Mit herzlichem Dank vom Harlekin Marvin Ducksch ist bei Werder auf Anhieb Publikumsliebling geworden

Marvin Ducksch hat ganz spezielle Gesten, wenn er sich selbst für einen Treffer feiert. In Bremen sind diese seit dem Sommer regelmäßig zu sehen - was sicher auch seine Gunst beim Publikum erklärt.
04.10.2021, 17:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Jeder Torjubel im Grunde ein Mahnmal. Eine Erinnerung an Zeiten, in denen es für ihn überhaupt nicht rund lief. Wenn Marvin Ducksch die Daumen seiner beiden Hände zum Kopf führt, die anderen Finger dabei wackelnd abspreizt und die Zunge rausstreckt, um sich selbst für einen Treffer zu feiern, dann ist das stets auch ein Gruß an seinen besten Freund. „Ich hatte schwere Zeiten, habe früher auch ans Karriereende gedacht“, sagte der Stürmer einst, damals noch in Diensten von Hannover 96, gegenüber der „Bild“-Zeitung – und erklärte: „Mein bester Freund hat mich mit solchen Gesten immer aufgemuntert. Das ist mein Dank an ihn zurück.“ Und längst ist dieser, nennen wir ihn Harlekin-Jubel zu Ducksch' Markenzeichen geworden. In Bremen ist er seit dem Sommer regelmäßig zu sehen – und sicher auch ein Teil der Erklärung dafür, warum dieser Marvin Ducksch an der Weser quasi auf Anhieb zum neuen Publikumsliebling geworden ist.

„Es war schon bei Marvins erstem Heimspiel zu merken, dass er bei den Fans sehr gut ankommt“, sagt Werders Sportchef Frank Baumann und erinnert an das Ducksch-Debüt gegen Hansa Rostock, als der 27-Jährige Ende August zwei Tore zum 3:0-Sieg beisteuerte. Ohne Frage ein Start nach Maß, auf den Ducksch bei den 3:0-Erfolgen gegen Ingolstadt und zuletzt auch Heidenheim jeweils einen weiteren Treffer folgen ließ. Wie schon gegen Rostock war der Angreifer am vergangenen Freitag dabei eine Art Dosenöffner für die Bremer gewesen. Das 1:0 vorbereitet, das 2:0 selbst erzielt, das 3:0 dann wieder auf den Weg gebracht. Mehr geht kaum. Kein Wunder also, dass sich Baumann bei diesem Transfer bestätigt fühlt, wie er selbst sagt. Schließlich hatte er sich im Sommer schon früh um Ducksch bemüht, dann eine (vermeintliche) Abfuhr aus Hannover kassiert, um den absoluten Wunschstürmer von Trainer Markus Anfang letztlich doch zu bekommen.

Es sind gleich fünf Eigenschaften, die Ducksch zu Werders Ideallösung werden ließen. Er kennt die 2. Liga schon lange, hat seine Qualität dort wiederholt nachgewiesen, verfügt in den Augen der Bremer Verantwortlichen noch über Entwicklungspotenzial, ist mit Anfangs System von früheren gemeinsamen Stationen bestens vertraut – und „hat diese gewisse Unbekümmertheit, die der Mannschaft guttut“, wie Baumann betont. Einfach mal das Ungewöhnliche versuchen, könnte ja klappen, auch dafür steht dieser Ducksch. Anfang sagt: „Er hat eine ganz eigene Art, Fußball zu spielen. Und eben diesen Torriecher.“ Der Ducksch wiederum regelmäßig zum Harlekin werden lässt. Mit freundlichen Grüßen an die überwundenen, schweren Zeiten und herzlichem Dank an den besten Freund.

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