Werder Bremen Naldo ist auf dem Weg zurück ins Team

Bremen. Für Werder Bremens Abwehrspieler Naldo ist jedes Training, das er durchhält, ein kleiner Sieg. "Alles prima", sagt der Brasilianer, "überhaupt keine Schmerzen", so der Verteidiger am Dienstag. Jetzt will Naldo seinen Stammplatz zurückhaben.
10.08.2011, 09:56
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Naldo ist auf dem Weg zurück ins Team
Von Marc Hagedorn

Bremen. Naldo grätscht, geht in die Zweikämpfe. Naldo schießt. Naldo trifft. Einmal flankt Marko Marin beim Nachmittagstraining, direkt auf den Kopf von Naldo. Der steigt hoch und verwandelt. Tor. Naldo läuft zu Marin, sie umarmen sich. Naldo ist in seinem Element.

Seit gut zwei Wochen trainiert er wieder mit der Mannschaft. 14 lange Monate hatte er das nicht tun können. Für ihn ist jedes Training, das er durchhält, ein kleiner Sieg. Ein Sieg gegen die Zweifel, ob das vermaledeite Knie der Belastung standhält. Gestern hat Naldosogar zweimal trainiert, vormittags und nachmittags, jeweils das volle Programm mit der Mannschaft. Und? Was macht das Knie?

„Alles prima“, sagt Naldo, „überhaupt keine Schmerzen.“ Am Montag hatte sich Werders Vereinsarzt Dr. Götz Dimanski das Knie angeschaut. „Er macht das regelmäßig“, sagt Naldo, „und er hat gesagt, dass alles super ist. Ich darf alles machen, jede Übung. Es gibt keine Einschränkung vom Arzt.“

Diesmal, glaubt Naldo, ist sein Optimismus wirklich angebracht. In der Vergangenheit hatte er die Dinge oft zu positiv gesehen. Im Sommer 2010, als es schlimm wurde mit den Knieschmerzen, hatte er wieder und wieder sein baldiges Comeback angekündigt – und es wieder und wieder verschieben müssen. Irgendwann war der letzte Funken Zuversicht weg. Naldowurde traurig, drängte auf eine Operation in Brasilien und setzte diese gegen den Willen der Werder-Bosse durch.

Jetzt sieht er sich bestätigt. Weil das Knie die kontinuierlich gesteigerte Belastung aushält, kann er jetzt Sätze sagen wie: „Ich möchte meinen Stammplatz wiederhaben.“ Vorbei die Zeit, als er das immer nur sagen konnte, jetzt kann er endlich hart dafür arbeiten. Wenn es nach ihm geht, ist sogar das Leverkusen-Spiel am Sonntag ein realistisches Ziel, um wenigstens das Comeback im Kader zu feiern. „Ja, Leverkusen, das traue ich mir zu“, sagt Naldo.

Naldo: Würde „Merte“ gratulieren

Cheftrainer Thomas Schaaf freut sich über NaldosEntwicklung, ganz so optimistisch wie sein Spieler klingt er indes nicht. Vielleicht, weil er im Training sieht, dass NaldosTiming noch nicht ganz stimmt, die Positionierung im Raum nicht immer passt. „Wir müssen bei Naldoabwarten“, sagt Schaaf, „wir setzen uns da kein zeitliches Limit.“ Könnte bedeuten, dass sich Naldonoch ein wenig gedulden muss.

Das fällt ihm schwer, denn er weiß: Wenn er zurückkommt, wird er sich anstrengen müssen, die Konkurrenz ist groß. Andreas Wolf und Sokratis Papastathopoulos sind neu seit diesem Sommer. „Und sie haben ihre Sache gegen Kaiserslautern wirklich gut gemacht“, sagt Naldo. Dann ist da noch Sebastian Prödl, der wieder fit ist und in der vergangenen Saison sein Stellvertreter war. Und natürlich der Kapitän: Per Mertesacker. Vier Spielzeiten lang galten „Merte“ und Naldoals eines der besten Innenverteidigerpaare der Bundesliga. Kann es jetzt passieren, dass Naldozurückkehrt und Mertesacker dann derjenige ist, der fehlt, weil er den Verein verlässt?

Naldoweiß das natürlich nicht. Aber er ahnt, dass sein kongenialer Nebenmann vielleicht bald weg sein wird. „Ich fände das sehr traurig, aus meiner Sicht würde ich ihm raten zu bleiben“, sagt Naldo, „aber er muss natürlich auch seine persönlichen Ziele verfolgen. Ich respektiere das. Wenn er die Chance hat, nach England zu wechseln, dann würde ich ihm dazu gratulieren.“ Naldospersönliche Ziele sind anderer Natur: Er will gesund bleiben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+