Pressekonferenz vor dem Gladbach-Spiel

Nouri hält an Ausrichtung fest

Am Sonntag (18 Uhr) wird es ernst im Weserstadion: Die nach sieben Spieltagen noch sieglosen Bremer brauchen einen Erfolg. An der Ausrichtung soll sich gegen Gladbach trotzdem nichts ändern.
13.10.2017, 14:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Cedric Voigt
Nouri hält an Ausrichtung fest

Werders Zlatko Junuzovic (li.) auf der Pressekonferenz.

nordphoto / Ewert, nordphoto

Es war eine bemerkenswert ruhige Pressekonferenz für einen Verein, der auf dem vorletzten Tabellenplatz steht und nach sieben Spielen noch auf den ersten Sieg in der Liga wartet. Zunächst ging es etwa zehn Minuten um Kapitän Zlatko Junuzovic, dessen Rücktritt aus der österreichischen Nationalmannschaft und die Gründe dafür, ehe der Fokus auf die Situation des Vereins vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 18 Uhr) schwenkte. Und selbst dann war von Panik oder außergewöhnlichem Druck nichts zu spüren.

„An der Ausrichtung hat sich nichts geändert“, stellte Werder-Chefcoach Alexander Nouri umgehend klar. Bei allen Forderungen nach mehr Offensive wolle man nicht unvernünftig agieren, besonders nicht gegen die Gladbacher. „Wir wollen gut organisiert sein, eine gute Angriffsabsicherung haben“, so die Marschroute. Der Grund dafür liege auch in der Spielweise der Elf von Dieter Hecking, die in dieser Saison bislang offensiv brandgefährlich, aber defensiv verwundbar auftritt. „Sie haben unheimlich viel Qualität im Offensivbereich, unheimlich viel Tempo“, warnt Nouri vor den Gladbacher Stärken. „Wir wissen, dass wir eine Topleistung abrufen müssen. Dafür sind wir bereit.“

Junuzovics Rückkehr gibt der Offensive Hoffnung

Dabei helfen soll auch Zlatko Junuzovic. Der Kapitän dürfte für Jérôme Gondorf in den Kader rücken, der mit Schulterproblemen ausfällt. „Jeder weiß, wofür er steht“, sagt Nouri über seinen Kapitän. „Er ist ein Umschaltspieler auf der Achterposition, der nach vorne effektiv ist, aber auch viele Ballgewinne hat und mit Tempo nachgeht.“ Kurz: Eine idealer Mittelfeldspieler, wenn es darum geht, Kontersituationen erfolgreich auszuspielen. Das war zuletzt ein Manko – und daran möchte Nouri lieber schrauben, als taktisch alles über den Haufen zu werfen.

Generell sieht Nouri nicht viele Gründe für Veränderung. Die Voraussetzungen für einen Systemwechsel etwa seien noch nicht erfüllt. Schließlich spiele man nicht so schlecht. „Ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist größer, Spiele zu gewinnen, wenn die Art und Weise richtig und gut ist“, meint Nouri mit Blick auf die bisherigen Ligapartien, die oftmals leicht für Werder hätten ausgehen können, wäre die Chancenverwertung nur besser gewesen. Irgendwann ist der Sieg aber fällig. Daran glaubt Nouri fest. „Wir werden die Erfolge erzwingen.“

Auch Sané steht vor dem Comeback

Nicht nur im Mittelfeld hat man nun auch wieder das Personal, mit dem man ursprünglich geplant hatte, an die erfolgreiche letzte Rückrunde anzuknüpfen. Auch die Innenverteidigung ist nach der Rückkehr von Lamine Sané ins Teamtraining wieder komplett. Nouri spricht dem Senegalesen ebenso wie Nebenmann Niklas Moisander eine Stammplatzgarantie aus: „Es sind zwei wichtige Spieler für uns, zwei Säulen. Es ist für uns wichtig, dass sie auch spielen.“

Gerade Sané hatte sich zuletzt auch außerhalb des Platzes für Nouri stark gemacht. Der Tenor in der Mannschaft ist ähnlich wie der des Trainers: In der Analyse sieht man bei Werder selten Spiele, in denen man wirklich unterlegen war, aber eben viel zu wenig Tore. Die Arbeit des Trainerteams sei dafür richtig. Dass die Spieler nun „für den Trainer“ spielen, möchte Nouri aber nicht so stehen lassen. „In erster Linie spielen sie für das Team“, stellt Nouri klar. Er selbst sei zwar Teil des Teams, aber nicht die Hauptperson.

Auch bei Frank Baumann hört man vor der Partie gegen die Gladbacher wenig kritische Töne. „Wir sind seit über fünf Halbzeiten ohne Gegentor“, betont Baumann das derzeitige Prunkstück bei Werder - die sattelfeste Defensive. „Die Leistungen waren sehr ordentlich.“ Der Optimismus von Baumann ist dabei nicht ganz unbewusst gewählt – weil „der Kopf auch eine Rolle spielt“. Ein Sieg am Wochenende wäre auch für das Bremer Selbstbewusstsein immens wichtig.

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