Baumann wehrt sich gegen Kritik

„Künftig etwas reiflicher überlegen“

Frank Baumann hat sich bei der Mitgliederversammlung zur Kritik an seiner Person geäußert. Rückendeckung bekam Werders Sportchef von den Mitgliedern, den Geschäftsführerkollegen und dem Aufsichtsrat.
21.11.2017, 07:59
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„Künftig etwas reiflicher überlegen“

Werders Sportchef Frank Baumann spricht zu den Mitgliedern.

nordphoto

Frank Baumann sah sich in den vergangenen Wochen harter Kritik ausgesetzt. Bei Werders Mitgliederversammlung am Montagabend hat der Sportchef zurückgeschlagen. Seine Äußerung, nach der es bessere Kandidaten für den Trainerposten als Florian Kohfeldt gegeben habe, sei bewusst aus dem Zusammenhang gerissen und falsch interpretiert worden. „Ich habe einen gut gemeinten Rat an die sogenannten Experten: Sie sollten sich zukünftig vielleicht etwas besser informieren, bevor sie aus der Ferne etwas bewerten“, sagte Baumann.

Für Lacher unter den 325 anwesenden Mitgliedern sorgte er mit einem Wortspiel in Richtung des TV-Kommentators Marcel Reif, der ihn im Sport1-Doppelpass besonders scharf kritisiert hatte: „Künftig vielleicht etwas reiflicher überlegen, bevor man was sagt.“ Baumann betonte zudem: „Ich werde gewisse Werte nie aufgeben und bis zum letzten Tag respektvoll mit dem Trainer umgehen und nicht hinter seinem Rücken mit anderen verhandeln. Das ist mir wichtiger als die Rückendeckung beim Stammtisch, Facebook oder im Doppelpass.“

Positiv äußerte sich Werders Sportchef über die Journalisten, die zugegen waren, als der viel beachtete Satz zu Kohfeldt fiel. Deren Berichte seien kritisch, aber sachlich gewesen. „Ein Lob an die Medienvertreter, die vor Ort waren. Es gab allerdings auch Redaktionen aus Berlin und München, die Aussagen aus dem Kontext gerissen haben. Sie sollten sich besser informieren“, betonte der Sportchef.

Auf der Versammlung erhielt Baumann viel Rückendeckung. Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder der Satzungsänderung zu, die ihm mehr Kompetenzen verschafft. Baumann ist nun auch für das Nachwuchsleistungszentrum zuständig, das bislang zum Aufgabenbereich von Hubertus Hess-Grunewald, dem vom Verein entsandten Geschäftsführer, gehörte.

Aus dem Aufsichtsrat gab es trotz der sportlich prekären Situation, die Baumann selbst als „sehr enttäuschend“ bezeichnete, ebenfalls volle Rückendeckung für den Sportchef. Das Gremium stehe zu 100 Prozent hinter Baumann und die Satzungsänderung sei absolut sinnvoll, erklärte Aufsichtsratsmitglied Andreas Hoetzel. „Es war überhaupt nicht strittig, dass man alles, was mit Profifußball zu tun hat, dem Direktor Sport zuteilt.“ Dass bislang der vom Verein entsandte Geschäftsführer für das Nachwuchszentrum verantwortlich war, sei „eine Lex Klaus-Dieter Fischer aus der Vergangenheit, die in der Satzung eigentlich nichts zu suchen hat,“ gewesen.

Für seine Rede bekam Baumann viel Lob von den Geschäftsführerkollegen. Werder-Chef Klaus Filbry sagte: „Das war ein sehr guter Auftritt. Er hat das sehr gut eingeordnet und sich auch zur Wehr gesetzt.“ Hess-Grunewald bezeichnete den Sportchef als „offen und ehrlich.“ Die Zusammenarbeit mit ihm sei sehr angenehm. „Er hat einen guten Plan im Kopf.“ Zudem erklärte Aufsichtsratschef Marco Bode: „Frank ist extrem ehrlich und war zurecht verärgert, dass er absichtlich falsch verstanden wurde.“ (crb)

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