Werder Bremen Mertesacker erfüllt sich einen Jugendtraum

Bremen. Für Per Mertesacker geht mit dem Wechsel zu Arsenal London ein Jugendtraum in Erfüllung. Der Verteidiger spiele "nun für den Klub, für den ich seit Jahren schwärme", so Mertesacker. Alles hat mit einem Besuch der Tante in England begonnen.
01.09.2011, 16:32
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Mertesacker erfüllt sich einen Jugendtraum
Von Daniel Stöckel

Bremen. Für Per Mertesacker geht mit dem Wechsel von Werder Bremen zu Arsenal London ein Jugendtraum in Erfüllung. Der Verteidiger spiele "nun für den Klub, für den ich seit Jahren schwärme", sagte Mertesacker am Donnerstag.

Angefangen habe die Vorliebe für die "Gunners" beim Besuch seiner Tante in England, so der 26-Jährige weiter: "Wenn man aus England zurückkam, brachte man ein Fußballtrikot mit. Ich habe Arsenal gewählt und jetzt schließt sich der Kreis", sagte Mertesacker. "Viele Spieler aus den Jugendmannschaften erinnern sich, dass ich schon damals im Arsenal-Trikot herumgelaufen bin", so der Abwehrspieler, für den der Premier-League-Klub rund zehn Millionen Euro Ablöse an Werder überweist.

Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Bundestrainer Joachim Löw, der es seinem Abwehrchef sogar gestattet hatte, das Quartier des deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Düsseldorf für einen Tag zu verlassen, um den Millionen-Deal und den Medizin-Check in London abwickeln zu können. "Per hat sehr bewegte Tage hinter sich. Ich freue mich, er sich auch. Ich halte das für einen sehr guten Schritt", erklärte Löw.

Von Mertesackers Karrieresprung will auch der Bundestrainer in der EM-Saison profitieren. "Es ist außergewöhnlich, zu einem Klub wie Arsenal zu wechseln. Dort wird Wert auf schnellen und technisch hochwertigen Fußball gelegt", erläuterte der Bundestrainer seine Hoffnungen.

Auch wenn Arsenal äußerst schwach in die Premier League gestartet ist und auch Mertesacker noch als Fan das jüngste 2:8 gegen Manchester United "natürlich nicht begeistert" hatte, gilt der Verein mit Langzeittrainer Arsène Wenger nach wie vor als eine sehr gute Wahl. "Ich sehe das Potenzial, sich aus der Tabellensituation zu lösen", sagte Mertesacker. Und anders als in Bremen lockt die Champions League - erster Gegner von Arsenal ist Borussia Dortmund.

Kurz vor dem Ende der Transferfrist hatte Mertesacker nicht mehr mit einem Wechsel gerechnet und sich eigentlich darauf eingerichtet, in Bremen zu bleiben. "Es ist für mich eine besondere Situation, weil ja lange nicht klar war, was bis zum Ende der Wechselperiode passiert. Es ging alles zu schnell, um das zu verarbeiten." Gleichzeitig betonte "Merte", sein Interesse an Arsenal nie verborgen zu haben. "Ich habe mir immer ein kleines Hintertürchen aufgehalten, weil ich auch ehrlich sein wollte."

Im Anschluss an die anstehenden EM-Qualifikationspartie gegen Österreich und dem Freundschaftsspiel gegen Polen will er sich in Bremen auch noch bei den ehemaligen Mannschaftskollegen verabschieden und "gewisse Dinge regeln". Ganz ohne Emotionalität werde das nicht ablaufen, sagte der bisherige Werder-Kapitän.

Nach dem Transfer-Rummel hielt sich Löw noch mit einer Startelf-Zusage für Mertesacker gegen Österreich zurück. Doch der Abwehrhüne versicherte: "Ich habe den Fokus schon wieder auf Österreich ausgerichtet. Ich bin hier beim Nationalteam lange dabei, ein Tag weg bringt mich nicht aus der Fassung."

Nach einer fast halbjährigen Pause will Mertesacker unbedingt sein Comeback in der DFB-Auswahl feiern. Zumal auch er den Druck der jungen Konkurrenten in der Innenverteidigung spürt: "Hier hat keiner einen Freifahrtschein."

Löw bescheinigte besonders dem Dortmunder Mats Hummels (22) und dem Münchner Holger Badstuber (22) eine "sehr gute Entwicklung". Auch der ebenfalls erst 22 Jahre alte Neu-Münchner Jérome Boateng verfüge über ein "gutes" Potenzial. "Wir haben junge, sehr dynamische Innenverteidiger", erklärte Löw.

Noch ist Mertesacker der Chef der deutschen Defensive. "Per war immer ein hervorragender Abwehrspieler. Er genießt ein großes Vertrauen", betonte Löw. Wenn Mertesacker bei Arsenal einschlägt, könnte er seinen Status festigen. Denn bei der EM 2012 will sich der lange Abwehrspieler den nächsten Traum erfüllen: "Wir sind super besetzt in der Nationalmannschaft. Und vielleicht können wir mit dem Schuss mehr Qualität den Thron erklimmen." (mit Material von dpa)

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