Interview mit Werders Lukas Schmitz "Man darf keine Angst zeigen"

Bremen. Seit einem halben Jahr spielt Lukas Schmitz für Werder. Der Linksverteidiger spricht im WESER-KURIER-Interview über seine Position, die Bremer Saison und Herausforderungen wie Arjen Robben oder Thomas Müller.
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Bremen. Seit einem halben Jahr spielt Lukas Schmitz für Werder. Der Linksverteidiger kam vom FC Schalke 04 nach Bremen, wo er die Lücke für die lange verletzten Sebastian Boenisch und Mikael Silvestre ausfüllen sollte, was ihm bislang gut gelungen ist. Thorsten Waterkamp sprach mit dem 23-Jährigen über die Anforderungen einer Position, die als schwierig zu besetzen gilt, und über die Herausforderung namens Arjen Robben, die sich Schmitz möglicherweise am Sonnabend in München gegenüber sieht.

Linksverteidiger ist eine sehr spezielle Position. Wie lange spielen Sie schon da draußen?

Lukas Schmitz:Ich habe immer mal wieder Linksverteidiger gespielt, oft aber auch auf der Doppel-Sechs. Aber Linksverteidiger ist schon meine Hauptposition, seit zwei, zweieinhalb Jahren etwa.

Was macht das Besondere an dieser Position aus?

Dass man sich immer wieder offensiv mit einschalten kann. Eigentlich ist der Begriff Verteidiger irreführend, weil man über seine Seite ja auch viel Druck nach vorne machen muss. Je mehr Druck man macht, umso mehr schränkt man den gegnerischen Stürmer ein, weil er dann hinter einem selbst herlaufen muss. Ich bin grundsätzlich ein offensiv denkender Typ.

Angriff ist die bessere Verteidigung.

Ja, genau. Wenn man das vernünftig hinbekommt, macht es einfach Spaß, Akzente aus dieser Position heraus zu setzen.

Vereine tun sich immer wieder schwer, gute Linksverteidiger zu finden. Werder gehört auch dazu. Warum?

Erst einmal gibt's weniger Linksfüßer als Rechtsfüßer, das schränkt die Zahl der Spieler, die infrage kommen, deutlich ein. Es ist schon ein Vorteil, ein Linksfuß zu sein. Auch wenn es mit Philipp Lahm eine prominente Ausnahme gibt.

Linksfuß zu sein, ist das eine. Aber man muss die Rolle auch spielen können.

Ja. Die Position ist schon vom Defensivverhalten her recht anspruchsvoll. Im defensiven Mittelfeld ist es etwas einfacher - da ist alles so eng, dass es kaum zu direkten Eins-gegen-eins-Situationen kommt. Das passiert eher auf den Außenpositionen, und das macht die Defensivarbeit schwieriger. Außen werden Fehler schneller bestraft. Und nach hinten als Absicherung habe ich beispielsweise nur noch Naldo. Bei einem Sechser ist das anders: Da steht noch die ganze Viererkette hinter mir.

Als Sie im Sommer nach Bremen wechselten, waren Sie der einzige Linksverteidiger im Stammkader. Dann kam Aleksandar Ignjovski dazu, jetzt stehen auch Sebastian Boenisch und Mikael Silvestre wieder im Training. Wie wollen Sie sich durchsetzen?

Ich muss meine Leistung bringen. Ich glaube, dass ich mich schon weiterentwickelt habe, seitdem ich hier bin. Man lernt mit jedem Spiel dazu. Ich denke, dass ich mich vor allem im taktischen Bereich verbessert habe, dass ich geschickter in die Zweikämpfe gehe.

Am Sonnabend spielt Werder gegen die Bayern. Auf Ihrer Seite dürfte Ihnen Arjen Robben entgegenkommen...

...oder Thomas Müller.

So oder so eine Herausforderung.

Na klar, ein Spiel gegen die Bayern ist einfach etwas Besonderes. Wir haben eine gute Ausgangslage: Wir können doch nur überraschen. Und gegen Spieler wie Arjen Robben, gegen die ist man von Grund auf noch konzentrierter. Da darf man keine Angst zeigen, dann kann man gegen solche Leute auch gut spielen.

Sie kennen das direkte Duell mit Robben schon aus Ihrer Schalker Zeit...

Ja.

Zum Beispiel aus dem DFB-Pokal-Halbfinale 2010. Das Spiel hat Schalke zu Hause nach Verlängerung 0:1 verloren, das Tor machte der Niederländer.

Stimmt, das war nach einer Standardsituation, als wir in der Viererkette noch nicht wieder geordnet waren. Da war ich leider nicht zur Stelle - und er hat seine Qualität gleich gezeigt. Ich hab' aber noch zwei weitere Spiele mit Schalke gegen Robben gemacht. Die haben wir nicht verloren...

Worauf kommt es denn an gegen die Bayern?

Ich hoffe, dass wir Robben auf der einen und Ribéry auf der anderen Seite in den Griff bekommen.

Und wo steht Werder nach dem Super-Samstag?

Erst mal spielen, ich hab' die ganzen Punkte der Mannschaften gar nicht so im Kopf.

Mit einem Sieg in München könnten Sie zum Beispiel an den Bayern vorbeiziehen...

Das wäre natürlich schön, wenn wir jetzt schon fast 30 Punkte hätten. Das wären knapp zwei Punkte pro Spiel.

Zu was ist Werder in dieser Saison in der Lage? Gezeigt hat die Mannschaft mittlerweile die ganze Bandbreite, von sehr guten bis sehr schlechten Spielen.

Vom Potenzial her ist alles möglich. Es kommt auf uns an. Es ist doch schön zu wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können.

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