So könnte Werder bei Hertha BSC spielen

Ohne Selke: Zwei Varianten im Sturm

Klar ist, wer in Berlin am Sonnabend nicht spielt: Davie Selke, Ömer Toprak und Jiri Pavlenka. Dadurch ergeben sich für Trainer Florian Kohfeldt nun verschiedene Möglichkeiten bei der Wahl seiner Startelf.
06.03.2020, 13:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer und Christoph Bähr
Ohne Selke: Zwei Varianten im Sturm

Yuya Osako und Josh Sargent könnten in Berlin beide in der Startelf stehen, aber auch beide draußen bleiben: Florian Kohfeldt muss sich in der Offensive entscheiden.

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Auf drei Positionen wird sich die Bremer Aufstellung in Berlin mindestens ändern. Im Tor, wo Stefanos Kapino für den am Oberschenkel verletzten Jiri Pavlenka spielt. In der Abwehr, wo Ömer Toprak wegen einer Riss- und Quetschwunde an der Wade fehlt. Und im Sturm, wo Winter-Neuzugang Davie Selke wegen einer entsprechenden Klausel in seinem Leihvertrag nicht gegen seinen früheren Klub Hertha BSC auflaufen darf. Ein Umstand, der Werder zwar schmerzt, den Trainer Florian Kohfeldt aber akzeptieren möchte, auch wenn das für jedes Arbeitsgericht ein großer Spaß werden könnte, würde Werder Selke in Berlin trotzdem einsetzen. „Ich spiele nicht mit dem Gedanken, ihn trotzdem aufzustellen“, versichert Kohfeldt, „die Klausel gilt ausdrücklich auch nur für dieses eine Spiel.“

Wer stürmt also dann? Werders Trainer sieht grundsätzlich zwei Varianten: Wie in Frankfurt ein 4-3-3 mit einem Stürmertypen im Zentrum, der diese Position alleine spielen kann – also ähnlich wie Selke. „Dafür gibt es zwei Optionen im Kader“, erklärt Kohfeldt, „nämlich Josh Sargent und Yuya Osako.“ Es gebe aber auch die Möglichkeit, mit zwei Stürmern zu spielen und trotzdem bei der Viererkette zu bleiben. „Dann hätte man wahrscheinlich sehr schnelle Spieler vorne“, sagt Kohfeldt, „das könnte Milot Rashica sein oder Leo Bittencourt oder unter gewissen Umständen auch Johannes Eggestein. Dahinter würde man dann einen Zehner positionieren.“ Der wiederum könnte Osako heißen, zumal Werder davon ausgeht, gegen einen tief stehenden Gegner das Spiel machen zu müssen. Ein Osako in guter Form wäre wie gemacht für schnelle Doppelpässe, Finten und Läufe in den engen Zwischenräumen – wenn er denn wieder in guter Form sein sollte.

Kohfeldt will Woltemade schützen

Grundsätzlich könnte auch Nick Woltemade eine solche Rolle spielen. „Ich sehe ihn eher als spielenden Stürmer, also als hängende Spitze. Er kann auch Achter oder Zehner spielen“, meint der Trainer über seinen 1,98-Meter-Riesen, „aufgrund seiner Körpergröße wirkt er wie ein Box-Stürmer, aber das ist er als Spielertyp nicht. Er kommt also eher für die Position dahinter infrage.“ Kohfeldt betont jedoch, dass er „die Erwartungen an den Jungen nicht überhöhen“ möchte, denn: „Es ist gerade nicht die einfachste Phase, um in der Bundesliga anzukommen. Mit seiner Entwicklung und damit, wie er sich in der Mannschaft gibt, bin ich zufrieden. Er hat eine Chance, gegen Hertha eine Rolle zu spielen.“ Das klingt eher nach einer Einwechslung.

Auch Pizarro kann Zehner spielen

Weitere Kandidaten für die Zehnerposition gibt es durchaus noch im Kader: Gerade bei viel eigenem Ballbesitz kann Claudio Pizarro diese Rolle nach überstandenen Rückenproblemen mit seiner Klasse am Ball ausfüllen, auch Nuri Sahin hat diese Position in früheren Jahren bereits einige Male sehr stark gespielt, vor allem durch seine Pässe und seine Qualität beim Torschuss.

Im Vergleich zum Pokalabend in Frankfurt kehren neben Pizarro drei weitere Spieler in den 20-Mann-Kader zurück: Philipp Bargfrede (nach erfolgreicher Reha), Luca Plogmann (als Ersatztorhüter) und Christian Groß, der für Toprak ins Aufgebot nachrückt. Statt Toprak dürfte Milos Veljkovic an der Seite von Kapitän Niklas Moisander die Innenverteidigung bilden.

Die mögliche Aufstellung für Werders Spiel bei Hertha BSC (Sonnabend, 15.30 Uhr):

Kapino - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Vogt - Maxi Eggestein, Klaassen - Osako - Bittencourt, Rashica

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