Kommentar zu Werders Transferphase Rashica hilft mehr als Huntelaar und Co.

Während an anderen Bundesliga-Standorten das Winter-Transferfenster zum teil kräftig genutzt wurde, blieb es bei Werder ruhig. Ein Nachteil muss das allerdings nicht sein, kommentiert Björn Knips.
02.02.2021, 17:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Sami Khedira, Klaas-Jan Huntelaar, Shkodran Mustafi, Max Meyer – viele abstiegsbedrohte Bundesligisten haben am Ende doch noch ordentlich und ziemlich namhaft, teilweise sogar weltmeisterlich auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Der SV Werder dagegen gar nicht. Es gab nur einen Tausch der Ersatztorhüter mit der vorzeitigen Rückholaktion von Michael Zetterer, der nun für den nach Sandhausen ausgeliehenen Stefanos Kapino auf der Werder-Bank sitzen wird.

Eine gute Geschichte für alle Beteiligten. Jeder kann sich auf seine Art beweisen und für den Sommer in Stellung bringen, wenn die Nummer eins Jiri Pavlenka möglicherweise eine neue Herausforderung sucht. Und Zetterer hat im Gegensatz zu Kapino sogar die nötige Spielpraxis, um Pavlenka schon jetzt gut vertreten zu können.

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Das Kapitel Tahith Chong ist dagegen kein gutes in der Werder-Geschichte. Vieles lief dabei schief. Zum Beispiel das Scouting. Der 20-Jährige hatte noch viel zu viele Defizite, um in der Bundesliga zu bestehen. Tempo allein reicht dafür nicht aus. Kaum zu glauben, dass er als Ersatz des abwanderungswilligen Milot Rashica verpflichtet worden ist. So feierte ihn auch Werders PR-Abteilung in der Öffentlichkeit ab, lieferte fast täglich den selbst kreierten „Chong-Tent“. Das merkte irgendwann sogar Florian Kohfeldt kritisch an. Der Trainer gab Chong durchaus viele Chancen, sich in der Bundesliga zu beweisen, schaffte es aber auch nicht, ihn in die Erfolgsspur zu bringen. Immerhin gestand Kohfeldt am Ende ein, dass nicht alles hervorragend gelaufen sein könne, wenn eine Leihe vorzeitig beendet wird.

Werder spart zwar nun eine Million Euro an Gehalt ein, dürfte aber beim Thema Ausbildung von Talenten an Ansehen bei Manchester United und den anderen Topclubs auf der Insel verloren haben. Das wird es in Zukunft nicht leichter machen, junge Spieler aus diesem interessanten Markt nach Bremen zu locken.

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Sportlich ist der Weggang von Chong locker zu verkraften – dank eines Nicht-Transfers, der vielleicht sogar als der Top-Transfer in der zweiten Tabellenhälfte bezeichnet werden darf. Milot Rashica ist erneut geblieben und endlich wieder fit. Der 24-Jährige wird Werder sehr wahrscheinlich schneller und mehr helfen als all diese Khediras, Huntelaars und Meyers, die entweder schon ganz schön in die Jahre gekommen sind oder zuletzt kaum gespielt haben - oder sogar beides.

Die Sache hat nur einen Haken: Rashica darf nicht komplett einbrechen und sich schon gar nicht schwer verletzen, denn nach der Saison muss ihn Werder verkaufen, um auch finanziell zu überleben.

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