Trotz schwerer Rippenprellung in der Startelf

Maxi Eggestein spielte verletzt in Köln

Ein paar freche Momente, aber auch viele verlorene Bälle: Maxi Eggestein zeigte beim Keller-Duell in Köln ein merkwürdiges Spiel auf einer ungewohnten Position. Trainer Florian Kohfeldt klärte das später auf.
22.12.2019, 10:08
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer
Maxi Eggestein spielte verletzt in Köln

Voller Einsatz für Werder, aber nicht immer sehr glücklich: Maxi Eggestein, hier im Duell mit Ismail Jakobs, musste in Köln auf die Zähne beißen.

nordphoto

Es gab eine Szene in Werders Spiel beim 1. FC Köln, da schien plötzlich wieder der alte Maximilian Eggestein für Werder auf dem Rasen zu stehen. Eine bedeutende Szene war das zwar nicht, aber immerhin ein cleverer Moment. Es lief die 16. Minute beim Stand von 0:0, als Kölns Trainer Markus Gisdol eine kurze Verletzungsunterbrechung nutzen wollte, um seinen jungen Linksaußen Ismail Jakobs am Spielfeldrand in den Arm zu nehmen und ihm ein paar taktische Anweisungen ins Ohr zu flüstern. Aus dem Augenwinkel sah Gisdol, wie plötzlich ein Bremer direkt neben ihm auftauchte und interessiert zuhörte. Es war Eggestein. Gisdol lachte kurz über diese Dreistigkeit und schickte den Bremer weg. Auch Eggestein lächelte und verschwand wieder.

Ein paar Minuten später provozierte Eggesteins Handeln ernsthaftere Konsequenzen, aber auch hier hatte er wenigstens eine Idee, wie man den Kölner Spielfluss mal unterbinden könnte. Bei einem Einwurf für den FC ließ Eggestein einen zweiten Ball ins Spielfeld rollen. Dem Schiedsrichter wurde es nun zu bunt mit der Frechheit des Bremers, er zählte ihm mit der Hand drei Vergehen in diesem noch jungen Spiel auf und verwarnte Eggestein wegen Unsportlichkeit mit der gelben Karte.

Statt Lang rechts in der Abwehr

Nach dem 17. Spieltag muss man grundsätzlich festhalten: Hinter Eggestein liegt das schwächste Halbjahr seiner Karriere. Und dazu gehört ausdrücklich auch das Spiel in Köln, wo er jedoch mal wieder in einer ungewohnten Rolle aushelfen musste: als Rechtsaußen in einer Abwehr-Fünferkette. Eine Position, die im Bremer Kader eigentlich für Theo Gebre Selassie (fehlt verletzt) und Michael Lang (völlig außer Form) vorgesehen ist.

Dass Eggestein überhaupt wieder von Beginn an auf dem Rasen stand, sagt eine Menge aus über den 23-jährigen. Und über diejenigen, die stattdessen beim Bremer Charaktertest im Keller-Duell mit Köln eben nicht das Vertrauen des Trainers bekamen. Denn was zunächst wenige wussten: Eggestein ging schwer angeschlagen in dieses Spiel. „Wir haben das nicht öffentlich gemacht: Maxi hat heute unglaublich auf die Zähne gebissen“, erklärte Florian Kohfeldt nach der 0:1-Niederlage in Köln, „er hat eine schwere Rippenprellung gehabt, er konnte kaum trainieren und hat sich schon im Abschlusstraining am Freitag in Bremen über den Platz geschleppt. Das Geheimtraining am Donnerstag musste er sogar abbrechen.“

„Hut ab für den Einsatz“

Das erklärt vielleicht auch, warum Eggestein in so vielen direkten Duellen in diesem Spiel unterlegen war und warum ihm überraschend viele Querschläger unterliefen. „Ich würde seine Leistung heute so einordnen: Hut ab für den Einsatz, aber von der reinen Leistung her kaum bewertbar“, meinte Kohfeldt. Es sei aber wichtig für Werder gewesen, Maxi Eggestein auf dem Platz zu haben, erklärte der Trainer, „weil wir im Spielverlauf vielleicht auch das System umstellen wollten. Er kann diese Position rechts in der Abwehr spielen, ich sehe ihn aber deutlich stärker im zentralen Mittelfeld.“

Weil Gebre Selassie auch in den ersten Wochen der Rückrunde wegen seiner schweren Muskelverletzung noch nicht wieder zur Verfügung stehen wird, muss Kohfeldt mit seinem Trainerteam noch entscheiden, ob er Eggestein wirklich wieder aus dem Mittelfeld auf diese Position zurückziehen will. Es war zunächst nur eine Entscheidung für dieses eine Spiel in Köln.

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