Werder Bremen Lukas Schmitz zeigt starke Vorbereitung

Bremen. Werders Linksverteidiger Lukas Schmitz hat sich wohl vorerst den Platz als linker Außenverteidiger zurückerobert. Im Augenblick hat er sich durch starke Leistungen einen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten verschafft.
28.07.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Lukas Schmitz zeigt starke Vorbereitung
Von Oliver Matiszick

Bremen. Etwas über drei Wochen lang trainiert Werder nun schon wieder, knapp über drei Wochen sind es noch bis zum ersten Pflichtspiel. Zur Halbzeit der Saisonvorbereitung hat Lukas Schmitz bereits einige Aufmerksamkeit auf sich lenken können. An dem Linksverteidiger führt zumindest im Augenblick kein Weg vorbei.

Wie das mit der emotionalen Achterbahnfahrt funktioniert, es gehört zu den Lektionen, die Lukas Schmitz in seinem ersten Jahr bei Werder auf jeden Fall schon mal gelernt hat. Denn im Stenogramm las sich seine Bilanz der vergangenen Saison etwa so: Der Neuzugang legte einen bombigen Start als Stammspieler hin, musste dann bis zur Winterpause erste Rückschläge hinnehmen, fiel mit Beginn der Rückrunde in ein tiefes Loch und zählte erst im Schlussabschnitt wieder zu Werders Stamm. Nun, zu Beginn seiner zweiten Saison bei den Grün-Weißen, sieht es so aus, als könne Schmitz diese Lektion vom Auf und Ab als gelernt abhaken. Denn nach drei Wochen Saisonvorbereitung zählt er zu den auffälligsten Erscheinungen auf dem Weg zum Pflichtspielauftakt mit dem DFB-Pokalspiel am 19. August.

"Ich kann nicht klagen", sagt Lukas Schmitz dann auch, "für mich läuft es gut. Und ich fühle mich gut." Keine einzige Übungseinheit seit dem Trainingsauftakt hat er bisher verpasst, "das ist die Basis", sagt er. Doch Dabeisein ist eben nur bei Olympia alles. Viel wichtiger dabei ist, wie Schmitz in dieser Frühphase der Saison auftritt: Er wirkt schon jetzt sehr weit, seine Auftritte in den Testspielen untermauerten den Eindruck. Florian Hartherz, der ihm vergangene Rückrunde lange Zeit erfolgreich den Platz als Linksverteidiger abspenstig gemacht hatte, wird sich im Konkurrenzkampf strecken müsste. Am Mittwoch gegen Aberdeen, beim bisher letzten Testspiel, ließ Werder-Trainer Thomas Schaaf den Aufsteiger der Vorsaison gänzlich unberücksichtigt; Schmitz dagegen spielte durch.

Was Schmitz offenbar entgegenkommt, ist Werders Zeitenwende mit dem eingeläuteten Systemwechsel im Angriff. Hatte er im System mit der klassischen Mittelfeldraute zuvor noch den Mann auf der Halbposition vor sich, kann er nun auf der Außenposition besser die Initative ergreifen. Die Rolle hinter dem neuen Flügelstürmer Eljero Elia, sie scheint dem 23-Jährigen zu liegen. "Ich versuche immer, mich am Spiel zu beteiligen, sodass ordentlich Betrieb ist", sagt er, "und bisher hat das im Zusammenspiel mit Elia gut geklappt."

Was dann allerdings auch klappen sollte und muss, ist das Spiel nach hinten. Denn bei aller Begeisterung für die Neuausrichtung der Werder-Offensive – sie nützt nichts, wenn es im Abwehrverhalten hakt. Und es hakte vergangene Saison oft in Werders Abwehrverhalten. Auch auf links außen, ob der Verteidiger dort nun Schmitz, Hartherz oder – wenn auch seltener als die beiden – Aleksandar Ignjovski hieß. "Werder muss sich verbessern, ich muss mich verbessern", sagt Schmitz. Klingt nach einer einfachen Formel, ist aber verdammt schwer umzusetzen.

Bei ihm selbst kam in der Vorsaison noch erschwerend hinzu, dass er sich recht gut auf das Sammeln von Gelben Karten verstand. Und diese eine, die er sich beim Rückrundenauftakt in Kaiserslautern einfing, sie war dann die eine zu viel. Denn es war seine fünfte Verwarnung, was automatisch eine Sperre nach sich zieht. Mit diesem Spiel, das er auf der Tribüne verfolgen musste, war Schmitz plötzlich raus. Hartherz, der in der winterlichen Vorbereitung einen guten Eindruck gemacht hatte, bekam seine Chance – und nutzte sie. Das war im Januar. Wurde Schmitz in der Folge eingewechselt, dann im linken Mittelfeld. Erst im April, am 29. von 34 Spieltagen, durfte er auch wieder bei Anpfiff auf seiner Stammposition links hinten auflaufen.

Derartiges soll ihm nicht wieder passieren. "In der nächsten Saison werde ich versuchen, Gelbe Karten ganz zu vermeiden", sagt Schmitz und grinst. Oder aber, sollte das nicht klappen, "mit vier auszukommen". Eben so, dass er nicht gesperrt wird.

Den Stammplatz, den er sich im Saisonendspurt zurückerobert hatte, will er jedenfalls so schnell nicht wieder hergeben. Auch wenn Schmitz weiß, dass die drei Wochen der Vorbereitung bisher nur eine vorläufige Bestandsaufnahme darstellen. "Ich tue alles für eine gute Vorbereitung", sagt er, "ich versuche nachzulegen und dem Trainer zu zeigen, dass er auf mich setzen kann." Im Augenblick klappt das jedenfalls schon mal ziemlich gut.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+