Werder Bremen Naldo sieht sich für die Sechser-Position bereit

Bremen. Gegen Gladbach hat Werders Verteidiger Naldo auf der Sechser-Position zunächst eine ungewohnte Rolle eingenommen und anfangs überfordert gewirkt. Allerdings kann sich der Brasilianer die Position in Zukunft weiterhin vortellen.
12.04.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Naldo sieht sich für die Sechser-Position bereit
Von Marc Hagedorn

Bremen. Die eine Hälfte der Mannschaft hatte sich entschlossen, Markus Rosenberg zu erdrücken. Also sprinteten Claudio Pizarro, Marko Marin, Zlatko Junuzovic und Kapitän Clemens Fritz zum Schützen des 1:0 für Werder in Richtung Gladbacher Strafraum und jubelten. Auf der gegenüberliegenden Seite steckten die übrigen Spieler derweil die Köpfe zusammen. Sebastian Boenisch gestikulierte in Richtung von Lukas Schmitz, Naldo redete auf François Affolter ein, und Abwehrchef Sokratis holte sich an der Seitenlinie Anweisungen von Trainer Thomas Schaaf.

Ein bisschen spiegelte diese Arbeitsteilung - die da vorne, wir dahinten - das Bremer Auftreten beim 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach wider. Werder hatte nach mehreren, vor allem spielerisch arg enttäuschenden Auftritten endlich einmal wieder fußballerische Akzente gesetzt. Die Partie, die 2:2 endete, hätte auch 4:6 oder 3:3 ausgehen können - so viel Spektakel wie am Dienstagabend war lange nicht mehr gewesen im Weserstadion. 25 Torschüsse gaben die Gladbacher ab, immerhin 16 waren es von Werder. Ein klarer Fortschritt gegenüber den zwei Torchancen aus dem Köln-Spiel.

Naldo und die Eingewöhnung

Allerdings zahlten die Bremer dafür aber auch einen hohen Preis: nämlich die teilweise Freigabe des Mittelfeldes, durch das die Gladbacher schon munter hindurchkombinierten, als noch elf Bremer gegen elf Gladbacher spielten. Nach dem Platzverweis für Sebastian Boenisch war noch mehr Raum, vor allem in der Schnittstelle zwischen Abwehr und Mittelfeld rund 40 Meter vor dem Werder-Tor. Dieser Bereich war am Dienstag überraschend das Revier von Naldo gewesen.

Schaaf, der zuletzt auf der Sechserposition stets konventionelle Lösungen (Bargfrede, Ignjovski, Fritz) gewählt hatte, riskierte diesmal etwas. Was folgte, war eine Eingewöhnungszeit für Naldo: Den Gegner attackieren oder lieber den Passweg zustellen? Dem Gegenspieler folgen oder im Raum bleiben? Naldo wirkte anfangs überfordert. Nicht von ungefähr gehörte Naldo zu den Spielern, die unmittelbar nach Rosenbergs 1:0 Kriegsrat hielten. "Wir haben uns gesagt, dass wir kompakter stehen müssen", plauderte Naldo. Insgesamt, sagte er noch, sei es "anstrengend" gewesen in ungewohnter Rolle im Mittelfeld. Dem Spiel nach vorn tat Naldos Wirken gut. Eine Lösung also für die Zukunft? Naldo sagt: "Ich bin bereit dafür."

Pizarro mannschaftsdienlich

Es zählte zu den Verrücktheiten dieses Spiels, dass Top-Torjäger Pizarro erst rechts und später zentral im Mittelfeld ran musste. "Manchmal muss man etwas für die Mannschaft tun", sagte Pizarro nur schulterzuckend zu seiner ungewohnten Rolle. "Eine gute Reaktion" nannte Werder-Boss Klaus Allofs das, was die Profis in Grün-Weiß unterm Strich gezeigt hatten.

Wen man am Mittwoch auch fragte, ob Naldo, Pizarro oder Rosenberg: Sie alle zogen das Positive aus dem 2:2 gegen Gladbach. "Wenn du 65 Minuten lang mit zehn Mann spielst - Respekt", hatte auch Tim Wiese noch am Abend gesagt. Aber so ganz traut der Werder-Torwart dem Braten noch nicht. "Dass ein gutes Ergebnis gut fürs Selbstvertrauen ist, habe ich auch nach dem HSV-Spiel gedacht." Die Wochen danach belehrten Wiese eines Besseren. Seit dem 3:1-Erfolg in Hamburg hat Werder nur noch einmal gewonnen. (mhd)

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