Abstiegskampf

Kohfeldt verspricht Werder: „Wir bleiben in der Klasse“

Ein neuer Negativrekord in der Vereinsgeschichte, wütende Fans und die Angst vor dem Abstieg: Für Werder sieht es derzeit gar nicht gut aus. Aber Trainer Kohfeldt macht Hoffnung.
23.04.2021, 22:00
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Von Björn Knips
Kohfeldt verspricht Werder: „Wir bleiben in der Klasse“

Florian Kohfeldt beim Interview nach dem Spiel gegen Mainz.

Andreas Gumz

Nach sechs Bundesliga-Pleiten in Folge – einem Negativrekord in der Vereinsgeschichte – ist der SV Werder schwer angeschlagen. Der Absturz auf die Abstiegsränge droht, doch der in die Kritik geratene Trainer Florian Kohfeldt gibt sich vor dem schweren Auswärtsspiel am Samstag beim Tabellenachten 1. FC Union Berlin kämpferisch und erneuert ein Versprechen: „Wir standen nur am ersten Spieltag auf einem Abstiegsplatz. Das soll und wird auch so bleiben. Wir werden kämpfen – und wir werden diesen Kampf am Ende auch gewinnen und in der Klasse bleiben!“

Dafür führt Kohfeldt viele Einzelgespräche mit den Spielern, es gibt Video-Analysen, aber keinen Hokuspokus. Mannschaftsabende oder teambildende Maßnahmen sind in der Corona-Pandemie ohnehin tabu. Also müssen vor allem Worte helfen. „Wir glauben an uns und an das, was wir können“, betont der Coach. Es sei egal, wie der nächste Gegner heiße oder wo dieser in der Tabelle stehe: „Wir müssen punkten, da gibt es kein Vertun.“ Die Kritik an seiner Arbeit lasse ihn zwar nicht kalt, „weil Werder für mich mehr als ein Job ist, aber ich versuche, mich davon zu befreien“. Denn es gehe nur um Werder Bremen und den Klassenerhalt.

Wegen der strengen Hygienevorschriften der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat der 38-Jährige kaum Kontakt zur Außenwelt, pendelt eigentlich nur zwischen seinem Haus und dem Weserstadion hin und her. Trotzdem ist ihm nicht verborgen geblieben, dass sich die Stimmung durch die Niederlagenserie verändert hat. „Natürlich sind Sorgen da. Das merkt man, und es ist vollkommen normal“, so Kohfeldt, „aber das ist auch ein gutes Zeichen, weil Werder Bremen nach wie vor unglaublich groß und in dieser Stadt so tief verwurzelt ist, dass es fast viel schlimmer wäre, wenn es nicht so wäre.“ Doch bei allem Verständnis wird Kohfeldt nicht müde, Realismus einzufordern: „Auch wenn das in Bremen keiner so gerne hört: Wir sind nicht ganz weit weg von dem, was realistisch ist. Und realistisch ist, mit dieser Mannschaft in der Liga zu bleiben.“

Das geht allerdings nur, wenn endlich mal wieder gepunktet wird. Die bislang gesammelten 30 Zähler werden gewiss nicht ausreichen. Dass in Ömer Toprak und Milos Veljkovic zwei wichtige Abwehrspieler ausfallen, macht die Sache nicht leichter. Doch Kohfeldt will keine Ausreden suchen, sondern betont, dass er eine gute Abwehr aufbieten werde. Vertrauen schaffen, lautet seine Devise. Und er sieht dabei ganz anders aus als vor einem Jahr.

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Da wirkte der Trainer doch arg mitgenommen vom Abstiegskampf. Möglicherweise hilft ihm nun diese Erfahrung, um mit der Situation besser klarzukommen. Er selbst lehnt einen Vergleich ab. Die Ausgangslage jetzt sei eine andere. „Im vergangenen Jahr standen wir eine sehr lange Zeit auf den Abstiegsplätzen und mussten einem Rückstand hinterherlaufen.“ Nun ist Werder der Gejagte und muss beweisen, auch diese Rolle in einem Abstiegskampf erfolgreich bewältigen zu können. Berlin ist dabei zwar keine einfache Aufgabe, aber eben auch keine unlösbare der Kategorie FC Bayern oder RB Leipzig. Und wenn Kohfeldt mit seinem Versprechen nicht weiter ins Schleudern kommen will, sollte Werder an der Alten Försterei nicht leer ausgehen.

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