ich keine Sekunde.„ Sein Kollege Krstajic: „Wir werden ihnen zeigen, dass sie gut eingekauft haben.“

Das hochauflösende PDF der Original-Zeitungsseite gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).

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