Werder-Talent Jesper Verlaat Mit Ambition und Antizipation

Jesper Verlaat möchte in die Bundesliga. Der Weg des Defensivspezialisten dorthin ist keinesfalls vorgezeichnet. Das Potential dazu besitzt Verlaat aber allemal.
16.07.2017, 16:57
Lesedauer: 2 Min
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Von Cedric Voigt Christoph Sonnenberg

Die strengsten Blicke erntete Jesper Verlaat von seinem Vater. Frank Verlaat war vergangene Woche extra ins Zillertal gereist, um seinem Sohn bei der Arbeit zuzuschauen. Für Jesper war die Reise nach Österreich wenige Tage nach seinem 21. Geburtstag der zweite längere Kontakt mit den Profis.

Bereits im Wintertrainingslager in Andalusien durfte der junge Niederländer bei den Profis mitwirken. Nach und nach holt Verlaat sich seine Praxis: In der U23, in den Trainingslagern, in den Testspielen. "Mittlerweile weiß ich, was der Trainer erwartet und kann es schneller umsetzen", beschreibt Verlaat seinen Fortschritt. Im Zillertal erhielt er Gelegenheit genug, das auch unter Beweis zu stellen.

Cleveres Bewegungsspiel, Nachholbedarf in Sachen Tempo

Als einer von fünf Innenverteidigern durfte sich Verlaat Trainer Alexander Nouri präsentieren und machte seine Sache in den Einheiten und den beiden Testspielen insgesamt ordentlich. Gegen Ajax und Wolverhampton durfte Verlaat jeweils von Beginn an ran, gegen seine Landsleute als rechtes Glied der Dreierkette, gegen die Wolves als linker Innenverteidiger in einer Viererkette.

In beiden Spielen zeigte er ein gutes Antizipationsverhalten und ein sauberes Timing im Herausrücken im Spiel gegen den Ball. Sehr auffällig bei eigenem Ballbesitz sind seine schnellen Absetzbewegungen, mit denen er sich immer wieder anspielbar macht und dann im Passspiel nicht nur auf Sicherheit bedacht ist, sondern durchaus auch schwierige vertikale Zuspiele versucht.

Als Linksfuß dürfte er sich in der Zentrale oder auf der linken Seite eine Spur wohler fühlen, was sich in Eins-zu-Eins-Situationen durchaus bemerkbar machte: Musste er auf der rechten Seite Zweikampfsituationen verteidigen, schien er nicht so aggressiv und eher zögerlich im Heranrücken an den Gegner.

Ein wenig fehlt auch noch das Tempo in einigen Situationen, dazu leistete er sich gegen Wolverhampton einen leichtsinnigen Abspielfehler, der beinahe zu einem Gegentreffer geführt hätte.

Im Kampf um die Kaderplätze ist Verlaat nicht chancenlos

Verlaats Perspektive bei den Profis scheint dennoch nicht die schlechteste. Alexander Nouri schätzt den ehrgeizigen Defensivspezialisten. "Jesper hat sich in den vergangenen Jahren schon extrem weiter entwickelt", lobte Nouri seine neue Alternative am Rande des Telekom-Cups. "Bei ihm ist unsere Fantasie noch nicht zu Ende".

Auch die Bremer Kaderstruktur könnte Verlaat entgegenkommen: Werder hat in Niklas Moisander und Luca Caldirola zwar zwei weitere linksfüßige Innenverteidiger, der eine wird aber bald 32 und der andere war zuletzt ziemlich anfällig für Verletzungen. Dazu muss Verlaat für eine seiner Planstellen keine weitere externe Konkurrenz fürchten.

Frank Baumann scoutet zwar nach einem sechsten Innenverteidiger, der soll aber unbedingt ein Rechtsfuß sein. Sollte der Geschäftsführer auf dem sehr schwierigen Markt für zentrale Verteidiger überhaupt jemanden finden, dürften Verlaats unmittelbare Konkurrenten Moisander und Caldirola bleiben.

Ein Konkurrenzkampf, den der Nachwuchsmann gerne annimmt. Noch denkt er nicht an einen Vereinswechsel. "Es hätte einige Möglichkeiten gegeben", bestätigte Verlaat. "Aber ich habe mich entschieden, jetzt erst mal mindestens noch ein Jahr bei Werder zu bleiben." Im kommenden Sommer wird Verlaat dann neu bewerten, wie gut seine Chancen auf Bundesligafußball in Bremen stehen.

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