Kohfeldt gefallen Bittencourts erste Tage

„Leo ist definitiv ein Startelf-Kandidat“

Leonardo Bittencourt schielt auf einen Startelfeinsatz gegen Union Berlin. Trainer Florian Kohfeldt beobachtet ganz genau die ersten Schritte des 25-Jährigen in Bremen - und hat viel Positives registriert.
07.09.2019, 12:01
Lesedauer: 2 Min
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„Leo ist definitiv ein Startelf-Kandidat“
Von Malte Bürger
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nordphoto

Eine kurze Anweisung hier, eine ausführliche Erklärung dort. Immer wieder suchte Florian Kohfeldt unter der Woche den Kontakt zu Leonardo Bittencourt, der Mittelfeldspieler soll schließlich zügig ins Bremer Spiel eingebunden werden. „Ich möchte schnell ankommen, viel Zeit habe ich nicht“, hatte der 25-Jährige ohne Umschweife bei seiner Vorstellung am Dienstag gesagt. Er wusste ganz genau, dass intensive Tage folgen würden. Stören tut ihn das nicht: Bittencourt will spielen, am liebsten schon am kommenden Wochenende gegen Union Berlin.

„Die erste Trainingswoche war für Leo ganz gut, wir konnten taktisch schon etwas machen“, sagte Florian Kohfeldt nach den ersten Eindrücken seines Wunschspielers, der auch im Geheimtest gegen Hannover am Donnerstag mitmischte. „Die ersten Minuten hat man schon gemerkt, dass er sich noch an die neue Position gewöhnen muss, da hat er auf der Acht gespielt, in der zweiten Halbzeit dann auf der Zehn.“ In der Rolle des Mittelfeldregisseurs war Bittencourt es dann, der den Siegtreffer von Claudio Pizarro vorbereitete.

Nur schwer zu fangen

Es war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was da in den nächsten Monaten noch kommen soll. Wenn Werders Coach jedenfalls über die Hoffenheimer Leihgabe spricht, versteht man recht schnell, warum er die zusätzliche Option in der Offensive so mag. „Man merkt, er bewegt sich unheimlich gut in den Zwischenräumen, er will immer den Ball haben, hatte kleine schnelle Haken und auch Geschwindigkeit mit dem Ball“, zählte Kohfeldt auf. „Er ist ja auch so schon schnell, aber mit Ball ist er unglaublich schwer zu fangen, von daher hat er viele tiefe Läufe und auch immer Zug zum Tor.“

Doch Bittencourt hat noch andere Qualitäten - und es sind welche, die Florian Kohfeldt besonders begeistern: „Was man nicht unterschätzen darf, das ist ähnlich wie bei Nuri Sahin: Leo ist ein richtig guter Zweikämpfer gegen den Ball“, sagte er. „Im Gegenpressing ist er wirklich extrem gut.“ Reichlich Lob also für einen Mann, der noch gar nicht so lange da ist. Dass dieser Umstand aber einem Startelfeinsatz nicht im Wege stehen muss, hat das jüngste Spiel gegen Augsburg bewiesen, als Rechtsverteidiger Michael Lang nach nur zwei Einheiten direkt über 90 Minuten ran durfte.

Eggestein und Sargent als Konkurrenten

Ähnlich könnte es nun Leonardo Bittencourt ergehen. Mit Kevin Möhwald hat sich ein Konkurrent im Mittelfeld erst einmal langfristig verabschiedet, zudem ist noch immer nicht klar, ob Milot Rashica rechtzeitig zum Duell in der Hauptstadt fit wird. Sachdienliche Hinweise dürfte es darauf erst Mitte der kommenden Trainingswoche geben. Bis dahin gilt: „Leo ist definitiv ein Kandidat, um gegen Union in der Startelf zu stehen", sagte Kohfeldt, "aber wenn Milot nicht spielen kann, ist Johannes Eggestein auch wieder da."

Und nicht nur der zuletzt gesperrte U21-Nationalspieler meldet berechtigte Ansprüche an. "Josh Sargent hat das jetzt auch nicht so schlecht gemacht gegen Augsburg. Da haben wir Varianten.“ Allerdings: Der US-Amerikaner weilt aktuell in der Heimat bei seinem Nationalteam und kehrt wohl erst am Freitag zu Werder zurück - gerade noch pünktlich zum Abschlusstraining vor dem Spiel gegen den Aufsteiger. Der Faktor Frische wird dennoch ein nicht unwesentlicher sein. Und er könnte am Ende den Ausschlag für Leonardo Bittencourt geben.

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