Nach Sieg gegen Schalke Werder macht Weiser zum "Ronaldinho"

Und plötzlich ist er da – so ein Spitzname! Beim SV Werder Bremen hört Mitchell Weiser ab sofort auch auf den Namen Ronaldinho.
06.11.2022, 07:39
Lesedauer: 2 Min
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Von dco kni

Nicht, weil er es in einem Anflug von Überheblichkeit so fordert, nein, nein: Teamkollege Niclas Füllkrug hat ihm das erst eingeflüstert und dann mit einer öffentlichen Bekanntgabe via TV-Interview nach dem 2:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 quasi festgelegt. Den Vergleich mit dem einstigen brasilianischen Superstar hatte sich Weiser nach seinen beiden überragenden Vorlagen zu den Treffern im Duell der Aufsteiger durchaus verdient.

„Sensationell, wie Mitch die Tore vorbereitet“, schwärmte Kapitän Marco Friedl. Und Trainer Ole Werner adelte den offensiven Rechtsverteidiger einmal mehr als „einen Schlüsselspieler bei uns“. Passender hätte er es nicht ausdrücken können, denn tatsächlich war es einmal mehr Weiser, der den Schlüssel in diese Partie fand. Bis zum 1:0 hatten die Bremer nämlich enorme Probleme mit dem Tabellenletzten. Doch nach einer starken Verlagerung von Ilia Gruev  schüttelte Weiser technisch versiert und ziemlich geschickt Gegenspieler Tobias Mohr ab, um dann per Hacke Füllkrug zu bedienen. Der jagte die Kugel zum 1:0 ins Tor. „Da brauchen wir weniger über mich zu reden“, meinte Füllkrug.

Es geht schließlich um die WM-Teilnahme

Dabei kann er gerade jede Aufmerksamkeit als Torschütze gebrauchen, schließlich geht es für ihn um eine WM-Teilnahme. Doch der 29-Jährige nimmt sich eben nicht zu wichtig, weiß genau, bei wem er sich zu bedanken hat. „Ich habe Mitch nach dem Tor nur Ronaldinho ins Ohr geflüstert. Wie er das gemacht hat!“ Füllkrug war immer noch begeistert vom Teamkollegen. Der die Aussage bei Sky live mitbekam und fett grinsend dazu meinte: „Das ist mittlerweile ein bisschen mein Spitzname von ,Fülle‘ für mich. Freut mich.“ Womit übrigens auch klar wird: Spitznamen können sich auch ändern. Aus „Lücke“, wie Füllkrug in seiner ersten Werder-Zeit getauft wurde, wird mehr und mehr „Fülle“.

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Aber zurück zu „Ronaldinho“, also den von der Weser. Der spielt nur dort, weil sie ihn bei Bayer Leverkusen nicht mehr haben wollten. „Der hat einfach einen Verein gebraucht, der ihn spielen lässt“, merkte Friedl ganz simpel an. Vor gut einem Jahr lieh ihn Werder für eine Saison aus, in diesem Sommer wurde der Ex-Bayern-Profi fest verpflichtet - und zwar ablösefrei. „Ich darf jetzt wieder Fußball spielen, das ist meine Leidenschaft. Die durfte ich anderthalb Jahre nicht ausüben. Ich fühle mich frei, wenn ich auf dem Platz bin“, berichtete Weiser: „Meine Stärke ist es, Fußball zu spielen und die spielerische Lösung zu finden. Mit den beiden da vorne klappt das sehr gut.“ Neben Füllkrug war damit auch Marvin Ducksch gemeint. Und den hatte Weiser mit einem herrlichen Ball auf die Reise zum 2:0 geschickt. „Er hat ein top Spiel gemacht. Man merkt einfach, wie wichtig er für uns ist“, lobte Füllkrug.

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Weiser selbst sprach von einem „guten Spiel“. Ob es sein Bestes im Werder-Trikot gewesen sei, wurde er gefragt. „Das sollen andere beurteilen“, antwortete der 28-Jährige. Er mag diese Superlative nicht, auch wenn sich das mit dem neuen Spitznamen schon etwas beißt. Ronaldinho war Anfang der 2000er Jahre schließlich der beste Fußballer der Welt, wurde 2002 mit Brasilien Weltmeister und  holte zahlreiche Titel mit dem FC Barcelona. Von diesen Erfolgen kann Weiser freilich nur träumen, aber mit seinen starken Leistungen lässt er Werder von besseren Zeiten träumen. Eigentlich schade, dass der einstige U21-Europameister bislang so gar kein Thema für den WM-Kader war. 

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