Abdenego Nankishi

Vom Werder-Azubi zur echten Alternative

Sie wollen etwas aufbauen, hieß es bei Werder vor der Saison. Das beste Beispiel ist der Flügelspieler Abdenego Nankishi, aus der eigenen Jugend, feierte er gegen Ingolstadt sein Debüt in der Startelf.
13.09.2021, 14:42
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus
Vom Werder-Azubi zur echten Alternative

Entwickelt sich bei Werder zu einer Alternative: Abdenego Nankishi.

Andreas Gumz

Viel hat in der 55. Minute nicht gefehlt und Abdenego Nankishi hätte am Samstag aus einem ordentlichen ein sehr gutes Startelf-Debüt für den SV Werder Bremen gemacht. Das Problem: Fabijan Buntic, der Torhüter des FC Ingolstadt, hatte etwas dagegen und parierte den Abschluss des 19-jährigen Angreifers, der zuvor vom linken Flügel aus in den Strafraum eingedrungen war. Es war Nankishis mit Abstand auffälligste Szene während Werders souveränem 3:0-Erfolg gegen den Aufsteiger – und hinterher ließ sie sich prima als Sinnbild für den Weg deuten, den der Verein (auch aus der finanziellen Not heraus) mit seinen Talenten eingeschlagen hat. Ein Weg, der durchaus verheißungsvoll erscheint, wie das Beispiel Nankihsi zeigt – schließlich hat der Stürmer enormes Tempo und offenbar auch den Mut, es auszuspielen –, aber eben auch ein Weg, für den sehr viel Geduld nötig sein dürfte, denn ehrlicherweise hätte der Debütant aus der eingangs beschriebenen Szene mehr machen müssen. Querlegen auf Marvin Ducksch etwa. Oder eben treffen.

Werders Trainer Markus Anfang wertete die Startelf-Premiere Nankishis nach dem Abpfiff in Ingolstadt als „Indiz dafür, dass wir etwas entwickeln wollen, dass wir nachhaltig sind“. Dass er es mit diesem Plan ernst meint, hatte der Trainer vor dem Spiel bewiesen. Nachdem in Eren Dinkci ein anderes Talent wegen muskulärer Probleme ausgefallen war, baute Anfang seine Mannschaft in der Offensive nicht etwa aufwendig um, beorderte etwa Neuzugang Ducksch auf den Flügel und Niclas Füllkrug von der Bank ins Zentrum, sondern warf einfach Nankishi rein.

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Der Linksaußen hat nach seinem Wechsel vom TV Loxstedt (Landkreis Cuxhaven) im Jahr 2014 von der U 14 an die komplette Jugendabteilung bei Werder durchlaufen und sich vor dieser Saison aus der U 23 in den Profikader hochgearbeitet. Im Herbst 2020 war er dort erstmals in Erscheinung getreten, als der damalige Cheftrainer Florian Kohfeldt ihn im Testspiel gegen den FC St. Pauli einwechselte – und Nankishi prompt traf. Inzwischen gilt er als Spieler, dem die Bremer in der 2. Bundesliga eine gute Rolle zutrauen. Die Partie in Ingolstadt hat zwar gezeigt, dass Nankishi in der Spielklasse erst noch richtig ankommen muss (Gegenspieler Michael Heinloth kochte ihn hin und wieder ziemlich ab), Coach Markus Anfang war mit Nankishis Auftritt unter dem Strich aber zufrieden: „Der Junge hat ein gutes Spiel gemacht. Er hat gezeigt, dass er zu Torchancen kommt, und irgendwann wird er die Tore auch machen“.

Wenn es soweit ist, dürften übrigens auch einige Ex-Kollegen aus der Werder-Geschäftsstelle herzlich gratulieren. Während seiner Zeit als Jugend- und U23-Spieler hatte Nankishi dort eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert.

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