Werder Bremen "Mehr Werder" lässt im Endspurt hoffen

Bremen. Das 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach ist ein echter Punktgewinn für Werder Bremen. Denn anders als in den Vorwochen ist bei den Grün-Weißen ein Fortschritt zu erkennen. Der hat gleich mehrere Gründe.
11.04.2012, 12:11
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Von Ben Binkle

Bremen. Das 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach ist ein echter Punktgewinn für Werder Bremen. Denn anders als in den Vorwochen ist bei den Grün-Weißen tatsächlich ein Fortschritt zu erkennen. Der hat gleich mehrere Gründe.

Mehr Leidenschaft:Werders Auftritt am Dienstagabend war vor allem leidenschaftlich. Den besseren Fußball spielten ohne Frage die Gäste. Gladbach spielte schön, teilweise sogar zu schön und ließ so mehrere gute Chancen liegen. Werder bekam vom Anpfiff an vorgeführt, wie moderner Systemfußball vom Reißbrett aussehen kann. Entsprechend enttäuscht war Gladbach-Coach Lucien Favre nach dem Spiel: "Eigentlich sollten wir hier in Bremen gewinnen."

Von einer derartigen Leichtigkeit im eigenen Spiel ist Werder Bremen in der Saison 2011/12 meilenweit entfernt. Doch hielt das Team gegen den taktisch und spielerisch deutlich überlegenen Gegner mit beeindruckendem Kampf und jeder Menge Willen dagegen. Nach der Roten Karte gegen Sebastian Boenisch zeigte Werder eine Trotzreaktion, rückte noch enger zusammen und schaffte es immer wieder, mit hohem Einsatz die Gladbacher Angriffe zu stoppen.

Die Stürmer Markus Rosenberg (11,78 km) und Claudio Pizarro (11,66) absolvierten ein immenses Laufpensum, arbeiteten fleißig nach hinten mit. Innenverteidiger Sokratis war einmal mehr der Turm in der Schlacht ( WESER-KURIER-NOTE 2), der Grieche ging in sagenhafte 28 Zweikämpfe, von denen er 17 gewann. "Wir waren lange in Unterzahl, haben uns aber gut dagegen gestemmt und deshalb auch einen Punkt verdient", analysierte Thomas Schaaf. Keeper Tim Wiese freute sich über die große Moraldes dezimierten Teams.

Mehr Selbstvertrauen:Über den Kampf ins Spiel finden, so lautet eine recht abgedroschene Fußball-Floskel. Für Werder hatte sie am Dienstagabend Geltung. Trotz Unterzahl wuchs der Mut der Spieler im Laufe des Spiels. Am Ende wurden die Torchancen nicht nur erkämpft, sondern auch erspielt. Werder zeigte die ein oder andere Offensiv-Kombination, die wochenlang nicht zu sehen war. So war für Schaaf am Ende mitentscheidend, "dass wir trotz aller Schwierigkeiten immer wieder nach vorne gespielt haben".

Das tat Werder, hatte sogar durch Pizarro noch die Chance zum 3:2. Insgesamt war die zuletzt von Tim Wiese kritisierte Körpersprache der Grün-Weißen positiver, was von den Fans im Stadion mit viel Beifall honoriert wurde.

Mehr Routine:Schaaf setzte gegen Gladbach auf die geballte Routine. In Tom Trybull (19), Florian Hartherz (18) und Aleksandar Ignjovski (21) saßen drei Gesichter des Umbruchs auf der Bank, auf dem Platz bekamen die deutlich erfahreneren Naldo, Sebastian Boenisch und Lukas Schmitz den Vorzug. Eine interessante Entwicklung, gegen die "Fohlen" zahlte sich die Umstellung letztlich aus. Das Werder-Spiel wirkte insgesamt gefestigter als in den Vorwochen. Was aber auch am Gegner lag: Bei allen Offensivqualitäten leistete sich Gladbach immer wieder haarsträubende Defensiv-Fehler.

Insgesamt war es am Dienstagabend "mehr Werder" als zuletzt. So ist das 2:2 nach rassigen 90 Minuten, ein echter Punkt gewinn. Nicht wenige der 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion werden sich gefragt haben, warum die Grün-Weißen eine vergleichbare Leistung nicht schon in den vergangenen Partien gegen Mainz (0:3) und Köln (1:1) abgerufen haben. Werder erspielte sich gegen starke Gladbacher in nur einer Halbzeit mehr nennenswerte Torszenen, als in den 180 Minuten der Vorwochen zusammen. Und das auch noch in Unterzahl.

"In unserer Situation ist ein solches Ergebnis durchaus hilfreich", sagte Thomas Schaaf. Vor allem wohl für die Bremer Moral. Auch wenn das siebte Unentschieden der Rückrunde auf die Tabellensituation nur wenig Auswirkungen hat, lässt der Auftritt für den Endspurt der Saison hoffen - auch wenn die Gegner nun Wolfsburg, Bayern, Stuttgart und Schalke heißen. "Wir müssen jetzt endlich damit anfangen, Spiele zu gewinnen", fordert Kapitän Clemens Fritz. Vielleicht ist Werder ja wirklich endlich im Kampf um die Europa-League-Plätze angekommen. (bb)

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