Kommentar über Meistermacher Werder

Mit der Philosophie des Viktor Skripnik

Werder hat gegen Dortmund erneut begeistert. Dass den Bremern das Remis kaum hilft und sie für die Bayern quasi zum Meistermacher wurden, sollte sie nicht stören, kommentiert Mein-Werder-Reporter Malte Bürger.
05.05.2019, 16:15
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Mit der Philosophie des Viktor Skripnik
Von Malte Bürger
Mit der Philosophie des Viktor Skripnik
nordphoto

Es war wieder einer dieser Tage, an denen der Fußballgott sein Unwesen zu treiben schien. Kuriose Elfmeterpfiffe hier, noch kuriosere Nicht-Pfiffe dort. Und als würde dieser Stoff noch nicht für eine schmierige Seifenoper reichen, gab es eine zusätzliche Portion Kitsch.

So war es Claudio Pizarro, ausgerechnet Claudio Pizarro, der ein denkwürdiges Spiel noch etwas denkwürdiger machte. Nicht nur, dass er gegen Dortmund wunderschön zum Ausgleich traf und Tausende Bremer frenetisch jubeln ließ, auch viele Kilometer weiter südlich sorgte Pizarro durch sein Tor für große Freude. Ausgerechnet beim FC Bayern. Jener Klub also, für den Pizarro einst spielte und der ihm noch immer viel bedeutet, aber auch ausgerechnet jener Klub, der Werder zuletzt binnen weniger Tage und mit einigen Nebengeräuschen gleich zwei Mal die Tour versaute. Und trotzdem gaben die Bremer jetzt eine Art Meistermacher – ohne am Ende davon selbst so richtig zu profitieren. Im Rennen um Europa sieht es nämlich weiter trübe aus. Doch hatten sie eine andere Wahl? Nicht wirklich.

Aber vielleicht geht die Seifenoper ja auch noch in eine nächste Runde. Für genügend Kitsch ist schließlich noch an zwei Spieltagen Platz. Werders Ex-Trainer Viktor Skripnik hat einst einen einfachen Satz über Gebühr strapaziert: „So ist Fußball.“ Der Spruch gilt noch immer in Bremen. Ausgerechnet.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+