Zurückgeblättert: 3. Januar 2014

„Meister, Mitläufer, Pechvögel“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
03.01.2019, 08:43
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Von mw
„Meister, Mitläufer, Pechvögel“
Archiv WESER-KURIER

Der WESER-KURIER schrieb am 3. Januar 2014:

Wer ist wo? Und wer spielt noch welche Rolle? Viele frühere Werder-Profis sind bei ausländischen Klubs untergekommen – dort verliert man sie schnell aus den Augen, wenn sie nicht gerade in exponierter (An-)Stellung wie ein Mesut Özil oder ein Per Mertesacker beim FC Arsenal spielen. Die Sportredaktion zeichnet den Weg jener Profis nach, die Werder in den vergangenen drei Jahren verlassen haben und heute noch aktiv sind.

Von Marc Hagedorn und Thorsten Waterkamp

Abgänge 2013

Kevin De Bruyne: Im Sommer wollte ihn der FC Chelsea unbedingt zurückhaben, unter José Mourinho aber kam der 22-Jährige nur zu zwei Startelfeinsätzen im August. Seitdem ist sein Zuhause vor allem die Tribüne. Deshalb will De Bruyne weg aus London – und wird womöglich wieder bei Klaus Allofs landen. Der holte ihn im Sommer 2012 zu Werder, jetzt buhlt er als Wolfsburger Manager um die Dienste des Mittelfeldspielers. Interesse hat auch Bayer Leverkusen angemeldet.

Marko Arnautovic: Für Arnautovic läuft es bei Stoke City gut: Er kam in der Premier League zu 13 Einsätzen, bereitete bei Stokes 3:2-Überraschung gegen den FC Chelsea das erste Tor vor und – Achtung – hat es bislang geschafft, sich aus den Schlagzeilen der Boulevardpresse herauszuhalten. Kurios: Auf seinen ersten Liga-Sieg des Jahres 2013 musste der Österreicher bis Ende November (!) warten – vorher hatten weder Werder noch Stoke gewonnen, wenn Arnautovic spielte.

Weiterer Abgang ins Ausland (ohne Ausleihen): Denni Avdic(AZ Alkmaar)

Abgänge 2012

Marko Marin: Sein Internetauftritt ist immer noch internationale Klasse. Auf dem Platz ist der kleine Dribbler davon weit entfernt. Beim FC Chelsea in Jahr eins nach
Werder nur Kurzarbeiter, kommt er auch beim FC Sevilla nicht in Form. Seit Anfang Oktober stand er nicht mehr im Kader; zunächst wegen einer Oberschenkelverletzung, später – so heißt es aus Spanien – wegen Problemen mit Trainer Unai Emery. Sieben Ligaspiele, zwei Vorlagen, drei Europa-League-Einsätze, zwei Tore – das sind die Fakten der Hinrunde.

Mikaël Silvestre: Sein Stellenwert in England ist ungebrochen. Sobald es zu aktuellen Entwicklungen bei Manchester United etwas zu sagen gibt, ist der langjährige Abwehrchef ein gefragter Gesprächspartner. Fußball spielt der Franzose immer noch. Trotz seiner inzwischen 36 Jahre und nach einem frisch verheilten Kreuzbandriss will er in seinem letzten Vertragsjahr beim US-Klub Portland Timbers Stammkraft werden – bis zu seiner Verletzung war er das.

Markus Rosenberg: Für einen Stürmer gibt es nichts Schlimmeres als: keine Tore zu schießen. Der Schwede hat eineinhalb Spielzeiten lang kein Tor geschossen. Seit dem Sommer 2012 spielt er bei West Bromwich Albion. In dieser Saison kommt er auf sechs Pflichtspieleinsätze, seit Oktober stand er nicht mehr im Kader. An dem alternden Star Nicolas Anelka, dem irischen Nationalstürmer Shane Long, Saido Berahino aus Burundi und dem Nigerianer Victor Anichebe kommt er nicht vorbei.

Andreas Wolf: Er spielte nur ein halbes Jahr für Werder, ehe im Januar 2012 ein Angebot kam, das er nicht ablehnen konnte. Der AS Monaco lockte ihn mit einem Dreieinhalbjahresvertrag in die zweite französische Liga, um ihn herum baute der Klub – gestützt von dem Geld des russischen Milliardärs Dmitri Rybolowlew – ein neues Teamauf. Wolf wurde Kapitän, doch schwere Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Nach dem Aufstieg in die Lique 1 rüstete der Klub massiv mit Top-Stars auf – seitdem spielt Wolf dort keine Rolle mehr.

Weiterer Abgang ins Ausland: François Affolter(heute FC Luzern)

Abgänge 2011

Wesley: Sein Absturz war rasant. Für etwa sechs Millionen Euro hatte Werder den Mittelfeldmann vom FC Santos geholt. Nach eineinhalb erfolglosen Jahren ging es zurück nach Brasilien. Dort kam es noch schlimmer: Wesley zog sich einen Kreuzbandriss zu, sein neuer Klub Palmeiras stieg ab. Das Kreuzband ist längst wieder heil, und Palmeiras in die erste Liga zurückgekehrt. Großen Anteil daran als Stammkraft mit sechs Saisontoren: Wesley.

Daniel Jensen: Der heute 34-jährige Däne spielt in seiner Heimat beim Liga-Schlusslicht Sønderjysk, nachdem sein Vertrag beim FC Kopenhagen im Sommer nicht verlängert worden war. Vor allem das halbe Jahr in Kopenhagen darf Jensen als Erfolg verbuchen: Mit dem Hauptstadtklub wurde er Meister. Nach seinem Abschied aus Bremen im Sommer 2011 war der Mittelfeldspieler zunächst arbeitslos, ehe er bei Novara Calcio in Italien anheuerte.

Petri Pasanen: Der Finne ist inzwischen 33 Jahre alt und spielt wie Jensen in der dänischen Superligaen, ist mit Aarhus GF allerdings etwas erfolgreicher. Pasanen ist beim Liga-Achten Stammspieler auf seiner so geliebten Innenverteidigerposition, die er in Bremen nur äußerst selten spielen durfte. Im Anschluss an seine Bremer Zeit war er zu Red Bull Salzburg gegangen – und wurde prompt österreichischer Meister.

Hugo Almeida: Besiktas Istanbul hat ein Sturmproblem – am früheren Bremer, der Werder vor exakt drei Jahren verließ, liegt das nicht. Im Gegenteil: Der Portugiese (29) ist mit zehn Toren der einzige herausragende Angreifer. Da Besiktas nur Vierter ist und den Titel fast schon abschreiben kann, läuft der x-te Kaderumbau. Almeidas Vertrag endet im Sommer – Atlético Madrid soll schon einmal vorgefühlt haben.

Weitere Abgänge ins Ausland: Per Mertesacker (FC Arsenal), Said Husejinovic (heute Dinamo Zagreb)

Das hochauflösende PDF der Original-Zeitungsseite gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).

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