Werder verliert Test gegen Hannover 96 Muster ohne Wert

Bremen. Das 0:2 gegen Hannover 96 ist Werder Bremen erste Niederlage in der Saisonvorbereitung. Das Spiel, das unter Ausschluss der Fans stattfand, lieferte aber nur wenige hilfreiche und neue Erkenntnisse.
06.08.2014, 20:30
Lesedauer: 3 Min
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Muster ohne Wert
Von Marc Hagedorn

Werder hat erstmals in dieser Saisonvorbereitung ein Testspiel verloren. Drei Tage nach dem 3:0-Sieg über den FC Chelsea unterlagen die Bremer dem Bundesligakonkurrenten Hannover 96 mit 0:2. Das Spiel, das unter Ausschluss der Fans auf Platz 11 stattfand, lieferte aber nur wenige hilfreiche und neue Erkenntnisse.

Für die kreativen Bremer Momente sorgten beim Testspiel Werder gegen Hannover 96 die Fans, die eigentlich gar nicht da sein sollten (siehe auch den nebenstehenden Text). Als das Spiel vorbei war, das Werder 0:2 und ohne spielerischen Glanz verloren hatte, sang ein kleines Grüppchen, das sich außerhalb von Platz 11 ein Plätzchen zum Zugucken gesichert hatte, völlig ungerührt von dem Ergebnis: „Die Nummer 1, die Nummer 1, die Nummer 1 im Norden sind wir.“ Daraufhin wurde auch im Innenraum des kleinen Stadions wenigstens geschmunzelt.

Das Testspiel Werder gegen Hannover 96 wird wegen solcher skurriler Kleinigkeiten in Erinnerung bleiben und weniger wegen der sportlichen Erkenntnisse. Knapp 100 Menschen hatten sich auf den Sitzplätzen der Anlage, auf der sonst Werders U 23 seine Regionalliga-Spiele austrägt, zusammengefunden. Es waren zumeist Journalisten und Vereinsmitglieder: die komplette Werder-Klubführung war da, Teile des Managements, dazu einige Nachwuchstrainer und viele Nachwuchsspieler.

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Es waren merkwürdige Bedingungen für ein Fußballspiel zwischen zwei Bundesligisten, die im Normalfall vor über 40 000 Zuschauern gegeneinander spielen würden. Wo sonst der Lärmpegel in den ausverkauften Erstliga-Arenen jedes Wort verschluckt, waren nun Wortwechsel zwischen den Spielern zu hören oder Absprachen innerhalb des Schiedsrichtergespanns (das einen guten Job machte).

Sportlich gab die Partie nicht sehr viel her. Bereits ab Mitte der ersten Halbzeit machte sich bemerkbar, dass Hannovers Trainer Tayfun Korkut eine Startelf auf den Platz geschickt hatte, die in dieser Zusammensetzung auch in zehn Tagen gut im DFB-Pokal spielen könnte. Werders Trainer Robin Dutt dagegen hatte Hannovers A-Elf eine Formation gegenübergestellt, die so bestimmt niemals in einem Pflichtspiel für Bremen auflaufen wird.

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Sebastian Prödl und Franco Di Santo, zwei Leute für die erste Elf, fehlten verletzungsbedingt. Dazu verzichtete Dutt freiwillig auf Einsätze für Eljero Elia, Clemens Fritz, Zlatko Junuzovic und Fin Bartels. Dafür waren andere an der Reihe, etwa die beiden Nachwuchsleute Oliver Hüsing und Marnon Busch, die in der Abwehr nebeneinander spielten; Hüsing zunächst innen, später links, Busch hinten rechts.

Die beiden letztjährigen U 23-Spieler hatten ein paar gute Szenen, Busch schaltete sich hin und wieder nach vorne ein, Hüsing ging ein paar Mal beherzt in Zweikämpfen zur Sache. Allerdings hatten die ausgebufften 96-Profis das junge Werder-Duo als Schwachstelle ausgeguckt, beinahe jeder Angriff von 96 ging über Buschs und Hüsings Seite, sehr oft mit gefährlichen Abschlüssen. Vor allem Raphael Wolf war es zu verdanken, dass Werder zur Pause nicht hinten lag. Gleich dreimal klärte der Torwart glänzend.

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Im zentralen Mittelfeld hatte Dutt diesmal Ludovic Obraniak gebracht. Der polnische Nationalspieler, der tags zuvor Wechselgedanken geäußert hatte, konnte auf seiner erklärten Lieblingsposition aber kaum Akzente setzen. Zwar sprach Dutt hinterher bei der Bewertung von Obraniaks Auftritt von einer „normalen Leistung“, und davon, dass er Testspielauftritte nicht überbewerten wolle, aber ein bisschen mehr hätte Obraniak nach Meinung der meisten Beobachter doch bringen dürfen.

Und sonst? Werder hatte in 90 Minuten genau zwei Chancen; einmal köpfte Nils Petersen, gestern Kapitän, nach toller Flanke von Santiago Garcia an die Latte, einmal zischte eine Volleyabnahme von Alejandro Galvez, gestern nach der Pause in der Innenverteidigung eingesetzt, haarscharf über das Tor von 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler.

Bemerkenswert war sonst allenfalls noch die Einwechselung von Joseph Akpala. Der nigerianische Nationalstürmer trug erstmals seit über einem Jahr wieder das Werder-Trikot in einem Fußballspiel. Seine Achillessehnenverletzung hat er offenbar überstanden, jetzt geht es darum, dass er potenzielle Kaufinteressenten von seiner Fitness überzeugt. Beim nächsten Test, am Sonnabend beim englischen Erstligisten Leicester City, kann er das dann auch wieder vor Zuschauern machen.

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