Höchste Laufleistung bei Werder

Neuzugang Nicolai Rapp, der Marathonmann

Kein Profi läuft bei Werder mehr, als Nicolai Rapp. Mittlerweile ist der 24-Jährige in Bremen angekommen, sagt er. Und er freut sich auf das anstehende Duell gegen seinen Ex-Klub in Darmstadt.
12.10.2021, 18:42
Lesedauer: 2 Min
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Von dco

Knapp 80 Kilometer hat er schon gesammelt. In gerade einmal sieben Zweitligaspielen. Und im Grunde genügt schon diese eine Zahl, um zu veranschaulichen, welch große Bedeutung Nicolai Rapp für das Spiel des SV Werder Bremen hat. In der Mannschaft von Cheftrainer Markus Anfang läuft kein Profi mehr als der 24-Jährige, dessen Gesamtlaufleistung von 79,66 Kilometern ebenso einen Bestwert markiert, wie die 11,38 Kilometer, die er im Schnitt pro Partie abspult – und das, obwohl Rapp während der ersten beiden Spieltage verletzungsbedingt nur hatte zuschauen können.

„Mein Start hier war etwas schwierig, inzwischen bin ich aber richtig angekommen“, sagt der Sommer-Neuzugang, der sich vor dem anstehenden Duell mit seinem Ex-Klub Darmstadt (Sonntag, 13.30 Uhr) bei Werder längst unverzichtbar gemacht hat.

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Eineinhalb Jahre lang, zwischen Winter 2020 und Sommer 2021, hatte Rapp bei den „Lilien“ als Leihspieler von Union Berlin unter Vertrag gestanden – und seiner Karriere damit neuen Schwung verliehen. „Bei Union habe ich nicht so viel gespielt, was sich dann zum Glück geändert hat“, sagt Rapp, der die Station Darmstadt als „tolle Zeit für mich“ beschreibt. Unter Trainer Dimitrios Grammozis war der gebürtige Heidelberger in der Saison 2019/20 noch überwiegend als Innenverteidiger zum Einsatz gekommen, ehe ihn Markus Anfang, sein heutiger Coach in Bremen, nach und nach zum Mittelfeldspieler umfunktioniert hat.

„In dieser Rolle fühle ich mich pudelwohl“, betont Rapp, der sowohl Sechser als auch Achter spielen kann – und auf dem Platz dabei immer mehr den Weg nach vorne für sich entdeckt.

Für die vergangene Saison in Darmstadt hatte er sich fünf Tore vorgenommen, diesen Wert mit zwei Treffern am Ende aber verpasst. Und jetzt bei Werder? Wieder fünf oder ein noch ehrgeizigeres Ziel? Rapp lacht bei dieser Frage, möchte sich öffentlich nicht auf einen Wert festlegen – lässt aber keinen Zweifel daran, dass er in Sachen Torgefahr weiter an sich arbeiten und dabei vermehrt den Abschluss suchen will: „Da habe ich noch Luft nach oben und will mich verbessern. Wer nicht aufs Tor schießt, kann auch nicht treffen.“ Aktuell stehen für den Mittelfeldmann ein Tor (beim 3:0 gegen Rostock) und eine Vorlage (beim 3:0 gegen Heidenheim) zu Buche. Zwei Werte, die Rapp am Sonntag in Darmstadt liebend gerne in die Höhe schrauben würde.

Zu einigen Spielern seines Ex-Klubs, allen voran zu Mathias Honsak und Tim Skarke, pflegt Rapp noch immer engen Kontakt, und auch auf die „Lilien“-Fans freut er sich, weil das Verhältnis immer gut gewesen sei. Vor dem Start der Geisterspiele im Frühjahr 2020 war Rapp immerhin dreimal in den Genuss eines Heimspiels mit Fans am Böllenfalltor gekommen. Vergessen hat er die besondere Atmosphäre nicht. Insgesamt 42 und damit die meisten seiner bis dato 112 Zweitligaspiele hat der Werder-Profi für Darmstadt bestritten. Das sorgt natürlich auch für eine enge Verbindung, ändert aber nichts an Rapp Zielsetzung fürs Wochenende.

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„Durch das 3:0 gegen Heidenheim haben wir vor der Länderspielpause Selbstvertrauen getankt“, sagt er. Nun sei es die Pflicht der Mannschaft, nachzulegen. „Das Spiel ist richtungsweisend für uns“, betont Rapp, dem mit Werder (14 Punkte) bei einem Sieg in Darmstadt (13 Punkte) der Sprung in die Spitzengruppe winkt. Bei einer Niederlage droht allerdings das triste Tabellenmittelfeld. Klar ist: Sobald die Partie am Sonntag läuft, wird Werders laufstärkster Spieler wieder Kilometer um Kilometer abspulen, um seiner Mannschaft damit zu helfen.

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