Werder Bremen Neuzugänge hinterlassen starken Eindruck

Bremen. Mehmet Ekici hat schon mal geübt. Werders Neuzugang hat beim Training an der Seite von Philipp Bargfrede und Clemens Fritz gespielt. Wenn Marin im Mittelfeld am Sonnabend ausfällt, dürfte Ekici zum ersten Mal in der Startelf stehen.
16.09.2011, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Neuzugänge hinterlassen starken Eindruck
Von Marc Hagedorn

Bremen. Mehmet Ekici durfte gestern schon mal üben. Werders Neuzugang aus Nürnberg spielte beim Trainingskick an der Seite von Philipp Bargfrede und Clemens Fritz. Bargfrede und Fritz bilden neben Aaron Hunt und Marko Marin in dieser Saison die Stammbesetzung in Werders Mittelfeld. Aber wenn Marin am Sonnabend beim Bundesliga-Spiel in Nürnberg ausfallen sollte, dürfte Mehmet Ekici zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag wieder in der Startelf stehen. Da machte es Sinn, mit den Kollegen Fritz und Bargfrede vorab schon mal Laufwege und Arbeitsaufteilung abzustimmen.

Ekicis Sprung in die erste Elf wäre eine Rückkehr mit langem Anlauf. Mehmet Ekici ist seit gut einem Vierteljahr bei Werder, aber trotzdem noch nicht so recht angekommen. Was hatten sie sich bei Werder gefreut, als sie den 21-Jährigen im Juni vom FC Bayern München für rund fünf Millionen Euro holen konnten. Ekici hatte eine starke Saison beim 1. FC Nürnberg gespielt, wohin ihn die Bayern verliehen hatten. Nun sollte er dem in der Vorsaison so trägen Werder-Spiel neue Ideen geben.

Die Kreativität ist tatsächlich zurückgekehrt, allerdings ist Ekicis Beitrag daran überschaubar. Erst fehlte er in der wichtigsten Phase der Vorbereitung verletzungsbedingt, dann dauerte es länger als erwartet, bis sich der türkische Nationalspieler auf die Unterschiede zwischen dem Nürnberger und dem Bremer Spielsystem eingestellt hatte. "Wir sind nicht ungeduldig", sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf, "wir wissen um seine Stärken und werden sie auch bald zu sehen bekommen."

Auch Werder-Boss Klaus Allofs ist fest von den Qualitäten Ekicis überzeugt. "Wir glauben, dass er zu den richtig guten Spielern in der Bundesliga werden kann. Wenn man ihn im Training sieht, wo er außergewöhnliche Dinge macht, dann muss man sagen, dass er das Zeug zum Spielmacher hat." Während die Werder-Verantwortlichen im Fall von Mehmet Ekici noch sehr häufig den Konjunktiv bemühen und auf die Zukunft hoffen müssen, lässt sich über die anderen Neuzugänge schon ein wesentlich fundiertes Urteil fällen. Etwa über...

"Unheimlich professionell"

Sokratis Papastathopoulos: Der griechische Nationalspieler hat in der Bundesliga noch keine Sekunde verpasst, und obwohl er erst relativ spät in der Vorbereitung zur Mannschaft gestoßen war, wirkt der 23-Jährige auf der rechten Verteidigerposition längst wie einer, der seinen Job bei Werder schon seit vielen Spielzeiten macht: robust, abgeklärt, verlässlich.

Das sagt Allofs über Sokratis: "Dass er beim AC Mailand nicht zum Zuge gekommen ist, war unser Glück. Denn sonst hätten wir ihn gar nicht bekommen. Er ist ein Junge, der unheimlich professionell ist. Wir sind überglücklich, dass er bei uns ist, weil er unser Spiel wirklich verbessert."

Andreas Wolf: Der Innenverteidiger kehrt morgen zu dem Verein zurück, für den er 14 Jahre lang gespielt hat. Der 1. FC Nürnberg wird dieser Tatsache vor dem Anpfiff Rechnung tragen: Der "Club" hat eine Andreas-Wolf-Edition des Stadionmagazins aufgelegt, und auf der Videowand gibt es einen Zusammenschnitt mit den besten Wolf-Szenen zu sehen. Im Grunde könnten die Filmemacher auch schon ein paar Schnipsel aus dieser Saison in ihren Beitrag hineinschneiden, denn besonders bei Werders Bundesligaauftakt gegen Kaiserslautern und in Hoffenheim hatte Wolf starke Szenen. Lediglich beim peinlichen Pokal-Aus in Heidenheim und bei Werders 5:3-Sieg über den SC Freiburg leistete sich der 29-Jährige einige Schnitzer.

Das sagt Allofs über Wolf: "Man kann durchaus sagen, dass er ein Schnäppchen war. Er hat sich sofort eingebracht und ist gar nicht mehr wegzudenken. Er ist wie Sokratis ein Spieler, der gut für die Gemeinschaft ist. Er lebt seine professionelle Haltung vorbildlich vor."

Lukas Schmitz: In den ersten vier Bundesligaspielen war er hinten links gesetzt. Er war an der Vorbereitung gleich mehrerer Tore beteiligt und hatte überhaupt viele auffällige Szenen, wenn er den Vorwärtsgang einlegte. In der Rückwärtsbewegung dagegen war der Ex-Schalker allerdings immer wieder für Stellungsfehler und kleine Unaufmerksamkeiten gut. Gegen den HSV musste er verletzungsbedingt passen, könnte gegen Nürnberg aber wieder in die Startelf zurückkehren.

Das sagt Allofs über Schmitz: "Er spielt die linke Außenverteidigerposition, die bei uns ja schon als unspielbar gilt. Er macht das aber sehr gut. Er ist ein junger Spieler, der sich weiterentwickeln wird."

"Der ist etwas Besonderes"

Aleksandar Ignjovski: Das mit dem Weiterentwickeln gilt auch für den 20-jährigen Serben, der Schmitz beim 2:0-Sieg im Nordderby so großartig vertrat. Oder hat er Schmitz fürs Erste sogar schon aus der Startelf gedrängt? Ignjovskis Vorteil ist seine Vielseitigkeit. Bei seinem alten Klub 1860 München hat er auch hinten rechts schon verteidigt, seine Wunschposition ist indes die zentrale direkt vor der Abwehr.

Das sagt Allofs über Ignjovski: "Er hat vom ersten Tag an alle überzeugt; den Trainer, die Mitspieler und die Zuschauer, die ihn im Training gesehen haben. ,Mensch, der ist was Besonderes' haben die gesagt. Wir waren gespannt, wie er denn nun im ersten Pflichtspiel auftreten würde. Und ich muss sagen: Das war für mich eine große Überraschung, dass jemand, der davor in der zweiten Liga gespielt hat, das so machen kann: ohne Angst, ohne Nervosität, mit einer sensationellen Einstellung."

Markus Rosenberg: Mit zwei Toren Mann des Tages beim 2:0 gegen Kaiserslautern, Matchwinner beim Sieg in Hoffenheim - aber immer wieder droht ihm auch die Ersatzbank, so wie im Nordderby. Rosenberg, nach seinem einjährigen Gastspiel im spanischen Santander gestärkt nach Bremen zurückgekehrt, wäre in dieser Form im Vorjahr Stammspieler gewesen. Jetzt allerdings ist Claudio Pizarro gesund und Marko Arnautovic auf den Fußball fokussiert - das macht es für Rosenberg schwerer.

Das sagt Allofs über Rosenberg: "Er ist ein wichtiger Spieler für uns. Er war vor seinem Wechsel nach Spanien in der Sackgasse, aber dank der neuen Erfahrungen ist er jetzt sehr viel besser und belastbarer. Für unseren Konkurrenzkampf ist es gut, dass er da ist. Er ist immer für Tore gut."

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