Erster "Ehrenpräsident" von Werder Klaus-Dieter Fischers emotionaler Abschied

Ein letztes Mal hat Klaus-Dieter Fischer eine Werder-Mitgliederversammlung als Präsident eröffnet. Er wurde aus dem Amt verabschiedet - und später zum ersten "Ehrenpräsidenten" der Vereins-Geschichte gewählt.
24.11.2014, 22:00
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Klaus-Dieter Fischers emotionaler Abschied
Von Marc Hagedorn

Es war 18.58 Uhr, da trat Klaus-Dieter Fischer ans Rednerpult und ermahnte die Mitglieder, zügig Platz zu nehmen. „Wir wollen pünktlich anfangen, noch zwei Minuten bis Buffalo“, sagte Fischer. Es dauerte dann noch bis 19.05 Uhr, ehe Fischer an seinem Abschiedsabend zum letzten Mal als Werder-Präsident eine Mitgliederversammlung eröffnen konnte.

Ein Mal noch war Fischer gefordert. Und zwar als Werder-Präsident, der Mut macht, aber auch Klartext redet. Natürlich, an der 0:2-Niederlage aus dem Nord-Derby beim HSV kam Fischer nicht vorbei. Er deutete die Pleite aber einfach in einen Beweis der Stärke um, als er sagte: „Gerade wenn es so aussieht, als sei Werder am Arsch der Welt, dann halten wir zusammen.“

Dies ist die Rolle, die Fischer liegt: Als Oberhaupt der Werder-Familie hatte er Gefallen daran, Cheftrainer Viktor Skripnik sowie die Profis Ludovic Obraniak, Luca Caldirola, Alejandro Galvez und die Südamerikaner Santiago Garcia und Franco Di Santo in ihrer Heimatsprache zu begrüßen – auf russisch, französisch, italienisch und spanisch also. Fischer mag die große Geste. Einmal gönnte er sich einen Anflug von Sentimentalität: „Mein Mund ist trocken, meine Stimme nicht so fest wie sonst, meine Knie zittern.“

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Aber bei Werder ist längst nicht alles rosarot. Hinter dem Klub liegt einer der in Bremen so seltenen Trainerwechsel. In der Tabelle steht nur noch eine Mannschaft hinter Werder, und in der Führungsetage hatte es zuletzt Uneinigkeit über den künftigen Werder-Weg gegeben. Im Zuge dieser Unruhen hatte Marco Bode den umstrittenen Willi Lemke als Aufsichtsratsboss abgelöst.

Im Vorfeld der Versammlung waren offenbar junge Vereinsmitglieder aufgefordert worden, mit Plakaten gegen Willi Lemke zu protestieren. „Dafür“, sagte Fischer, „gibt es Beweise.“ Es passierte aber nichts dergleichen, so dass die Versammlung ungestört ihrem Auftrag nachkommen konnte und das neue Präsidium mit Dr. Hubertus Hess-Grunewald (Präsident), Jens Höfer (Vize-Präsident) und Axel Plaat (Schatzmeister) wählte. Der Rest war Applaus für den neuen Ehrenpräsidenten Klaus-Dieter Fischer.

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