Werder Bremens Torhüter-Historie Lange Ären, wenig Wechsel

Bremen. Ein Blick in die Werder-Historie zeigt: Die Torwartposition ist gekennzeichnet von langen "Ären". Leistungsbedingte Wechsel gab es nur selten - und noch seltener mit nachhaltigem Erfolg.
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Von Ben Binkle

Bremen. Ein Blick in die Werder-Historie zeigt: Die Torwartposition ist gekennzeichnet von langen "Ären". Jahrelang führte kein Weg an Vereins-Legende Dieter Burdenski (444 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen zwischen 1972 und 1988) vorbei, anschließend waren Oliver Reck (345 Bundesligaspiele zwischen 1987 bis 1998) und Frank Rost (130 Bundesliga-Spiele zwischen 1998 und 2002) dominante Keeper-Persönlichkeiten.

Erst als "Fäustel" Frank Rost im Sommer 2002 zum FC Schalke wechselte, begann auch im Bremer Tor ein Wechselspiel. Beachtlich ist dabei, dass lediglich zwei Keeper ihre Rolle als Nummer eins während einer Saison leistungsbedingt verloren haben. Wir geben einen Überblick über die Duelle der letzten zwölf Jahre:

2002: Borel gegen Wierzchowski

Um das "Erbe" von Frank Rost kämpften im Sommer 2002 Pascal Borel (24 Jahre) und Jakub Wierzchowski (25). Trainer Thomas Schaaf wollte Borel als neue Nummer eins aufbauen, doch tat sich dieser sichtlich schwer in seiner neuer Rolle im Rampenlicht. Borel wirkte unsicher, kassierte einige haltbare Gegentore - und verlor seinen Stammplatz nach einer 1:2-Heimniederlage gegen 1860 München am 20. Spieltag. Wierzchowski bekam seine Chance, konnte diese aber nicht nutzen. Nur drei Spiele absolvierte der Pole, alle drei gingen verloren. Und Schaaf stellte Borel zurück zwischen die Pfosten.

2003: Borel gegen Reinke

Im folgenden Sommer reagierte Schaaf auf das Torwart-Problem und holte den erfahrenen Andreas Reinke (34) aus Murcia zurück in die Bundesliga. Wierzchowski musste gehen, Borel blieb als Reservist im Klub. Reinke allerdings wurde zur neuen Nummer eins und gewann mit Werder Bremen das "Double" aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Die Leistungen des Keepers waren dabei selten herausragend, aber durch die Bank ordentlich. Das gilt auch für die Folge-Saison.

2005: Reinke gegen Wiese

Routinier Reinke kam zunehmend in die Jahre, im Sommer 2005 reagierte Werder und holte das damalige Top-Talent Tim Wiese (24) ablösefrei aus Kaiserslautern. Der extrem selbstbewusste Neuzugang musste sich aber zunächst hinten anstellen. Noch vor dem Saisonstart zog er sich einen Kreuzbandriss zu, Reinke ging erneut als Nummer eins in die Saison. Zur "Wachablösung" bedurfte es dann einer schlimmen Gesichts-Verletzung Reinkes im Spiel beim VfB Stuttgart am 20. Spieltag. Wiese bekam die Chance - und nutzte sie. In den folgenden Jahren sollte er die klare Nummer eins an der Weser sein.

2006 bis 2012: Die Ära Wiese

Tim Wiese etablierte sich nicht nur bei Werder als Stammkeeper, er wurde 2008 auch deutscher Nationalspieler. Und Werder richtete seine Torwartposition entsprechend ein. Christian Vander war die klare Nummer zwei, ein echtes Duell um den Platz im Tor gab es nicht. Auch als 2009 Sebastian Mielitz aus der Jugend in den Profikader rückte, war Wieses Position unangefochten. Interessant war lediglich der Kampf um die Rolle der Nummer zwei, wo Talent Mielitz dem Routinier Vander zunehmend den Rang ablief.

2012: Mielitz gegen Wolf

Als Tim Wiese im Sommer dem Bremer Sparzwang zum Opfer fiel und den Klub Richtung Hoffenheim verließ, musste Werder die Torwartfrage neu diskutieren. Das Ergebnis: Mielitz (25), der in den beiden Vorjahren als Wiese-Vertreter überzeugt hatte, wurde zur Nummer eins befördert. In Raphael Wolf (24) wurde zudem ein neuer zweiter Mann aus Österreich geholt. Zunächst waren die Rollen klar verteilt: Auch wegen zweier schwerer Verletzungen kam Wolf nicht zum Einsatz. Mielitz konnte in seiner ersten Saison als Stammkeeper aber nur bedingt überzeugen. Und nach 13 Spieltagen der Saison 2013/14 nahm Trainer Robin Dutt dann tatsächlich den Wechsel vor: Wolf übernahm den Posten von Mielitz - es war der erste Torwartwechsel aus sportlichen Gründen seit Borel vor über elf Jahren. Und der Fall von 2002 zeigt: Nicht jeder Torwartwechsel kündigt auch gleich eine neue "Ära" an.

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