Werder Bremen Makiadi enttäuscht bislang

Bremen. Für Robin Dutts Wunschspieler Cedrick Makiadi hat Werder drei Millionen überwiesen. Doch Erfolge lassen auf sich warten.
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Makiadi enttäuscht bislang
Von Olaf Dorow

Er war neben Stürmer Nils Petersen ein Schlüsseltransfer im Sommer. Für Robin Dutts Wunschspieler Cedrick Makiadi hat Werder immerhin drei Millionen Euro an den SC Freiburg überwiesen. „Funktionsspieler“, nennt Trainer Dutt den 29-jährigen Mittelfeldmann. Bislang funktioniert er aber noch nicht. „Er wird sich noch steigern“, hofft Sportchef Thomas Eichin. Makiadi hofft das auch.

Diese Frage musste erst einmal geklärt werden: Wer und was ist Cedrick Makiadi? Gemeinhin wird angenommen, dass der 29-jährige kongolesische Nationalspieler im Sommer ein Schlüsseltransfer für das neue Werder Bremen war. Er kostete die für das neue Werder Bremen stattliche Ablösesumme von drei Millionen Euro. „Wir haben ihn geholt als Verstärkung, als Typ in der Kabine, aber auch als Leitfigur auf dem Platz“, sagt Sportchef Thomas Eichin. Der zentrale Defensivmann, einst in Freiburg vom heutigen Werder-Trainer Robin Dutt zum sogenannten Sechser seiner Elf erkoren, sollte die Löcher stopfen, die zwischen Abwehr und Mittelfeld entstehen können.

Zum fußballerischen Wesen von Cedrick Makiadi zählt, dass er eigentlich nie der Mann für die besonderen Momente und den Glanz ist. Sagt Robin Dutt. Dutts Definition: „Cedrick ist der Funktionsspieler.“ Er, Dutt, hätte aber nie gesagt, dass „wir vom SC Freiburg einen perfekten Spieler kriegen, der immer in Topform ist“. Er hätte – wie die meisten Mitmenschen – eben auch seine guten und schlechten Tage, und ganz alleine könne er die Löcher natürlich auch nicht stopfen, die die Mannschaft so entstehen lässt. Außerdem muss man vom Fußballer Cedrick Makiadi noch wissen, dass er nicht der Typ ist, der den Kopf in den Sand steckt – und eine Art Spätzünder ist. Das sagt er über sich selbst.

„Er ist ein cooler Junge“

All das sollte man idealerweise wissen, bevor sich die Frage stellt, warum es nicht läuft mit beziehungsweise bei Cedrick Makiadi. Er läuft derzeit seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Er ist relativ weit davon entfernt, wie der 29-jährige Routinier zu wirken, der schon fast 200 Mal in der Bundesliga gespielt hat und der in den letzten Jahren so geschundenen Mannschaft einen Halt gibt. Er braucht selbst Halt, weswegen es ein bisschen so ist wie bei der Geschichte mit dem Huhn und dem Ei. Was war zuerst da? Hat Werder Probleme, weil Einzelne wie der Schlüsselspieler Makiadi nicht funktionieren? Oder hat Makiadi Probleme, weil Werder als Mannschaft nicht funktioniert?

Er funktioniert noch nicht, das ist vereinfacht gesagt die Antwort, die Sportchef, Trainer und Spieler geben. „Die Freiburger bedauern heute noch, dass er bei uns ist“, sagt Eichin, „ich bin ganz sicher, dass er ein eminent wichtiger Spieler für unsere Mannschaft wird.“ Er würde „total“ an Makiadi glauben, sagt der Manager und liefert noch ein weiteres Makiadi-Merkmal: „Er ist ein cooler Junge.“ Der coole Junge werde „sich sicherlich noch steigern“.

Derzeit kommen aber vorwiegend Spiele heraus, in denen man kaum erkennen kann, wie der Funktionsspieler leise, unauffällig aber effizient seine Arbeit auf dem Platz verrichtet. Es kommen sogar solche Spiele wie in Berlin heraus, wo Augenzeugen sich in der 70. Minute beim Gedanken ertappen: Ach so, Makiadi ist ja auch dabei. Mitte der zweiten Halbzeit hatte Dutt seinen – noch eine Definition – „verlängerten Arm des Trainers auf dem Platz“ ausgewechselt. Bis dahin war wenig zu sehen von ihm.

Woran liegt’s? Makiadi wurmt es, dass es noch nicht wie gewünscht läuft. Er ist ehrgeizig genug, dass ihn das wurmt. Er spricht da ganz offen drüber, er frisst das nicht in sich hinein. Eine schlüssige Erklärung hat er jetzt auf die Schnelle auch nicht. Außer jener dialektischen Geschichte vom Einzelnen und der Mannschaft, die aufeinander angewiesen seien. Spieler, an denen sich Makiadi orientieren und aufrichten könnte, gibt es derzeit kaum. War die Erwartungshaltung zu hoch? Er war im Sommer neben Stürmer Nils Petersen der Königstransfer. Nein, sagt Makiadi, schon damals in Freiburg sei er für Freiburger Verhältnisse ein Königstransfer gewesen.

900.000 Euro hatte der Sportclub es sich damals kosten lassen, den Wolfsburger Mittelfeldspieler zu verpflichten. „Das war viel Geld für Freiburg“, sagt Makiadi. Und dann kommt die Sache mit dem Spätzünder ins Spiel. Er habe Startschwierigkeiten in Freiburg gehabt, später entwickelte sich aber alles zum Besten. Jetzt will er in Bremen, auch mit Sonderschichten im Training, wieder zu seinem besonderen Merkmal zurückfinden. Makiadi liefert eine letzte Selbstbeschreibung: die Zweikampfstärke. Sie habe ihn immer ausgezeichnet. „In den letzten Spielen hatte ich sie nicht“, sagt er. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er sie zurückhaben will.

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