Lars Lukas Mai

Der neue Werder-Verteidiger bleibt selbstbewusst

Lars Lukas Mai hat das Selbstvertrauen, Verantwortung zu übernehmen. Es fällt dem Innenverteidiger von Werder Bremen dabei aktuell allerdings noch schwer, fehlerfrei zu bleiben.
02.08.2021, 19:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips
Der neue Werder-Verteidiger bleibt selbstbewusst

Lars Lukas Mai.

nordphoto GmbH / Stoever

Als der SV Werder Bremen in der ersten Halbzeit von Düsseldorf nicht so richtig in Fahrt kommen wollte, da ergriff Lars Lukas Mai die Initiative. Er klatschte in die Hände, klopfte sich auf die Brust und brüllte irgendetwas in Richtung seiner Kollegen. Was genau, war nicht zu hören, aber es konnte als Aufmunterung interpretiert werden. Mai will helfen, das ist nicht zu übersehen.

Der Innenverteidiger hat dieses Selbstvertrauen, Verantwortung zu übernehmen. Allerdings fällt es ihm dabei aktuell noch schwer, fehlerfrei zu bleiben. Wie schon gegen Hannover sah er auch in Düsseldorf bei einem Gegentor nicht gut aus. Es wird spannend, wie Trainer Markus Anfang mit der bald größeren Anzahl von Alternativen das Abwehrzentrum besetzen wird. 

„Wir geben keinen Druck und lassen die Flanke in Ruhe zu“, blickte Anfang nach dem 3:2-Sieg in Düsseldorf noch einmal auf diese Szene in der 47. Minute zurück. Werder führte 1:0, ließ sich aber direkt nach der Pause überrumpeln. Eingeleitet durch einen schwachen Klärungsversuch von Mai. Die Fortuna erhielt so die Kugel viel zu leicht zurück und durfte fast unbedrängt flanken. „Dann kommt Lasse einen Schritt zu spät, und der Ball ist drin“, schilderte Anfang das Ende der Szene, in der Rouwen Hennings das 1:1 erzielt. Der Coach ärgerte sich natürlich, wollte aber auch nicht zu hart ins Gericht gehen. „Daraus lernen wir. Nicht nur Lasse, sondern die ganze Mannschaft“, sagte der Coach: „Wenn wir zu passiv werden, bekommen wir halt Probleme.“
Eine wichtige Rolle nimmt dabei Ömer Toprak ein. Der Kapitän ist in der Innenverteidigung als starker Aktivposten natürlich gesetzt, spielt aktuell aber auf der für ihn nicht ganz optimalen linken Seite, damit Mai den rechten Part übernehmen kann. Das muss so nicht bleiben. Denn inzwischen ist auch Marco Friedl nach seiner EM-Teilnahme und anschließendem Urlaub voll einsatzbereit. In Düsseldorf brachte ihn Anfang als Linksverteidiger, innen fühlt sich der Österreicher aber wesentlich wohler. So lange der Verkaufskandidat noch da ist, könnte er ein richtig starkes Duo mit Toprak bilden.

Und da wäre ja auch noch Milos Veljkovic, der sich nach seiner Covid-19-Infektion wieder im Training befindet. Der Serbe will zwar gerne wechseln, aber vor allem auch spielen. Er dürfte in den nächsten Tagen ordentlich Druck auf Mai und Co. ausüben. Wenngleich: Die Karten von Neuzugang Mai sind so schlecht nicht, auch wenn es bei ihm noch etwas ruckelt. Unter Anfang war er vergangene Saison Stammspieler bei Darmstadt 98. Werder wird sich also einiges dabei gedacht haben, den U 21-Europameister für ein Jahr vom FC Bayern loszueisen. Er soll möglichst einen ähnlichen Weg wie Friedl gehen, der nach seiner Ausleihe – ebenfalls vom FC Bayern – dann ganz in Bremen geblieben ist.

Diese berühmte Mia-San-Mia-Mentalität des FC Bayern ist beiden Profis anzumerken – und dazu gehört eben auch, in schwierigen Phasen sich und die Kollegen zu pushen, wie es Mai in Düsseldorf gemacht hat.

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