"Bei Top-Vereinen im Notizbuch" 16-jähriger Fabio Chiarodia verlängert bei Werder

Laut Frank Baumann gehört Fabio Chiarodia zu den "talentiertesten Spielern Europas in seinem Jahrgang". Werder hat das Talent nun langfristig an sich gebunden.
07.10.2021, 17:29
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus und Björn Knips

Wenn ein 16-Jähriger seinen Vertrag beim SV Werder Bremen verlängert, dann wird das vom Club normalerweise nicht an die große Glocke gehängt. Doch im Fall Fabio Chiarodia sollte möglichst die ganze Fußball-Welt hören, dass er ein Grün-Weißer bleibt. Denn es geht dabei auch um Prestige, weil dieser in Oldenburg geborene Abwehrspieler mit italienischen Wurzeln etwas Besonderes ist und deshalb als wohl jüngster Spieler in der Werder-Geschichte konstant mit den Profis trainieren darf.

„Fabio zählt zu den talentiertesten Spielern Europas in seinem Jahrgang und steht bei zahlreichen internationalen Top-Vereinen im Notizbuch“, lässt sich Sportchef Frank Baumann in einer Pressemitteilung zitieren. Dort werden die Worte immer besonders sorgsam ausgewählt. Und Baumann dürfte bewusst sein, dass er dem erst 16-Jährigen damit durchaus einen Rucksack aufsetzt. Vergleichbar mit Johannes Eggestein. Dessen Vertragsverlängerung in jungen Jahren wurde von Werder auch mal abgefeiert. Schließlich hatten sich die Bremer gegen Interessenten wie Manchester United durchgesetzt. In diesem Sommer wurde der inzwischen 23-Jährige für kleines Geld an den belgischen Club Royal Antwerpen verkauft, dieses Top-Talent ist also weg.

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Auch dadurch hat der Ruf des Leistungszentrums etwas gelitten. Es geht um die Durchlässigkeit, wer schafft es tatsächlich aus der Jugend dauerhaft zu den Profis? Dazu gesellen sich große Probleme mit der Infrastruktur, die Gebäude sind marode, ein Neubau ist zwingend erforderlich, aber aktuell nicht machbar. Da kommen Nachrichten wie die von Chiarodia natürlich wie gerufen, zeigen sie doch, dass Werder weiterhin attraktiv für Talente ist. Der italienischen U17-Nationalspieler hatte die Qual der Wahl, zahlreiche internationale Topclubs (darunter Juventus Turin und der FC Chelsea) waren interessiert. Zwei Vereine gaben im Sommer sogar konkrete Angebote ab, doch Werder lehnte ab, obwohl zu dem Zeitpunkt noch jeder Cent in der Kasse zählte.

Chiarodia sollte einfach noch nicht gehen – und er wollte es auch nicht. „Werder ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Der Sprung in den Profi-Kader ist eine riesige Herausforderung für mich, vor der ich großen Respekt habe“, erklärt der 16-Jährige, der auf dem Platz so viel älter wirkt. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Ex-Spieler des VfL Oldenburg auch nicht. Neulich tunnelte er einen – natürlich älteren – Kollegen beim Training mit den Profis wie selbstverständlich und grinste zufrieden. Spielpraxis soll er allerdings vorerst weiterhin nur in der U19 sammeln. 

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