Werders Lage lässt keine Träumereien zu Baumann: Kein neuer Stürmer im Winter

Theoretisch wäre es einfach: Werder kauft im Winter einen neuen Stürmer, trifft dann öfter und rettet sich. Am Mittwoch machte Manager Frank Baumann deutlich, dass derlei nicht möglich ist. Ganz im Gegenteil...
16.12.2020, 14:08
Lesedauer: 2 Min
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Baumann: Kein neuer Stürmer im Winter
Von Jean-Julien Beer

Wenn man Werders Sportchef Frank Baumann einmal völlig sprachlos erleben möchte, dann muss man ihn nur fragen, ob er angesichts der deutlichen Sturmprobleme im Winter einen neuen Stürmer verpflichten werde. Nach dem Training am Mittwoch wurde Baumann im Gespräch mit einer Gruppe Bremer Journalisten mit dieser Frage konfrontiert, und es fiel ihm erkennbar schwer, die Fassung zu behalten. „Wir haben kein Geld, das ist in unserer Situation überhaupt nicht möglich“, betonte Baumann. Einen Haaland oder Lewandowski werde es auf dem Wintertransfermarkt ohnehin nicht zu kaufen geben, witzelte er noch, warb dann aber vor allem um Verständnis für die wirtschaftliche Lage des SV Werder in dieser Corona-Pandemie, die keine Träumereien zulasse.

Im Gegenteil. Wie die Vereins-Chefs schon mehrfach erklärten, wird es auch in der nächsten Transferperiode im Januar eher darum gehen, einen Spieler zu verkaufen, um die massiven Einnahmeverluste durch die Coronakrise etwas abzufedern. „Wir werden aber auch diesmal keinen Spieler unter Wert abgeben“, legte sich Baumann fest. Dass er in dieser Sache hart bleiben kann, bewies er beim letztlich geplatzten Rashica-Wechsel im Oktober, als Bayer Leverkusen lange Zeit zu wenig bot. „Wir werden nur dann einem Verkauf zustimmen, wenn es für uns wirtschaftlich und sportlich sinnvoll ist“, sagte Baumann nun und schloss nicht aus, im Zweifel noch einmal ein paar Monate auf Transfereinnahmen zu verzichten, wenn es im Januar keine guten Lösungen gibt: „Alle Vereine werden noch länger ohne Zuschauer spielen müssen, deshalb rechne ich nicht damit, dass wir in diesem Winter einen normalen Transfermarkt erleben werden, wie es ihn früher gab.“ Es könnte also schwierig werden, gute Preise zu erzielen.

Was den eigenen Sturm betrifft, verwies Baumann - auch notgedrungen - auf das vorhandene Personal. „Verletzungsbedingt fehlen uns gerade mit Niclas Füllkrug, Davie Selke und Milot Rashica drei Angreifer, die in der Bundesliga schon gescored haben“, erklärte er, „diese Spieler werden uns auch wieder zur Verfügung stehen.“ Rein nominell sei Werder im Angriff weiterhin eher überbesetzt, betonte der Manager, auch in der Abwehr sei die Besetzung für einen Verein wie Werder Bremen eher üppig. Wenn, dann sei das Mittelfeld der Mannschaftsteil, den man besser ausbalancieren könne. Doch auch hierfür, das lässt sich absehen, fehlen Werder derzeit einfach die finanziellen Mittel.

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