Nationalspieler verreisen zur Unzeit

Jetzt bloß nicht verletzen

Es läuft der Endspurt der Saisonvorbereitung, doch ausgerechnet jetzt sind einige Nationalspieler von Werder auf Reisen. Die Bremer hoffen deshalb auf einen rücksichtsvollen Umgang mit ihren Profis.
05.09.2020, 12:04
Lesedauer: 2 Min
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Jetzt bloß nicht verletzen
Von Malte Bürger
Jetzt bloß nicht verletzen

Ludwig Augustinsson gehört zu den Spielern, die derzeit bei ihrer Nationalmannschaft sind.

imago images

Im ersten Moment schwante Florian Kohfeldt Böses, als er mitbekommen hatte, dass sich Milot Rashica bei der Nationalmannschaft verletzt hatte. „Er ist ein sehr wichtiger Spieler von uns. Ich habe dann auch die Bilder gesehen und muss sagen, dass es nicht so gut aussah“, sagte Werders Coach. Die anschließende Sorge wich jedoch einen Tag später der Erleichterung. Statt einer schwerwiegenden Blessur gab es für den Angreifer lediglich ein verstauchtes Knie. „Wir sind natürlich sehr froh, dass Milot sich nicht schwerer verletzt hat und die Bänder und Menisken im Knie nicht beschädigt sind„, sagte Kohfeldt. “Wir werden die Entwicklung am Wochenende abwarten und zu Beginn der Woche mit individuellem Training beginnen, die Belastung sukzessive steigern und dann entscheiden, wie schnell er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann.“

Werder ist dem GAU also gerade noch einmal entgangen. Und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Einerseits gilt Rashica in diesem Sommer als der Verkaufskandidat, der noch am ehesten einen dringend benötigten Millionenbetrag in die leeren Kassen spülen kann. Eine folgenschwere Verletzung am Knie hätte da sämtliche Transferüberlegungen schnell zerstört. Sollte der 24-Jährige jedoch auch so nicht mehr wechseln, wäre eine Blessur für Werder rein sportlich eine üble Schwächung.

Sorge um Augustinsson

Letzteres gilt aber nicht nur für Milot Rashica. Mit Ludwig Augustinsson, Marco Friedl oder Jiri Pavlenka sind aktuell noch weitere Nationalspieler auf Reisen, die im Grunde zur Bremer Startformation gehören. So unmittelbar vor dem Saisonstart ist die Gefahr also nicht gerade gering, dass die gesamte Vorbereitung einzelner Profis plötzlich durch eine Verletzung fernab des Weserstadions negativ beeinflusst wird und Werders Pläne erst einmal hinfällig sind. Insofern hat der Verein ein großes Interesse daran, dass die eigenen Spieler jetzt nicht verheizt oder überbelastet werden.

„Diese Abmachungen gibt es durchaus, aber nicht in Form einer Forderung“, sagte Florian Kohfeldt. „Ich bleibe bei meiner Meinung, dass dieser Termin unglücklich ist. Aber da kann auch kein Nationaltrainer dieser Welt etwas für. Dementsprechend finde ich es legitim, dass die Nationalcoaches ihre Mannschaften einspielen wollen.“ Gesprächsbedarf gab es trotzdem. „Wir haben bei jedem Verband deutlich hinterlegt, dass wir uns alle im Sinne des Spielers verhalten sollten. Das gilt gerade im Falle eines Ludwig Augustinsson. Wir haben ihn nach seinen Verletzungen sehr behutsam wieder aufgebaut, auch wenn es uns während einer schwierigen Phase in der vergangenen Saison sehr schwer gefallen ist“, sagte Kohfeldt, der den Schweden im Abstiegskampf lange Zeit auf der Bank ließ und ihn erst spät wieder vermehrt einsetzte. „Nun erwarten wir von den Verbänden auch, dass das ähnlich gehandhabt wird. Bislang gab es dort aber immer ein sehr gutes Miteinander, der Austausch ist gut. Deshalb gehe ich auch davon aus, dass Ludwig nicht 180 Minuten spielen wird. Ähnlich sieht es bei Marco Friedl aus.“

Keine Vorwürfe wegen Rashica

Bei Milot Rashica hätte sich diese Frage ohnehin erübrigt. Er war lediglich für diese eine Partie des Kosovo abgestellt worden. Und obwohl der Offensivmann nun verletzt zurückkehrte, gibt es von Bremer Seite keine Vorwürfe gegenüber dem kosovarischen Verband. „Dass Milot nun diesen Unfall hatte, hatte ja nichts mit einer falschen Belastung zu tun. Es war völlig okay, dass er auch 90 Minuten hätte spielen können“, sagte Kohfeldt.

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