Coach will „niemanden an die Wand nageln” Nächster Umbau der Werder-Abwehr nach Mai-Patzer?

Lars Lukas Mai gab gegen Sandhausen nicht zum ersten Mal eine unglückliche Figur ab. Kann er im Werder-Abwehrzentrum noch für die nötige Stabilität sorgen? Coach Anfang antwortet darauf differenziert.
27.10.2021, 15:25
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Von Marius Winkelmann

Es war ein Spiel zum Vergessen für Lars Lukas Mai. Der Innenverteidiger des SV Werder Bremen gab beim 2:2 beim SV Sandhausen nicht zum ersten Mal in dieser Saison eine unglückliche Figur ab. Exemplarisch dafür stehen die beiden Szenen, die im BWT-Stadion am Hardtwald zu den Bremer Gegentoren führten. Zunächst leitete Mai mit seinem zu kurz geratenen Rückpass den Ausgleichstreffer ein, in der Schlussphase der Partie verlor der 21-Jährige dann Gegenspieler Pascal Testroet im Strafraum komplett aus den Augen, der die Einladung dankend annahm und zur zwischenzeitlichen Sandhäuser Führung traf. Ein Auftritt, der unweigerlich die Frage aufwirft, ob Mai gegen die stärkste Offensive der Liga des FC St. Pauli (27 Saisontore) im Bremer Abwehrzentrum noch für die nötige Sicherheit und Stabilität sorgen kann. Oder ob ein anderer in die Bresche springen muss.

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„Jeder Spieler in unserer Kabine hat eine Qualität, mit der wir erfolgreich sein können”, sagt Werder-Trainer Markus Anfang und ergänzt: „Dass wir sie noch nicht alle zu 100 Prozent abgerufen haben, steht außer Frage.” Das gilt natürlich auch für Mai, den der 47-jährige Coach allerdings aus der Schusslinie zu nehmen versucht: „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, dass wir einen Spieler an die Wand nageln, wenn er einen Fehler macht”. Man könne Mai nicht dafür verurteilen, einen Fehler gemacht zu haben, und ihm sagen: „Du bist an allem schuld.” Zumal der gebürtige Dresdner ein junger, selbstkritischer Kerl sei, der sich mit seinem Fauxpas auseinandersetze. Dennoch hält Anfang fest: „Wir haben in der Vergangenheit einfach zu viele individuelle Fehler gemacht. Die müssen wir versuchen, abzustellen.” Dabei sei nicht entscheidend, festzustellen, wer die individuellen Aussetzer habe, sondern deren Ursachen zu bekämpfen und deren Häufigkeit zu reduzieren. Anfang: „Wir wollen ja eine Stabilität hinbekommen.”

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Gibt es dafür gegen St. Pauli nun also den nächsten Umbau der Viererkette? Antwort: Vielleicht. „Wenn du merkst, dass Unsicherheitsfaktoren da sind, versuchst du natürlich darauf zu reagieren”, sagt Anfang. Einer, der sich eine Reaktion in Form eines Personalwechsels erhoffen dürfte, ist Anthony Jung. Der Sommer-Neuzugang von Bröndby Kopenhagen hatte zuletzt zweimal in Folge 90 Minuten lang auf der Bank gesessen und könnte nach den jüngsten Mai-Patzern wieder ein Thema für die Startelf werden. Wenn, dann allerdings wohl als linker Verteidiger. Marco Friedl könnte somit auf die Innenverteidiger-Position rücken - wie beim 0:0 in Karlsruhe oder dem 0:3 in Dresden. Anfang: „Tony hat bei Bröndby zwar im letzten Jahr als Innenverteidiger links in der Dreierkette gespielt. Aber seine Hauptposition ist Außenverteidiger. Er hat dort viel mehr Spiele gemacht und sieht sich dort auch selbst. Da haben wir ihn auch immer wieder aufgestellt.” Ob Jung, den Anfang nach dessen schwachen Auftritt gegen Dresden nicht mehr von Beginn an gebracht hat, gegen den Spitzenreiter der 2. Liga eine erneute Bewährungschance erhält, ließ der Werder-Coach allerdings offen.

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